Kategorie: Allgemein

Was für ein pHAHNtastisches Doppelpack.

19 Jun 2021

Was für eine Überraschung! Sarah und meine ganze Familie holten mich am Flughafen hab. Ich hab mich riesig gefreut, alle wieder zu sehen.
Am Gepäcksband erhielt ich eine Überraschung, mein Skisack hat den Transport nicht überlebt. Ich erhielt alles in einem Plastiksack. Möchte mir gar nicht vorstellen, wie der ganze Inhalt mit Handschuhen, Skischuhen und Mützen da umher flog. Ich hab jedoch alles erhalten.

Gepäck

Die Hitze ist ja unglaublich… Welcome back, Switzerland.

31 Mai 2017

Roadtrip 2017

Golden – Fairbanks – Valdez – Calgary
ca. 7800 Kilometer
140 km paddeln
9 Skitouren
2 Grizzlies
28 Schwarzbären
4 Rentiere
13 Elche
12 Dallschafe
2 Stachelschweine
1 Schlange
Hasen
Weisskopfadler
Schwalben
Fische
Moskitos

 

30 Mai 2017

Oh Schreck, verschlafen! Mein erster Gedanke heute Morgen. Doch es war erst 5 Uhr. Alles ok. Um 6 fuhren wir ab und kamen gut durch den Verkehr.
Dann suchte ich am Flughafen ein Check-in-Schalter der BA. Nicht auffindbar. Mehrere Leute gefragt und diesen mein Ticket gezeigt. Alle meinten, ich sei zu früh, Reihe 5 wird bald geöffnet. Ok, Zeit für einen letzten Tim Hortons Besuch.
Ich schickte ein Foto in unseren Familien-Chat und da fragte mich meine Schwester, wieso ich denn schon am Flughafen sei. Mein Flugh wäre doch erst um 10 Uhr abends. Oh neeein! Wie typisch für mich. Einfach nicht fertig gelesen. Weil das Ticket aus der Schweiz kam, hab ich gar nicht auf AM oder PM geachtet. Michi und ich lachten und fuhren in den nächsten Park. Wir genossen die Zweisamkeit in der Sonne, holten etwas Schlaf nach und lasen, bis uns der Po weh tat. Downtown Calgary stand auf dem Programm. MEC, unseren Lieblingsladen, gibts hier mit allem was man für Outdoor braucht. Mit dem Gedanken an mein Gepäck, starb sogleich mein Shoppingfieber. Michi fand aber ein tolles Shirt für seine Wanderungen. Dann kauften wir ganz viele Leckereien und gingen zurück in den Park für unser letztes gemeinsames Essen. Natürlich musste mich noch ein giftgrünes Insekt von hinten attakieren, so dass ich jetzt mit einem grün verschmierten Po fliegen darf. Michis Statement: Beweg dich einfach schneller, dann sieht es niemand…

Den Flug hab ich am Abend pünktlich erwischt. Good by Canada.

Kirschblüten

Park

Park Calgary by night

30 Mai 2017

Die Probleme von British Airways am Wochenende merkte ich auch hier in Kanada. Mein Flug geht morgen über London Heathrow und ein Online-Check-in ist nicht möglich. Ich hoffe nun, dass es einfach so gut geht. Michi und ich stehen extra früh genug auf, für etwas Problem-Spatzung. Aber erst gibt es noch einen letzten gemeinsamen Tatort.

 

29 Mai 2017

Zur Vorsicht hab ich heute mein Gepäck gewogen. Etwas umbeigen und mit meinem Wintermantel unterm Arm fliegen und es passt. Ist nur zu hoffen, dass die Flughafenwaage mit dieser übereinstimmt.
Jordan und ich sitzten im Gras und plauderten in der Sonne. Es war ein gemütlicher Nachmittag bevor wir ins Restaurant, wo Donna arbeitet, zum Abendessen gingen.

Hayweire

28 Mai 2017

Die letzten zwei Tage verbringen wir noch bei unseren Freunden Donna, Pat und Jordan in der nähe von Calgary. Damit im Notfall noch reagiert werden kann, hab ich heute mein Gepäck zusammengestellt Ein schönes Spektakel für alle im Dorf. Hier gibt es nur einen Park, der liegt mitten im Dorf direkt vor der Badi. Ein Bad wäre die Belohnung gewesen, aber es kam anders. Mein ganzes Hab und Gut musste mal aus dem Auto raus. Im Handschuhfach, im Seitenfach und in allen anderen Spezialfächer versteckte sich irgendetwas von mir. Kaum zu glauben, was alles Platz hatte! Der Park war ziemlich überfüllt mit meinem Plunder, es war aber auch ein winziges Pärkchen… Michi schüttelte nur den Kopf. DAS passt nie da rein. Und er behielt recht. Eigentlich wusste ich das ja auch, aber konnte mich dann doch nicht so gut von dem einen oder anderen trennen. Schlussendlich landete eine Kartonkiste voll Kleidung wieder im Raspberry, fürs Brocki.
Dann wollten wir in die Badi, damit wir nicht so stinkig eintrudeln. Als wir das Planschbecken sahen, entschieden wir uns doch für eine stinkige Begrüssung, es war genau so winzig wie das Pärkchen. Nach der Begrüssung von Pat gabs wirklich gleich eine Dusche und einen gemütlichen Abend.

Turner Valley

27 Mai 2017

Die Reise geht zu ende. Wir fuhren heute noch einmal den Icefield Parkhighway. Davon krieg ich einfach nicht genug. Und fotografieren muss ich auch immer noch jeden Gletscher. Es hätte hier sogar noch genügen Schnee zum Skitouren. Wenn nur Michis Bindung nicht kaputt wäre…
Weil wir so lange nach einem freien Camping gesucht haben, sind wir bereits kurz vor Calgary. Um die Stimmung zu heben, haben wir an einem Picknick-Platz direkt am Fluss halt gemacht. Ganz stilvoll kochten wir dann ausgiebig den frisch gefangenen Fisch von gestern über dem offenen Feuer. Der einzigartige Feuergeschmack ist das Pünktchen auf dem i, oder im Teller. Karotten und Zwiebeln in Alufolie, Risotto mit getrockneten Tomaten und die Forelle in der Folie, nur mit Salz und Pfeffer gewürzt. Fantastisch! Und somit haben wir auch gleich alles aufgebraucht, was vergänglich war. Was für eine Planung.
Um 23 Uhr fanden wir dann endlich ein nicht verbotenes Plätzchen für Raspberry. Es ist Wochenende und die Calgarians flüchten aufs Land. Camping ist hier eben wirklch ein Nationalsport.

Icefiled Parkhighway
Fisch grillieren

Sonnenuntergang

26 Mai 2017

Die Freude von Michi war kaum zu überhören, als er den ersten Fisch an der Angel hatte. In McBride erhielten wir heute Morgen den Tip für den Little Lost Lake, trotz Stromausfall. Als Michi Würmer kaufen wollte, dauerte dies seine Zeit, bis der Strom wieder da war. Ohne Cash geht eben nichts, nur Bares ist Wahres.
Kanada hat uns viel Wildlife beschert, aber auf eines hätte ich verzichten können. Auf dem Weg zum See schlängelte sich eine Schlange vor mir auf dem Weg. Das Übelste für mich. Michi musste lachen. Anhand meines Geschreis dachte er, es sei ein Bär. Er ist dann vorgegangen.
In Tete Jaune zeigte mir Michi ein herrliches Restaurant mit einem fantastischen Buffet voller hausegemachter Sachen und wir assen direkt am Fluss mit Sicht auf die Berge.

Fang!

Heimweh

Tete Jaune

Valemont Beer

25 Mai 2017

Womp. Ein eigenartiges Geräusch weckte uns. Es nieselte immer noch. Nach etwas abwarten erneut. Michi wagte es, den Kopf nach draussen zu strecken. Wir konnten es nicht glauben, was wir da sahen: Schnee! Es nieselte nicht, es schneite! Das Geräusch war die Schneemasse, welche vom Zelt rutschte. In der Nacht hörte Michi einige Bäume umstürtzen, der Sturm war beachtlich. Wir packten alles schnell zusammen und schon sassen wir im Kanu. Zum letzten Mal hatte ich meinen Frosch an. Einfach für alles gut, der liebe Onepiece! Ein Moose gleich neben uns am Ufer, Schwalben am Jagen und Fische, die umhersprangen, versüssten uns die letzten Paddelstunden durch den Schnee.
Schon waren wir zurück. Jetzt gab es eine Dusche, woohooow!
In Quesnel verbrachten wir den Nachmittag in der Laundry, mit Waschen und vor allem trocknen unserer Sachen.

Zelt im Schnee

Schnee

Paddeln im Schnee

24 Mai 2017

Letzte Nacht war es richtig warm, ich hab ohne Thermoschicht herrlich geschlafen und eine Eule gehört. Am Morgen hat Michi gemeint, es sei ein Tier ums Zelt gestrichen, ob Bär oder Moose ist unklar. Mein Schlaf lässt sich nur von einer Eule stören.
Mit einem Outdoorsy wie Michi unterwegs zu sein, macht Spass. In den letzten Tagen hat er mir verschiedene Paddelschläge beigebracht und inzwischen hatte ich auch etwas Erfahrung auf beiden Positionen gemacht. Und heute war ich richtig froh darum! Über den Skoi Lake liessen wir uns vom Rückenwind treiben, Michi beim Fischen und ich beim Looney Beobachten. Dann fuhren wir auf dem Spectacle Lake weiter, ich Hinten. Plötzlich zog der Wind mächtig an und ich war am Ruder ziemlich gefordert (daher gibts auch nicht viele Fotos heute). Es war mehr wie Segeln als Kanufahren. An einer günstigen Stelle tauschten wir die Plätze, ganz so viel Erfahrung sammelte ich in den letzten Tagen dann doch nicht, um durch das aufgezogene Unwetter zu kommen. Wir waren aber super schnell und fanden dann auch einen Camping. Zwar exponierter als alle zuvor, aber immerhin ein Unterstand in der Nähe. Mit dem Wind kämpfte ich um jede Zeltecke und Michi musste es festhalten, bis ich, trotz Sand in den Augen, ein paar Heringe drin hatte. Und schon regnete es. Blitz, Donner und den Regentropfen hörten wir vom Zelt aus zu. Morgen ist Endspurt.

Berge

Portagieren
Beim Portagieren zwischen den Seen.

23 Mai 2017

Für türkisblaues Wasser bis zum Grund und feinsten Sandstrand braucht man nicht in die Karibik zu fahren, in Kanada kriegt man alles in einem: Berge mit Schnee, Wälder soweit das Auge reicht und türkisblaues Wasser. Der heutige Tag hat alles vereint. Zudem gabs noch einen Fluss, der etwas Action in das ganze brachte. Zelten am Strand, Schneeberge auf der anderen Uferseite und Älplermaccronen vom Feuer, alles was das Herz begehrt!

Happy

Action

Schlafen am Traumplatz

Kochen

22 Mai 2017

Was haben die Armen, die Reichen aber nicht?
Was ist böser als der Teufel und grösser als Gott?
Wenn man es isst, stirbt man.

Während dem Paddeln war es mir langweilig. So hat mir Michi dieses Rätsel gestellt.

21 Mai 2017

Das war ein Tag! Bei der Mittagspause sahen wir einen Schwarzbären ziemlich nahe bei uns, zum Glück trottete er weg. Und kurz daraus kam ein Moose mit zwei ganz Kleinen. Die trauten sich nicht ins Wasser. Ein Spektakel war das!
Bei der Mittagspause bemerkten wir auch, dass wir Michis Sackmesser nicht dabei haben (wir sassen in mitten all unserem Plunder). Gerade hatten wir noch davon gesprochen, dass wir richtig weit gekommen sind. Und jetzt hiess es zurück zum Start. Wir paddelten und paddelten… Zurück beim Campingplatz lag es einfach so da, gleich beim Ladeplatz. Und dann fing alles von vorne an, einfach 6 Stunden später (und ich ziemlich energielos). Obwohl wir 26 km gepadelt sind, sind wir nur 6 km weiter als gestern…

Pause

Sonnenuntergang

21 Mai 2017

Der erste volle Paddeltag begann mit einem Porridge und getrockneten Früchten. Sehr lecker! Und weiter ging es auf dem Bowron Lake Circuite. Die Landschaft ist wunderschön. Die Berge mit den Schneespitzen, die Wälder und die verschiedenen Seen. Heute mussten wir noch einmal Portagieren und waren dann im längsten See der Rundreise. Wir machten eine Pause an einem Sandstrand und traffen ein sympathisches Pärchen auf dem Campingplatz.

Sandstrand

Isaac Lake

Schnee

20 Mai 2017

Ab heute wird gepaddelt. Aber erst einmal musste alles gepackt werden. In der Becker’s Lodge erhalten wir alle Utensilien, die wir für die nächste Woche brauchen. Es regnete immer mal wieder während dem Packen. Nach dem wir die Orientierung und Infos vom Park erhalten hatten, mit unserem Material abgeliefert wurden und unser Gepäck von der Parkwächterin gewogen wurde, gings los. Erst einmal mussten wir das Kanu an den See bringen, der war 2.4 km entfernt. Es hiess Portagieren: Schieben und Ziehen war angesagt. Und dann ging das Abenteuer los!

Kanu fassen
Kanu fassen.

Happy

Meine Aussicht

Naturspektakel

Wasser holen

Michi geht Wasser holen.

19 Mai 2017

Fahren. Fahren. Fahren. Wir machten Kilometer gut, zurück in den Süden. Die Tage werden wieder kürzer (lustig, das im Mai sagen zu können). Wir brauchten Internet und fuhren deshalb nach Terrasse. Super schönes Städtchen und die Gegen war wunderschön. Zurück in Richtung Prince George hielten wir an einem See. Ein Einheimischer spielte hier auf seiner Gitarre und erzählte uns, welche Blume man essen kann. Schmeckt wie Blumenkohl. Und dann sahen wir einen doppelten Regenbogen, von anfang bis ende!
Am Abend gabs einen Schnell-Einkauf für die nächste Woche, wir waren sehr knapp in der Zeit: Eine Kanu-Tour stand auf dem Plan.

Regenbogen

18 Mai 2017

Heute Morgen in Watson Lake haben auch wir den Schilder-Wald besucht. Spannend was da hängt. Danach hiess es tanken und ich putzte die Scheiben, heute auch die auf der Seite. Man weiss ja nie. Wir können unsere Scheiben ja nicht mehr herunterlassen. Am Boya Lake sind wir bereits auf dem Hinweg vorbei gekommen, kamen aber wegen dem Schnee nicht die Strasse hinunter. Heute hat es geklappt und wir sahen einen wunderschönen Campingplatz, direkt an einem türkis farbenen See mit Inseln. Wahnsinns schön. Am Abend wurde mein Scheibenputzen bezahlt. Wir konnten einen Schwarzbären aus nächster Nähe beobachten. Er kam sogar bis ans Auto heran (vermutlich wurde er mal aus einem Auto gefüttert). Und später das Unglaubliche: Direkt an der Strasse sass/ass ein Grizzly. Wir konnten ihn eine kleine Ewigkeit beobachten und schlussendlich sass er so da und kratzte sich am Bauch. Einfach köstlich. Ich wurde so verwöhnt! Wir sahen noch einige Mamabären mit Babybären, doch die waren schneller als ich mit meiner Kamera. Was für einen bären Tag!

Watson Lake

Black Bear

Grizzly

Grizzly

 

17 Mai 2017

Eva haben wir getroffen, aber der Fluss ist noch zu hoch und somit ziemlich gefährlich für eine Kanu-Tour. Also ändern wir den Plan und ziehen wir früher in den Süden, als gedacht.
Jetzt sieht man den unterschied richtig. Als wir nach Alaska fuhren, war alles noch gefroren und kalt. Jetzt auf dem Rückweg sind die Seen zwar oft noch gefroren und die Berggipfel noch weiss, aber unten grünt alles. In Whithorse assen wir im Park und beobachteten, wie alle draussen am Sonne tanken waren. Mit dem Frühling kommen auch die Camper. Sie haben eine spannende Technik: Hinter dem riesen Gefährt wird das Auto oder eben Pick Up einfach angehängt und mitgezogen.
Jetzt öffnen auch nach und nach die Campingplätze. Und die geliebten Moskitos sind auch da. Im Yukon gibt es 28 verschiedene Moskitoarten!
Wenn man immer wieder von irgendwo anders an Wasser kommt, schmeckt man den Unterschied mächtig. Heute konnten wir an einer Tankstelle unseren Kanister auffüllen. Bereits beim ersten Schluck merkte ich den Benzin-Geschmackt. Mit dem chlorigen Wasser haben wir uns ja schon etwas angefreundet, aber das war nun wirklich nicht trinkbar.
Heute haben wir 700 km gemacht und wurden mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang belohnt.

Campervan

Wasserfall FIschen

Sonnenuntergang Watson Lake

16 Mai 2017

Heute Morgen fuhren wir als erstes zu Eva. Wir verpassten sie um ein Haar. Einmal im Monat fährt sie nach Whitehorse für den Grosseinkauf, das war heute. So schauten wir Beat kurz über die Schultern, er baut gerade ein Blockhaus. Dann zogen wir los und machten eine Wanderung zum St. Elias Lake. Voller Hoffnung nahm Michi sein Angelzeugs mit, doch der See war noch gefroren. Der Weg schlängelt sich einem Tal entlang, wäre perfekt zum Skitouren.
Ganz zu beginn lief Michis Trinkflasche aus, weshalb er dann wie ein Guide mit einem Fähnchen am Rucksack umher lief. Meine Jacke war voll durchnässt. Wir blieben noch eine Nacht am Kathleen Lake.

Herzchenwolke
Mit Herzchen Wolke
St. Elias Lake

St. Elias Lake

15 Mai 2017

Mit der Hoffung, morgen Eva zu sehen, fuhren wir bis nach Haines Junction. Zwischen durch hielten wir natürlich für einen Fischen-Stop. Wir übernachteten schlussendlich am wunderschönen Kathleen Lake. Beim Uferspatziergang fand ich einen Stein mit einer Einkerbung. Gut möglich, dass dies ein Teil eines Werkzeugs war.

Stein

Fischen

Spiegelung

14 Mai 2017

In Tok füllten wir unsere Essenvorräte auf und machten uns auf den Weg zum «Top of the World Highway». Dabei kommt man an einer Ortschaft vorbei, die Chicken heisst. Da wollte ich unbedingt halten. Doch dann stand da bei der Abzweigung: Closed. Der Highway ist im Winter geschlossen doch laut Internet von Mai bis September auf. Wir fuhren zurück nach Tok um an Informationen zu gelangen. Tatsächlich, der Highway und der Zoll ist zu, kein Durchkommen. Die Enttäuschung war riesig. Michi hat sich besonders auf diesen Streckenabschnitt gefreut. Es ist noch kein Datum gesetzt, wann er öffnen sollte. So setzten wir uns in die Bibliothek und suchten nach anderen Möglichkeiten. Der Weg führt nun früher zurück nach Kanada, als gedacht. Aber in der Bibliothek fanden wir endlich neue Kassettli. Raspberry verfügt nur über Kassettli und wir haben bis jetzt die drei gleichen immer und immer wieder gehört, Rod Stewart, J.S. Bach und irgend eine Film-Musik. Die Drei Tenöre konnte ich einfach nicht hören. Jetzt haben wir Hörbücher von John Grisham und anderem. Endlich etwas Abwechslung im Ohr.
Der Kanadische Zoll war dann kein Problem, auch wenn es viele Fragen gab und es etwas unangenehm war, weil wir die Scheiben nicht herunter lassen können (Michi hat die Sicherung vom Innenlicht herausgenommen und die ist auch für die Scheiben zuständig). So stand ich da mit offener Tür und durfte aber nicht aussteigen. Lustiger Moment.
Und schon sind wir zurück in Kanada. Die Strassen sind wieder sauber und es gibt überall Mülleimer. Der Unterschied ist frappant.

Fischen

13 Mai 2017

Tok

Gestern habe ich mich in windeseile am Strassenrand von meinen Skiklamotten befreit, da es in Valdez schon richtig warm ist. Dabei habe ich meinen Ohrring verloren. Als wir heute Morgen an diesem Platz vorbei fuhren, hielten wir noch kurz. Er lag jedoch nicht da. Aber die Polizei hielt und fragte uns, was wir suchen und was wir machen und ob wir die Zeit hier genossen hätten. Die haben Touristen in der Nebensaison genau unter Kontrolle. War aber sehr sympathisch.
Auf dem Thompson Pass ging es auf zum Couloir. Es war alles noch gefroren und so war der Aufstieg eine richtige Herausforderung, ohne Harscheisen. Michi hat versucht, mir einen guten Weg zu trampeln und dabei geschah es: Seine Bindung brach. Kein Weiterkommen. Wir mussten im Steilhang die Skis abziehen und herunterlaufen zu einer Stelle, wo wir die Felle abziehen konnten. Mit Bandagen-Kleber aus der Notapotheke und einem Skigummi befestigten wir die Bindung so, dass Michi wenigstens einigermassen noch herunterfahren konnte und nicht alles laufen musste.
Die Saison ist nun definitiv gelaufen. Wir trockneten unsere Sachen und machten uns auf den Weg. Good Bye Valdez!
Auf dem Weg nach Tok sahen wir ein Stackelschwein und Moose.

Valdez

Gebrochene Bindung

Regenbogen

Stachelschwein

12 Mai 2017

Es war die richtige Entscheidung. Stahlblauer Himmel begrüsste uns beim öffnen der Schiebetür. Und es war wieder schön kalt.
Da gab es dieses eine Couloir, das noch zu erkunden war. Die Aufstiegsrute war die selbe wie bei der aller ersten Tour direkt vom Thompson Pass weg. Nur etwas weiter hinter dem nächsten Gipfel ins Couloir rein. Wir liefen um 7 Uhr los. Viel zu früh, mussten wir oben feststellen. Es war noch alles gefroren. Der Aufstieg nicht ganz einfach und die Abfahrt nur teilweise sulzig. Aber Spass hat es trotzdem gemacht. Unten angekommen stöppelte Michi zurück zum Auto. Peter, welchen wir bereits täglich angetroffen haben, hat ihn aufgegabelt und zum Auto gebracht. Und danach hat er uns das Kitten beigebracht. Er fährt mit einem riesigen Drachen den Berg hinauf. Bei uns blieb es heute bei der Bodenübung, aber das war richtig toll und bestimmt die nächste Herausforderung, die ich auf Skis gerne probieren möchte. Und da waren immer nich so viele Hänge mit Schnee… Um das Wetter zu checken fuhren wir nach Valdez und assen noch einmal Pizza, dieses mal unter freiem Himmel, direkt am Meer mit Bergen und in Gesellschaft eines Weisskopf Adlers. Bei diesen langen Tagen ist es schwierig die Zeit zu sagen. So ist es um 20.30 noch so hell, dass es für mich vielleicht 17 oder so ist.
Stahlblauer Himmel auch für Morgen. Ich weiss ja nicht, ob wir jemals wieder von hier wegkommen.

Earn your Turns

Thompson Pass

Kitten

Pizza mit Aussicht

Valdez Harbour by Night

11 Mai 2017

Saison Ende. Heute soll die letzte Skitour sein. Gestern gab es noch etwas Powder und so liefern wir los. Die Ruhe, die frische Luft und die Aussicht, welche wir von unserer Aufstiegsroute dem Grat entlang genossen, war einfach herrlich. Nach einem viertel der Route änderte sich dies jedoch abrupt. Ein Snowmobile fuhr im Tal entlang auf den Berg. Genau auf die Spitze, die wir anpeilten. Und kurz darauf folgte ein zweites. Darauf hin kam ein Snowboarder, dann ein zweiter und dann die Snowmobiles hinterher. So ging das für den Rest vom Tag. Ich konnte es nicht glauben. Genervt trampte ich Michi hinterher. Das ganze Naturerlebnis war dahin und dann ruinierten sie auch noch die schönsten Hänge. Ich war mehr eifersüchtig als geärgert. Doch als wir den Gipfel erreichten konnte ich es nicht fassen, die Aussicht war einfach atemberaubend. Es war der vierte Gipfel am Thompson Pass, aber von diesem Winkle sahen die Berge noch fantastisch er aus.
Nach dem wir alles getrocknet hatten, fuhren wir los. Nach ein paar Meilen konnte ich aber mein Unwohlsein nicht mehr verbergen. Wir kehrten um. Es war noch zu viel Schnee da, um jetzt schon zu gehen.
Wir verbachten eine weitere Nacht auf dem Pass und Michi weckte mich mitten drin. Ich dachte schon, es seine Nordlichter. Es war auch ein Licht, aber der Vollmond zwischen den Bergen und mit Wolken umhüllt.

Thompson Pass

Thompson Pass

10 Mai 2017

Immer noch schlecht Wetter. Die Nacht verbrachten wir im Hafen, da war immer was los. Spannend! Aber am Morgen waren die Berge immer noch Wolken verhangen und es nieselte. Keine Skitour heute. Wir brauchten ein Alternativprogramm, denn morgen soll es wieder schön sein. Für Michi hiess das Fischen und für mich Bibliothek und arbeiten. Erst einmal brauchten wir aber einen Tipp, wo es jetzt Fische hat. In einem kleinen, sehr zugestellten Laden hingen von überall her Fischzubehör. In allen Farben und grössen gabs da Köder. Eine faszinierende Welt und die beiden Herren hinter dem Tresen so richtig eingesessene Fischer aus Leidenschaft. Sie halfen Michi zu allen Utensilien und Geheimtipps und abzottelte er. Es regnete den ganzen Tag und so machte ich mich nicht auf, um Michi zu besuchen. Irgendwann im Nachmittag kam er zurück, mit Bagles – nicht mit Fisch. Ich war dankbar dafür. Nach einem intensiven Tag in der Bibliothek entschieden wir uns für Pizza, welche sie uns direkt im Laden aufgebacken haben. Und assen sie an Michis Angelplatz. Die Polizei von Valdez winkt uns auch schon.

Pizza

09 Mai 2017

Das B&B haben wir ausgiebig genossen und dann haben wir einen Frühlingsputz im Raspberry gemacht. Alles einmal raus, geputzt, sortiert und wieder aufgeräumt zurück. Michi hat die Arbeit gerne mir überlassen und hat dafür unsere Bücher in der Bibliothek ausgetauscht. Hier kann man ein altes bringen und ein andere mitnehmen. Tolle Sache. Das Wetter ist immer noch unstetig, doch für meinen Frühlingsputz hatte ich ein Trockenfenster erwischt. Jedoch dann nicht für unseren Spaziergang ans Meer. Aber war nicht schlimm. Haben dafür eine Bären-Mama mit zwei kleinen gesehen. Ein Feldstecher wäre toll gewesen… Die Meeresluft hat uns so hungrig gemacht, dass wir Burger bruzelten. Die Vegi-Abteilung in diesem Essensladen ist seeehr klein und im hintersten Eck versteckt. Hier gibt es definitiv nur eine ganz kleine Anzahl Gemüseliebhaber. Daher gab es für mich kein Burger, denn es gab nur eine Wurst oder Tofu zur Auswahl. Also gabs einen Wurst-Vegi-Burger für mich und für Michi einen richtig saftigen Burger mit Meeressicht. Zur Verdauung brauchten wir einen Spaziergang und Michi nahm mich auf jeden Steg am Hafen mit und erzählte mir was von Booten. Das ist nicht so meine Welt aber ich war einfach begeistert von dem super klaren Hafenwasser. So etwas habe ich noch nie gesehen. Bin aber auch nicht so oft in einem Hafen. Man konnte jeden Schiffsbug im türkisfarbenen Wasser sehen!

Glacier Lake Valdez

Bay Valdez

Burger mit Aussicht

08 Mai 2017

Die Wetterprognose war richtig, heute gabs Regen. Wir hatten gehofft, am Morgen noch eine Tour zu machen, aber die Sicht war zu schlecht. So fuhren wir nach Valdez und genossen einen Tag im Städtchen und entschieden uns für ein warmes B&B. Wir haben morgen bereits Halbzeit unserer Reise. So schnell geht das… Die Tage fliegen nur so davon. Auf dieser Reise ist der Weg ja das Ziel, aber Valdez war immer unser Fixpunkt. Das B&B ist super. Hat nur 4 Zimmer und keine weiteren Gäste. House on the Rocks. Super freundlich und toll eingerichtet. Wir sind im Caribou Zimmer untergebracht. Das fliessende Wasser, der viele Platz und das grosse Bett schätzen wir gerade sehr.

Zimmer

Valdez
Valdez kreigt so viel Schnee, dass sie die Hydranten mit Tafeln markieren.

07 Mai 2017

Eine herrliche Nacht auf dem Thompson Pass. Es ist so eindrücklich. Um Mitternacht kann man immer noch alle Umrisse wahrnehmen und diese Nacht hörten wir eine Eule.
Am Morgen wollten wir früh aufstehen. Machten wir eigentlich auch, trödelten aber so lange umher, dass es dann doch 10 wurde. Frühlingsskitouren ist hier ganz was anderes, da ist 10 immer noch ok, um loszugehen. Wir entschieden uns für einen Südhang und hatten auf dem Gipfel eine wunderbare Sicht auf den Gletscher und das perfekte Sulzhängli für unsere Abfahrt. Schon eigenartig, wenn man mit Moskitos und Schmetterlingen Skitouren geht.
Und dann wurde es Michi schlecht. Einen ordentlichen Nachmittagsschlaf regelte sein Unwohlsein. Wir vergessen oft, genug zu trinken. So genossen wir einen gemütlichen Abend auf dem Pass mit unserer Wasserflasche.

Thompson Pass

06 Mai 2017

Es gibt vom Thompson Pass eine Skitourenführer. Wir haben den an verschiedenen Orten schon versucht zu kriegen, aber sogar in der Bibliothek wurde er geklaut. Letzte Chance war der Laden am Flughafen. Also gingen wir früh los und trafen auf diese nette Lady. Eigentlich ist es ein Heli Ski Unternehmen, das hier seinen Shop hat. Auch bei ihr war das Buch ausverkauft, aber sie gab uns ganz viele Informationen über Schnee, Wetter bis hin zu Restaurant-Tipps. Ihr war wohl schrecklich langweilig und wir waren ihr sehr dankbar. Zurück auf dem Pass nahmen wir einen anderen Berg in angriff. Heute hatten wir alles, von gefroren bis Pulver. In Alaska ist es einfach eindrücklich, wie weit weg alles ist. Daher hätten wir gerne einen Führer gehabt. So mussten wir heute nach 3 Stunden feststellen, dass wir noch eine weitere Stunde auf den Gipfel brauchen. Wir gaben uns dann mit dem Vorgipfel zufrieden und genossen die Pulver- und Sulzabfahrt. Woohooow! Und Michi war heute einfach genial! Ich durfte bis zur Strasse hinunter fahren und somit noch etwas mehr Sulz geniessen, während dem er zurück traversierte und das Auto holte. Ganz ohne war meine Abfahrt dann aber auch nicht: Da war ein Bach, den es zu überqueren galt. Ich musste einen Meter den Schnee runter rutschen und dann stand ich im Bachbett. Mein Plan war, von hier die Skis ans andere Ufer zu werfen. Hat auch alles geklappt, hätte sich mein Skischuh nicht in einer Wurzel vergangen. So landeten die Skis wohl am anderen Ufer, doch weil mein Fuss verhakt war, konnte ich den so wichtigen Ausfallschritt nicht machen und landete vorn über im Wasser. Eine typische Annina-Aktion. Etwas durchnässt kraxelte ich dann am anderen Ufer hoch und suchte meinen Weg der Böschung empor an die Strasse. Zum Glück war es heute so sonnig und warm.

Thompson Pass

Thompson Pass

Abwaschen im Fluss
Abwaschen mit Gletscherwasser.

05 Mai 2017

Ich konnte meinen Augen nicht trauen als wir dem Thompson Pass immer näher kamen. Die Nordhänge waren alle noch voller Schnee! Die Südhänge waren schon auch etwas fleckig, aber das trübte diese wunderbare Landschaft kein bisschen. Es war einfach nur wunderschön! Auf dem Pass selber stellten wir das Auto ab, packten die Skis aus und los ging es. Dem Grat entlang auf einen dieser unzähligen Berge. Es war einfach nur traumhaft! Und auf dem Gipfel sah ich all diese Schneeberge, genau so hab ich mir Alaska vorgestellt. Schnee soweit das Auge reicht. Herrlich!
Und die Abfahrt war noch genialer, perfekter Sulz!
Alles wieder im Auto verstaut ging es nach Valdez und wir sahen uns das pittoreske Fischerdörfchen an. Man merkt hier den Tourismus jedoch sehr, mehr als in Haines. Aber wie wunderbare diese Schneeberge direkt ins Meer gehen und davor der Hafen. Eine ganz eigenartige Kombination für mein Auge.

Skitour Thompson Pass

Skitour Thompson Pass

Valdez

04 Mai 2017

Auf der Strassenseite sahen wir eine Ford Garage, einfach so in Palmer. Wir hielten und schilderten unser Problem, zum inzwischen kennen wir auch alle englischen Begriffe dafür. Sie schickten uns los, wir sollen so lange fahren, bis das Problem auftritt und dann zurück kommen. Wie befohlen so getan. Nach einer Stunde irrsinnigem umherfahren, trat auf dem Weg in die Garage der Fehler auf, wir konnten nur noch 50 km/h fahren. In der Garage bestätigten sie die Prognose von meinem Bruder und Vater: Es ist der TRS (Transmission R… Sensor). Dauerte gut zwei Stunden und wir waren zurück auf der Strasse. Wir dachten schon, der Tag sei nichts besonderes gewesen, doch dann lag auf der Strasse Richtung Valdez eine Gletscher einfach so vor uns. Mit dieser Aussicht gabs auch gleich Abendessen, Fajitas. Dann fuhr ich noch etwas weiter. Die Strecke war wunderschön. Links das Tal schon voll im Frühling mit orangenem Gestein und rechts noch Schnee, sehr eindrücklich.
Dann kamen wir an ins erste und letzte Dorf bis nach Valdez: Copper Creek. Ich musste Internet haben. Arbeiten unterwegs ist nicht ganz einfach. So stoppten wir hier und fanden eine einzige Bar, die offen hatte. Und was für eine! Ein First Nation von dem Stamm, von dem Michi gerade ein Buch liest, stand hinter der Bar und davor ein älterer Herr, der hier Militärdienst leistete, die letzten 27 Jahre. In der Bar war eine Modelleisenbahn, die an der Decke durch den ganzen Raum und nach draussen zu einem weiteren Raum führte und zurück. Die ganze Landschaft von hier war nachgebildet mit der Strecke, wie sie Kupfer abbauten und abtransportierten ende 19. Jahrhundert. So spannend! Und zur Bar gehörte ein Camping Platz. Da wir mit den Herren zu viel tranken, blieben wir auch gleich hier. Ein sehr amüsanter Abend.

Copper Creek

Gletscher

Gletscher

03 Mai 2017

Endlich wieder Skifahren! Heute machten wir im Denali eine Skitour auf einen unbenannten Berg. Naja, es war schon ein ziemlicher Kampf durch die Büsche und wir mussten auch mal die Skis tragen, aber es war so lustig und tat richtig gut. Plötzlich stand ich vor einem verbuddelten Hirschkopf. Schnell weg, ein Wildtier muss das hier versteckt haben und man weiss nie, wie weit weg dieses gerade ist. Auf dem Gipfel gab es dann eine wunderbare Aussicht und die Abfahrt war so lustig. Den Weg mit dem meisten Schnee und dem wenigsten Dickicht zu finden, macht einfach Spass. Auf der Weiterfahrt sahen wir den Denali von der Südseite, sehr imposant!
Und dann gab es ein Bier in Talkeetna. Sie haben eine Mikro-Brauerei mit super leckerem Bier. Mit einem Sixpack unterm Arm suchten wir einen Schlafplatz und fanden ihn an einem See mit einem fantastischen Sonnenuntergang. Ein weiterer genialer Tag!

Skitour

IMG_0671

Cariboo
Caribous!

Denali
Im Hintergrund der Denali, welcher der höchste Berg Nordamerikas ist.

Talkeetna Beer

02 Mai 2017

Es gibt eine Spezialität in Alaska, Sauerteig Pancakes. Das musste ich natürlich probieren und so gabs Frühstück in einem richtig einheimischen Restaurant. Die Portion war amerikanisch. Zum Käseomelett gab es noch Rösti und eben die Pancakes. Die schmeckten etwas nach Bier, aber sie waren super lecker!
Gestärkt gings los zur Ford Garage. Wir sind nur bis nach Fairbanks gefahren, weil wir Raspberry flicken wollen. In der Ford Garage machten sie uns nicht viel Hoffnung. Mindestens eine Woche. Das war keine Option. Da fand Michi noch eine andere Garage, die sich auf Ford spezialisiert hatte. Sie waren sehr zuvorkommend und haben sich gleich unser angenommen. Doch das Testgerät hat keinen Fehler angezeigt. Gut. Dann fahren wir eben weiter. Und so landeten wir im Denali Nationalpark. Auf der Strecke sahen wir am Strassenrand einen weiblichen Elch. Der spazierte dann einfach einmal über die Strasse. War sehr spannend zu beobachten.
Im Nationalpark informierten wir uns im Infozenter. Der Ranger dort war sehr lustig. Beim rekognoszieren für eine Skitour fuhren wir bis zum Ende und fanden aber nichts besseres, als gleich am Anfang, unser Ziel für morgen.
Mit dem höchsten Berg von Nordamerika, dem Denali, im Hintergrund kochte Michi leckere Spaghetti. Unsere Küche besteht aus einer Küchenutenisilienbox, einer Essens- und Kühlbox. Daraus zaubern wir immer herrlichste Sachen, wie Thai Curry, Tortellini mit Spargeln oder Gemüseeintopf.

Denali National Park

Denali National Park
Michi im Visitor Center.

Denali National Park
Auf dem Weg zum Denali National Park. Die Karte immer mit dabei.

Moose

Denali National Park

Bärenspur

01 Mai 2017

Kurz vor Fairbanks gibt es tatsächlich eine Ortschaft die Nordpol heisst. Hier wohnt der Santa! Und Kinder können ihm Briefe schreiben und erhalten tatsächlich eine Antwort mit einer Briefmarke vom Nordpol! Wir mussten einfach halten und ich konnte ende April etwas Weihnachten feiern. Leider waren da auch richtige Rentiere in einem schrecklich kleinen Gehege, was dem ganzen einen faden Beigeschmack gab.
Und dann waren wir in Fairbanks und lernten im Visitor Center alles über die Geschichte in einer tollen Ausstellung. Wir machten einen Spaziergang bei den Gänsen, die eben aus dem Süden zurück kamen. Doch ohne Gummistiefel war kein Durchkommen. So besuchten wir eben die Moschus Ochsen. Aber leider auch in einem Gehege. Und jetzt kommt das Beste: Wir hatten einen wahnsinns Burger zum Abendessen. Michi meint, sei der Beste ever. Mein Vegi Burger war auch wirklich gut. Und die Übernachtung fand auf dem Walmart Parkplatz statt. Ist ein offenes Geheimnis, dass man in Kanada und Alaska auf dem Walmart Parkplatz übernachten darf, hat sogar Steckdosen für die Autos im Winter. Doch die Lampen auf dem Parkplatz zündeten mir direkt ins Gesicht und blieben die ganze Nacht an, Walmart hat 24h geöffnet.

North Pole

North Pole

North Pole

North Pole

Walmart

30 Apr 2017

Irgendwo im Nirgendwo findet man bestimmt einen Schweizer. Der Campingplatz von letzter Nacht gehört einem Appenzeller, von Hundswil. Wie sympathisch! Wir hatten am Morgen einen gemeinsamen Kaffee und plauderten über Gott und die Welt, bis wir den Mechaniker erreichten. Der konnte uns leider nicht weiterhelfen und so schüttelten wir uns die Hände und versprachen, uns auf dem Rückweg zu melden und Bericht zu erstatten.
Jetzt gings über die Grenze. Die Amerikaner sind ja wirklich der Wahnsinn. All diese Kameras beim Einreisen. Da wird man voll durchleuchtet.
Wir schafften es bis Tok. Da wollte uns ein netter älterer Mechaniker helfen, aber er hatte nicht den richtigen Computer. Also weiter Nach Fairbanks. Doch die Nacht verbrachten wir am Birch Lake. Wunderschön! Noch voll gefroren. Es war hell bis 22 Uhr und um 5 dämmerte es schon wieder.

Alaska

Birch Lake

29 Apr 2017

Der Abschied war herzlich und vielleicht schaffen wirs auf dem Rückweg noch einmal vorbei. Jetzt waren wir wieder auf der Strasse. Aber erst hatten wir noch die beste Pizza hier in Kanada. In Haines Junction hat die Bäckerei heute neu eröffnet. Eine Truppe junger Deutscher macht einen richtig guten Job. Mit vollem Bauch gings in den Norden. Am Sheep Mountain machten wir halt und gingen Wandern. Leider war kein Schnee left. Also waren die Wanderschuhe gefragt. Es war eine wunderbare Aussicht und die wilden Schafe sind überhaupt nicht scheu, so konnten wir sehr nahe zu hinen heran.
Doch dann gings zurück auf die Strasse. Und plötzlich fuhr Raspberry auf 4000 Touren. Wir sind ganz schön verschrocken, als es sich anhörte wie in einem Flugzeug. Wir machten es mit 50 km/h bis Beaver Creek. Es muss ein Sensor oder Wackelkontakt sein. Ohne Vorwarnung bleibt er einfach im zweiten Gang. Mitten im Nirgendwo war ein Mechaniker, der das Öl kontrollierte, aber das war ok.
Es war schon spät als wir ankamen und fanden aber nocheinen Campingplatz. Hier gabs W-Lan, was uns einen gemütlichen Tatort-Abend in unserem Auto bescherte. Herrlich! Morgen werden wir uns um unser Problem kümnmern.

old Alcan

Dullsheep

Sheep Mountain

28 Apr 2017

Aufgewacht auf dem Pass wurde unsere Hoffnung auf eine weiter Skitour gleich begraben. Es war weiss in weiss. Keine Kontur sichtbar und leichter Schneefall. Daher packten wir gleich zusammen und fuhren Richtung Haines Junction wo Michi Freunde hat. Eva und Beat, zwei Schweizer, die hier im Nirgendwo wohnen. Sie haben 25 Huskies, Cabins und bieten Kanu-Touren an. Nach gemütlichem Kaffeetrinken durfte ich meinen Laptop am Solarstrom aufladen und arbeitete gleich wie wild drauf los. Michi freute sich auf ein paar Stunden im Wald.
Das Abendessen war der Hit. Sie haben grade noch drei Schweizer auf Besuch, Marion, Moritz und Nicole. Die drei hatten am Tag zuvor zwei Trüschen gefangen. Riesen Dinger, 7 Kilo! Moritz machte Fischknusperli daraus und dann gab es das Schlemmermenü in einer sehr gemütlichen Runde.
Und dann durften wir in einem der Cabins übernachten, meine erste Nacht in einem richtigen Loghaus.

On the Road

27 Apr 2017

Aus Haines kommt man nur mit dem Schiff oder durch die Strasse, die wir reingekommen sind, wieder raus.
Alaska war unser Zeil, weil mein Visum am Samstag ausläuft. Der Zoll in Haines ist klein und fein und ich hatte die Hoffnung, dass sie hier so gelangweilt sind, dass sie mir gerne mein Visum verlängern. Und so kam es dann auch. Zuerst war der Zöllner zwar grimmig aber als wir ihm die Situation schilderten, meinte er nur: «Kommt rein, dann lösen wir das Problem.» Ein paar Anrufe später und etwas Small Talk mit einem Amerikaner, der gerade sein Hotel verkauft hatte und jetzt in einem Camper Alaska bereist, hatte ich ein Visum bis zum 30. Mai. Zur Feier des Tages machten wir auf dem Haines Pass eine Skitour. Von unten sah der Berg easy aus, 1.5h oder so. Ha, denkste! Nach gut 3 Stunden standen wir auf dem Gipfel. Ohne Referenzpunkte ist es so schwierig, die Distanz abzumessen. Kein Baum, kein Mast, nur Steinflecken und Schnee. Aber es hat sich gelohnt. Die Aussicht war wirklich atemberaubend.
Und die Südhänge hatten sogar etwas Sulz, jiippiii!

Essen im Auto

Kochen

Haines Pass

Haines Pass

26 Apr 2017

Aufgewacht umringt von Schnee, herrlich! Aber es war leider weiss in weiss. Zu wenig Sicht für eine Skitour. So starteten wir gemütlich in den Tag und lasen in unseren Büchern aus der Bibliothek von Haines Junction. Am Mittag verabschiedeten wir uns von den Italienern. Es wollte nicht besser werden, deshalb fuhren wir nach Haines. Der Zoll war ganz nett. Wir sind jetzt auf amerikanischem Boden. Plötzlich tauchte das Meer auf. Und daraus ragten Berge. Was für ein pitoreskes Dörfchen! EInfach nur bezaubernd! Michi machte mit mir Yoga am See. Diese Luft musste in jede Pore. Wir beobachteten Seelöwen auf der Jagt, hörten ihre Rufe und dazu das Geschnatter eines riesigen Schwarms Enten. Die machten ein tolles Formationsschwimmen! Einfach herrlich! Und dann Essen direkt am See, wow!

Haines

Enten

Essensplatz

25 Apr 2017

Yeah zurück im richtigen Schnee! Nach unserer Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft sind wir am Haines Pass angekommen. Auf einem Parkplatz haben wir nach Aufstiegsspuren gesucht. Morgen gibt eine Skitour. Und auf dem Parkplatz stand ein Camper mit Skis zum Trocknen. Da klopften wir an und fragten nach den Gegebenheiten von heute. Die Antwort kam mit einem starken italienischen Akzent und wir fanden heraus, dass es ein Pärchen aus dem Aosta Tal hierher verschlagen hatte. Sie luden uns auf einen (Lavazza!) Kaffee und Tee ein und wir verbrachten den ganzen Nachmittag in ihrem Camper und plauderten über Skitouren, Schnee, das gute Essen zu Hause und Visa-Schwierigkeiten. Es war urgemütlich. Hier merkt man auch einfach nicht, wie die Zeit vergeht, weil es immer gleich hell bleibt. So haben wir uns um 8 dann zurück gezogen um noch Tortellini zu kochen. Es war schon ziemlich kalt draussen, so dass wir im Auto assen, mit wunderbarster Aussicht!

Hains Pass

Sticker

24 Apr 2017

Die Eindrücke der letzten Woche waren immens. Ein Ruhetag war da genau richtig. Am Morgen beim Kaffee sah ich, dass das Skigebiet Mount Sima noch offen ist. Das ist gerade ausserhalb von Whitehorse. Also packten wir schnell unsere Sachen zusammen und fuhren da hoch. In voller Montur standen wir dann da, vor geschlossenen Fenstern. Das Skigebiet war aber noch komplett aufgebaut. Alle Absperrungen, Tafeln, Tische und Skiständer standen noch da. Es sah so aus, als wäre hier gestern noch Hochbetrieb gewesen, sogar zwei paar Skis lagen im Schnee, ready to go. Aber es kam niemand. Der Lift lief nicht. Also klebten wir kurzerhand unsere Felle an die Skis und liefen der Skipiste nach oben. Das Skigebiet ist wohl klein, aber sehr Abwechslungsreich. Aber auch nicht sehr hoch. Wir waren schnell da oben und genossen die Aussicht über das Tal, bevor wir die Abfahrt genossen. Unten gab es dann Frühstück an einem der Tische. Wie herrlich, ein ganzes Skigebiet für sich zu haben.
Zurück in Whitehorse war es sehr amüsant. Ich noch in der Daunenjacke und die Yukonerinnen bereits in den kürzesten Shorts und im Träger-T-Shirt. Und das ohne Hühnerhaut zu bekommen!
Whitehorse ist eine sehr hübsche Stadt mit ca. 25000 Einwohnern und davon sind sehr viele von First Nations (wie man die Ureinwohner hier nennt). In den letzten 200 Jahren haben die Weissen hier viel kaputt gemacht, was man jetzt sieht: Die First Nations haben oft ein Alkoholproblem. Die Weissen haben ihnen Land und somit ihre Existenz und ihre Kultur genommen. Es ist traurig mit anzusehen.

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Sima Mountain

23 Apr 2017

Bis Michi zu seinem ersten Kaffee kam, musste er sich gedulden. Wir hatten noch 120 Kilometer vor uns bis zur nächsten Tankstelle. In diesem Laden gab es aber nicht nur Kaffee, sondern wirklich alles, sogar frische Spargeln. Diese Produkte brauchen eine Ewigkeit, bis sie hier sind. Wir waren sprachlos.
Sprachlos machten uns auch die zwei Rentiere, welche am Strassenrand standen. Einfach so. Als wir näher kamen, flüchteten sie in den Wald, daher gibt es kein Foto. Aber sie waren wunderschöne so nahe zu sehen.
Und am Abend kamen wir in Whitehorse an. Jetzt sind wir bereits über dem 60. Breitengrad. Es ist super lang hell und trotzdem hat es noch Schnee auf den Bergen und es ist um die Null Grad. Eigenartig, wenn man die langen Tage mit brütender Hitze in Verbindung bringt. So fühlt sich wohl Weihnachten in kurzen Hosen an. Aber das unglaublichste hab ich heute gesehen, die Mücken sind hier schon draussen und die Kinder spielen in kurzen Hosen und im T-Shirt im Schnee. Null grad ist ja fast Sommer.

Cassiar Highway

22 Apr 2017

Eingeschlafen zum Ruf des Loonies (dieser Vogelruf wird oft in den Filmen eingespielt, wenn sich jemand in der Wildnis befindet) und aufgewacht bei einem wunderschönen Sonnenaufgang direkt am Tyhee Lake in der nähe von Smithers, wurden wir von der Natur verwöhnt.
Bevor wir den Cassiar Highway in Angriff nahmen, mussten wir noch einige Besorgungen machen, bzw. Smithers wollte uns einfach nicht gehen lassen. Immer wenn wir schon ziemlich ausserhalb der Stadt waren, kam uns wieder etwas in den Sinn. Wir mussten noch die Autoversicherung verlängern, Smithers war die letzte Stadt bevor wir im Yukon sein werden. Das Spielt machten mir zwei Mal. Dann ging es endlich los und wir hatten eine wunderbare Fahrt durch die Berge. Wir sahen drei Schwarz Bären und leider auch einen toten Grizzly am Strassenrand mit einer riesig langen Bremsspur.
Wir schafften fast die Hälfte des Cassiar Highways bis zum Eindunkeln. Die Tage hier sind bemerkenswert länger. Und dann konnten wir in einem abgelegenen Fleckchen schlafen. Etwas Glamping (Glamour Camping) mach ich ja schon, wenn da mitten im Nirgendwo meine elektrische Zahnbürste surrt. Da muss ich immer wieder schmunzeln.

Thyee Lake

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21 Apr 2017

Am Patricia Lake aufgewacht gings gleich los bis nach Prince George. Dies war eine lange Etappe, ca. 700 Kilometer. Da war sogar für Shopping-Muffel Michi das Einkaufen eine angenehme Abwechslung. Von zu Hause hatten wir noch Eier mitgenommen. Bevor wir abfuhren hab ich schnell noch etwas Schnee in die Kühlbox geschmissen und jetzt war der Karton natürlich durchweicht. Um einen Eier-Unfall zu verhindern, entschlossen wir, heute Abend Omelet zu machen. So schlug ich am Einkaufswagen die Eier auf und sammelte den Inhalt in einem Ziplog. Ich hab mich köstlich über diese Situation amüsiert. Dann sind wir weiter gefahren bis nach Smithers. Und ich hab 200 km am Stück selber geschafft. Das Omelet gabs dann an einem gemütlichen Rastplatz direkt am See und wurde fantastisch gut. Fast Fünf-Sterne-Küche.

20 Apr 2017

Am Morgen nach der ersten Nacht: Michi fühlt meinen Puls. Das war ein lustiges erwachen. Michi machte sich sorgen, weil mein Atem kaum hörbar war und mein Gesicht ganz kalt. Aber ich war noch ganz da. Einfach morgenmuffelig, aber das ist ja nichts neues. Die erste Nacht verbrachten wir in Lake Louise und über Nacht gab es Schnee. Freute mich, aber nicht unbedingt mein Körper. Der ist einfach zu kälteempfindlich. Wir wollten unbedingt noch die Skitour zum Observation Peak machen. Mit dieser Tour haben wir die letzte Wintersaison beendet und dieses Jahr starten wir damit unser Abenteuer. Es hat richtig gut getan und der Neuschnee war einfach fantastisch! Nach dem wir uns ausgepowerd haben und eine Wäscheleine zum Trocknen der ganzen Sachen im Raspberry gespannt hatten, gings bis Jasper.

Observation Peak

Erste Etappe

Fondue
Abendessen am Pyramid Lake: Fondue mit Traum-Aussicht

19 Apr 2017

Geputzt und alles verstaut gings um 16.30 Uhr los. Davor war aber ein heilloses Chaos. In den letzten Wochen haben wir so viel ausgemistet und weggegeben, trotzdem lag da ein riesiger Stapel, der im Raspberry verstaut werden musste. Zudem habe ich zwar bereits die letzten Tage geputzt und der Sauberkeitsstandard in Kanada ist ja nicht so hoch, trotzdem war heute noch viel zu tun. Aber wir haben es dann geschafft. Jetzt ging das Abenteuer los. Alaska wir kommen!

 

18 Apr 2017

Die kommenden Wochen leben Michi und ich in unserem Mini Van und fahren von Golden nach Alaska. Ca. 3500 Kilometer liegen vor uns und unendlich viele Abenteuer. Schnee, wir kommen!

18 Apr 2017

Der Tag des Abschieds. Zuerst ging mein Bürotisch und dann bekam Miguela meine Schüsseln. Jetzt hiess es Good Bye zusagen bei North und Miguela. Julie und Evan trafen wir noch in der Brauerei und genossen ein letztes wunderbares Whitetooth Beer. Elora und Shawn kamen dazu und begleiteten uns dann gleich nach Hause. Das Herzstück unserer Wohnung, das Sofa, erhält einen wunderbaren Platz bei ihnen. Und unser Sofatisch ist jetzt der neue Sofatisch in der Brauerei, super kul.

17 Apr 2017

Heute ist Saison-Ende im Skigebiet. Der schrecklichste Tag der ganzen Saison. Um den Abschied der Skisaison zu mildern hat mich Elora am Morgen mit mir die Bike-Saison eröffnet. Ach, es war ein tolles Gefühl durch die Wälder zu streunen und den Wind zu spüren. Fast so gut wie Skifahren. Da die Bären schon draussen sind, haben wir auch immer mal wieder laut gejuchzt. Vielleicht wird der Abschied nicht ganz so hart.
Nach der Tour ging es kurz nach Hause zum Umziehen und dann gleich weiter die andere Talseite hinauf. Hier hat es noch so viel Schnee und trotzdem war heute der aller letzte Skitag im Skigebiet. Zum Abschluss fand der Slush Cup statt. Da springen sie in Kostümen ins Wasser. Also Ziel ist es eigentlich, übers Wasser zu fahren. Aber nur der aller letzte, Joe, ein Schulkollege von Michi, hats auch wirklich geschafft.
Mit einer Abschieds-Heissenschokolade-mit-Marshmallows inder Yurte und ein paar Runs war dann die Saison leider beendet. Zum Glück geht es jetzt nordwärts.

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16 Apr 2017

Mein Abschied von Golden naht in riesigen Schritten auf mich zu. Die Abenteur mit Elora waren einmal mehr fantastisch. Und um einfach alle noch einmal am Tisch zu haben, haben wir die Truppe eingeladen und für sie Rösti gekocht. Ich hab Elora oft davon erzählt, also musste ich es irgendwann auch einmal noch kochen. Stühle waren knapp. So habe ich heute meine Kleider bereits in den Koffer verpackt und meinen „Kleiderschrank“ aus Bananenkisten zu Sitzgelegenheiten umfunktioniert. So Bananenkisten sind schon was ultra praktisches und so vielseitig einsetzbar. Die Rösti mit Käse und Ei kam sehr gut an und es war einmal mehr einfach ein gemütlicher Abend, trotz den Bananenkisten. Evan hat dann auch gleich meinen Bürostuhl mitgenommen, seiner hat zwei Rollen verloren. So sind die Bananenkisten nun zu meinem Büro geworden. Ein Hoch auf Bananenkisten!

15 Apr 2017

Heute waren wir zum Abendessen bei Laetizia und Alex eingeladen. Sie sind aus der Schweiz, aber aus dem Welschland, daher haben wir uns auch auf Englisch unterhalten. Mein Hirn kann die französischen Karteikärtchen gerade nicht finden. Michi hat ihnen beim Umbau/Renovieren ihres Hauses geholfen. Und jetzt sah auch ich es endlich. Es ist wunderschön geworden, mit viel liebe zum Detail und sehr hell, also weiss, gehalten. Lustig war, dass eine kanadische Freundin sie gefragt hat, wann sie denn die Wände streichen. Ja, weiss als Wandfarbe ist hier schon sehr untypisch.
Es war ein super gemütlicher Abend mit vielen Geschichten aus der Heimat und was man alles so vermissen kann. Ja, die Milch ist hier einfach nicht das selbe. Doch Ovomalitne gibt es hier auch, heisst aber Ovaltine und ist viel süsser.

14 Apr 2017

Elora hat die gleiche Schuhgrösse wie ich und so hat sie mich fast etwas dazu überredet, heute zu snowboarden. Das letzte Mal bin ich vor drei Jahren auf meinem Brett gestanden und auch da wohl nur einen Tag. Es war eigenartig, so festgeschnallt zu sein. Aber nach einer ersten Abfahrt hat es sich schon ziemlich gut angefühlt und als wir mit dem Sessellift hochfuhren, sah ich, dass sie Whitewall gerade geöffnet haben und es da sogar richtigen Powder hatte. Da musste ich jetzt einfach hin, egal was da an meinen Füssen war. Und so standen wir null Komma plötzlich da oben und ich musste irgendwie runter. Es war einfach nur genial! Hat schon mehr Mut gebraucht als auch schon, aber es hat sich gelohnt. Hab mein Snowboard richtig vermisst.

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14 Apr 2017

Michi ist zurück! Mit geschwollenen Händen. Es war sooo kalt, dass es wirklich geschneit hat (kommt in dieser Gegend eher selten vor). Seine Hände fanden es gar nicht lustig. Aber ich werde ihn wieder aufpeppeln. Zur Begrüssung haben wir uns alle zum Fondue verabredet. Hier im Dorf gibt es einen Käseladen, der unteranderem auch Schweizer Käse verkauft. Am Abend bieten sie Fondue an. Elora, Shawn, Julie, Evan und wir traffen uns erst für ein Bier in der Brauerei und dann gabs Fondue. Geschmacklich war es nicht schlecht, es war einfach viel zu dünnflüssig. Es hat gar nicht recht am Brot geklebt. Spannend war aber, dass sie Spargeln und grüne Bohnen vorgekocht und dazu serviert haben. Spargeln passen super toll ins Fondue. Und das übermässige Völlegefühl bliebt völlig weg. Daher konnte ich nicht widerstehen und hab ein Schokoladen-Fondue zum Dessert bestellt, für alle. Gegessen habe es aber mehrheitlich ich. Es war fantastisch!

13 Apr 2017

Nach dem der Frühling da war, kam heute noch einmal Schnee. Jiiippiii! Aber er ist nicht geblieben. Der Kanu-Trip von Michi ist weiter Richtung Vancouver im Wüstenteil von Kanada, auf dem Thompson River. Ich hab die letzten Tage den Wetterbericht von Kamloops beobachtet. Es ist sogar dort richtig kalt und er (der Wetterfrosch) hat da auch Schnee angesagt. Morgen ist Michi zurück. Bin ja gespannt, wie es ihm ergangen ist.

12 Apr 2017

Grafische Arbeiten sind stark von der Kultur abhängig. Ich dachte, die kanadische Kultur ist der schweizerischen nahe. Doch seit diesen zwei Saisons hier, habe ich diese Meinung revidiert. Wir sind uns ähnlich. Aber nur schon das Papierformat ist hier etwas ganz anderes. Nicht nur, dass es in Inch ist, auch dass es ganz andere Proportionen hat, es ist viel breiter als unser A4 und weniger hoch. Sieht sehr eigenartig aus. Und noch eigenartiger ist es, wenn man ein Briefpapier layouten darf. Es wirkt einfach alles so anders.

 

11 Apr 2017

Zwischen dem Skigebiet und Rudis, unserem Hausberg zum Skitouren gibt es Ozon. Das ist ein Couloir, ziemlich eng, ziemlich steil. Und die ganze Saison waren die Schneebedingungen nicht gut genug. Doch heute war es möglich und ich bin endlich Ozon gefahren. Shawn und Elora haben mich auf diese Tour mit mitgenommen. Freiheit pur!

09 Apr 2017

Meiner Ansicht nach kann man auch im Winter wunderbar Sonne tanken. Aber heute habe ich mich mit Julie und Elora zu einem Patio Beer (Terrassen Bier) getroffen. So sassen wir am Nachmittag in der Sonne und genossen ein Bier. War super schön, nur noch etwas kalt, sobald die Sonne mit den Wolken versteckis spielte. Dass ich am Morgen noch kurz 17cm Neuschnee gerockt bin, erwähne ich nun einfach am Rande, da ihr sicher nichts mehr von Schnee lesen möchtet. Julie hat uns dann spontan zum Pizzaessen eingeladen. Evan hat selber Pizza gebacken, wohoow richtig lecker! Mit Vegi-Wurst darauf. Ein ganz neuer Geschmack in meinem Mund.

08 Apr 2017

Jaja, es hat sich ja abgezeichnet. Aber nicht alle meine Wünsche wurden erhört, nur die Cannellonie-Wünsche. Das Wasser im Küchen-Waschbecken läuft nun gar nicht mehr ab. Die Sauce von gestern dümpelt immer noch so vor sich her… Das wird ja heiter diese Woche, wenn ich schon am ersten Tag solche Hürden hüpfen darf. Zum Glück gibt es Elora. Ich hab sie nach einem Klostöpsel gefragt. Eine Chemie-Keule will ich dem Abfluss, besser gesagt der Umwelt, nun gerade nicht zumuten. Und so kam es, dass Elora mich mit Bier unterm Arm begleitete und wir mit vereinten Kräften dem Kaffeesatz einen Tritt versetzten. Mit Bier löst man eben doch jedes Problem.

07 Apr 2017

Michi ist heute auf eine Ausbildungs-Kanu-Tour gegangen, irgendwo im nirgendwo. Jetzt hab ich für eine Woche sturmfrei. Wir versuchen gerade unsere Essensvorräte auzubrauchen und so hat mir Michi zum Abschied Cannelloni gekocht. Da er meinen Kochkünsten nicht traut hat er noch eine Extraportion für morgen gemacht, damit ich auch ja nicht verhungere, wenn er nicht da ist. Mhhh die waren herrlich!

06 Apr 2017

Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen hat Michi heute unser Schneckenhaus gebaut. Die Rücksitze flogen aus dem Mini Van. Die Sieche sind noch schwer! Zusammen waren wir im Baumarkt und haben zwischen all den Materialien unseren Ideen freien lauf lassen. Oh wie ich Baumärkte liebe! Mein absolut liebstes Shopping. Aber wir haben auch gemerkt, wie unterschiedlich wir zwei denken. Meine Ideen waren komplett anders und seine Erklärungen kamen noch einmal anders bei mir an, was wiederum zu neuen Ideen führte. Das war spannend. Aber schlussendlich ist es nur für ein paar Wochen und daher haben wir die einfachste und kostengünstigste Variante entschieden. Und tadaaaa, so sieht unser Schneckenhaus aus, probe gepackt haben wir auch schon:

Schneckenhaus

Probe Packen

05 Apr 2017

Beim Shopping füllt hier der Kassierer immer gleich alles in Plastiksäcke ab, sehr praktisch und so ganz ohne Hektik. Da die Tüten vom Laden nicht so stabil sind, werden sie auch nicht ausgiebig gefüllt. Ein normaler Einkauf bringt locker 12 Säcke mit sich. Doch jetzt hat sich alles gändert. Seit einem Monat zahlt man 5 Cent pro Sack. Plötzlich können es alle und bringen ihre eigenen Taschen, Bananenschachteln oder Rucksäcke mit. Was für ein toller Fortschritt.

04 Apr 2017

Es hat noch Schnee am Strassenrand, aber die Kanadier laufen alle bereits in Flip Flops umher. Da komm ich mir mit meinen Wollsocken doch etwas deplatziert vor. Aber Flip Flops kann ich mir nun gerade nicht vorstellen. Auch wenn ich mich mit dem Gedanken «Frühling» immer mehr anfreunde, muss ich doch noch nicht mit Sommerschuhen umher wandeln. Den Kanadiern kann es wohl nicht schnell genug so richtig Sommer werden.

03 Apr 2017

Wie kann es sein, dass es im April noch Powder gibt?! Ich war total aus dem Häusschen, als ich heute Morgen die Anzeige von 16 cm Neuschnee auf meinem Display sah. What the hack! Es war einfach nur unglaublich! Elora und ich machten uns auf den Berg und genossen ein paar Powder-Abfahrten bevor wir noch die Rudi’s Ridge erklimmten. Es war ein genialer Tag. Am Mittag war es dann schon ziemlich sulzig, aber wir haben sogar bei der letzten Abfahrt wunderbaren Powder genossen. Wohooow!
Und dann hat Michi mit einer fantastschen Lasagne auf mich gewartet, einfach der perfekte Tag!

Powder

02 Apr 2017

Die Brauerei hatte uns mal wieder. Elora, Shawn, Julie, Evan und wir trafen uns auf ein Bier oder vielleicht auch zwei. Wir waren zuvor bei Sam zum Abendessen eingeladen, mal wieder ein richtiges Steak für Michi und so war er auch mit in der Runde.
So am plappern wollte Michi, mir gegenübersitzend, den anderen ein Foto auf seinem iPhone zeigen. Da er es nicht gleich fand, half ich ihm und beugte mich über den Tisch. Und schon wars passiert. Bier war überall. Ich hab mit meinem Schal mein Bier ausgekippt und über Shawn geleert. Tat mir schrecklich leid.
Das Service-Personal kam sofort und ich half aufwischen. Und dann kam es: Sie haben mir einfach mein Glas wieder gefüllt!

01 Apr 2017

So schnell kann es gehen. Wir haben einen Käufer für Broccli, einen sehr netten Herrn. Und wir haben auch schon einen Mini Van gefunden, den wir heute Nachmittag im Nachbarsdorf (1 Stunde Fahrt entfernt) anschauen gingen und ihn gleich kauften. Es ist ein Ford Winstar 1998, mit 240000 km. Aber Top! Ein Mechaniker hat ihn aufbereitet und uns auch gleich noch die Sommer-Pneus montiert. Das war ein richtig toller Typ und wir haben noch lange mit ihm geplaudert. In Radium konnten wir dann auch gleich die Nummer aufs neue Auto überschreiben und haben für Broccoli ein Tagesticket gelöst. So tuckerte ich mit Broccoli nach Hause und Michi genoss bereits die erste Fahrt mit Raspberry.
Nächste Woche nehmen wir die hinteren Sitze heraus und machen ein Bett hinein, also Michi. Und dann haben wir unser eigenes Schneckenhaus. Unser Road Trip wird immer konkreter. Juhuuu!

Herde
Auf dem Weg musste ich anhalten um die Jungtiere zu beobachten.


Strawberry

31 Mrz 2017

Heute feierten wir Michi und alle anderen Diplomierten. Was für ein Moment! Ein Schulkollege und Michi sind Klassenbeste und so durfte einer der Beiden die Rede halten. Steve, der andere, wollte nicht. Und so erhielt Michi die grosse Ehre. Eine solche Rede ist nicht einfach zu halten und schon gar nicht auf eine andere Sprache. Wir haben gemeinsam gebrainstormt, doch schlussendlich kam Michi mit dem Thema «Inspiration» auf. Es wurde die beste Rede ever! Mit sehr viel Humor und Anspielungen auf die vergangenen zwei Jahre, die kanadische Kultur und Golden. Er erhielt viel Lob und seine Klassenkameraden schwärmten noch am Abend beim Lagerfeuer von der Rede. Sie war ihm richtig gelungen.
Irgendwann ging am Lagerfeuer dann das Bier aus und der Sternenhimmel war gesehen. So ging es dann ins Dorf für weitere Biere. Michi hatte Hunger und so gab es sein Diplomessen bei Mc Donalds als Mitternachtssnack.

Graduation

Diplomis

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30 Mrz 2017

Mein Knie fühlt sich je länger je besser an und so habe ich mich heute für eine Yoga-Stunde zu hause entschieden. So eine weniger schwere, einfach um das Knie zu testen. Und es hat super gehalten und das Ganze hat auch fast ein bisschen Spass gemacht. Es hat auf jedenfall das schlechte Gewissen beruhigt, nachdem den ganzen Computer-Stunden.

29 Mrz 2017

Michi ist im Endspurt. Heute war ein gemeinsames Bowling mit allen Studenten und deren Anhang von 17 bis 19 Uhr im Bowling Centre. Wir nennen es Kegeln. Ich durfte mit und es war wirklich lustig, auch wenn ich eine super 0 darin bin. Es kamen noch einmal alle zusammen. Und ich habe gelernt, dass in Kanada zum Bowling nicht nur Bier sondern auch Chips und Snacks gehören. Sam hat mir dann erklärt, dass Bowling eine gute Art ist, sich mit Freunden zu treffen und doch noch eine Aktivität zu machen. Obwohl diese sehr im Hintergrund steht.

28 Mrz 2017

Langsam gibt es einen Plan für die kommenden Wochen. Michi macht noch einen Sommer hier in Kanada und wird als Kanu-Guide arbeiten. Da dieser Job erst mitte Juni anfängt, mein Visum aber bereits ende April ausläuft, fahren wir nach Alaska. Ein grosser Traum von mir. (In der Hoffnung, den Winter noch etwas verlängern zu können.) Nun versuchen wir Broccoli gegen einen Mini Van einzutauschen, damit wir unterwegs ein Dach über dem Kopf haben.
Mein Rückflug ist definitiv am 30.5. Landen werde ich am 31.5. abends in Zürich. Dann hat mich die Schweiz wieder!

27 Mrz 2017

Nervös wie ein Schnitzel wusste ich nicht wo mein Kopf war. Nach einem fantastischen Frühstücksbuffet flogen wir um 9 Uhr ab. Mit Michi und mir flogen noch zwei Severins mit, Vater und Sohn. Die waren richtig lustig und wir hatten eine tolle Gruppendynamik.
Doch eins weiss ich nach diesem Tag: Heli fliegen ist nicht mein Ding. Es war wie Achterbahn fahren, der nackte Horror für mich. Immer wenn wir landeten, war ich froh um die frische Luft. Teilweise landeten wir an unglaublichen Stellen, beispielsweise auf einem schmalen Gratstück. Doch Kanada von oben war noch spektakulärer. Die Eindrücke häuften sich nur so!
Und dann war da noch der Pulver. Er lag einfach so vor uns. Ohne hochzulaufen und ohne anstehen konnten wir ihn geniessen. Wow! Es war ein fantastisches Gefühl. Heute war es nicht nur eine Abfahrt, wie sonst beim Skitouren, heute gings gleich wieder hoch, sobald wir unten angekommen waren. Und bis am Mittag hat sich dann auch meine Nervosität in den Bergen verkrochen und ich konnte jeden Schwung mit jeder Zelle geniessen. Was für ein Erlebnis!
Einen Urlaub könnte ich wohl dennoch nicht vorstellen, das wären mir dann zu viele Eindrücke. Eine Skitour bietet genau das richtige Tempo, um die Natur und alle Details wahrzunehmen und sich die Abfahrt zu verdienen. Heli Skiing ist für mich ein zu schneller Konsum.
Ich habe mich irrsinnig über all den Schnee gefreut und währe am liebsten auf einem dieser Gipfel geblieben.

Heli Landung

Spuren im Schnee

Heli Gruppe

Heli Skiing

Heli Skiing

26 Mrz 2017

Am Nachmittag fuhren wir los. Diese Nacht verbrachten wir in der Heather Mountain Lodge und dazu gehörte auch das Abendessen. Vorne weg: Es war ein absolutes Geschmacksfeuerwerk! Die Bilder zeigen vielleicht die Schönheit, doch der Geschmack davon ist nicht festzuhalten! Die kleinen Tomaten im Hauptgang waren so einzigartig in der Form, in der Konsistenz und im Geschmack, dass die mir am meisten im Gedächtnis blieben.
Es ist so, dass ich für die Heather Mountain Lodge den neuen Auftritt gestalten darf und ich werde mit zwei Tagen Heli-Skiing bezahlt. Dieses Wochenende war es so weit. Elora und Shawn kamen zum Abendessen in die Lodge und wir hatten einen wunderbaren Abend. Total nervös ging ich dann zu Bett. Die Nacht war alles andere als erholsam. Die Heizung machte einen ziemlichen Lärm, was Michi vom schlafen abhielt und er mich. Zudem war das Zimmer viel zu warm und so konnte ich auch desswegen nicht mehr schlafen. Vielleicht lags auch einfach an der Nervosität.

Vorspeise

Hauptgang

25 Mrz 2017

Langsam wird es leer in unserer Wohnung. Heute kam ein netter Brite vorbei und hat unseren Esstisch und die beiden Stühle gekauft. Es war toll, diesen wunderbaren Dialekt zu hören.
Jetzt ist es nicht einmal mehr eine Ausrede, wenn wir auf dem Sofa essen. Jetzt ist es ein Müssen.

24 Mrz 2017

Jetzt kann ich es wirklich nicht mehr aufhalten und auch nicht mehr abstreiten. Der Frühling ist da. Freude für alle anderen. Der Schnee schmilzt so schnell! Es ist kaum hinzuschauen. Überall hat es riesige Pfützen und im Park sieht man bereits wieder das Gras. Ohje… Michi hat heute seine Lernzettel genommen und ist im Park lernen gegangen. Es geht nur noch eine Woche und dann hat er alles hinter sich. Und: Er hat die Ehre, die Abschlussrede zu halten.
Ich hab ihn dann in den Park neben dem Haus begleitet und wir haben etwas über den Inhalt dieser Rede philosophiert, bevor ich mich gerne wieder ins Loch verkroch.

23 Mrz 2017

War nicht wirklich tragisch. Wir sind nach dem Essen nach Hause gegangen. Das Frühstück heute war aber bombastisch. Michi hat mich so was von verwöhnt gestern. Beim Essen hat er mir noch einen Honig mit Schokolade überreicht. Ich war erst ja etwas skeptisch, aber es schmeckt richtig toll! Es ist dunkle Schokolade und mit der Süsse vom Honig passt das unheimlich gut aufs Brot. Hmmm, so lässt es sich ins neue Lebensjahr starten.

Honig Schokolade

22 Mrz 2017

Nun war es soweit. Ich wurde ein Jahr älter. An einem Dienstag ist das ziemlich unspektakulär. Aber Michi hat alles gegeben. Irgendwann mitten in der Nacht hat er mir bereits gratuliert, was ich nicht mehr ganz weiss. Und dann stand er am Morgen am Bett mit einem Muffin und einer Kerze. Die Kerze war umwickelt mit dem besten Slogan-Kleber für eine Stadt: Golden, BC, Canada’s G-Spot. Ich musste so lachen, als ich den am Sonntag auf einem Auto sah.
Weil ich beim Skifahren immer kalte Füsse habe, hat mir Michi Skischuh-Socken geschenkt. Das ist ein Neopren, den man über den Skischuh zieht. Sobald sie in gebraucht sind, gibts ein Foto.
Den Tag durch hab ich ganz normal gearbeitet und am Abend gings in das beste Restaurant der Stadt: Eleven22. Oh es war sooo gut! Das beste war der Kuchen: Mousse au Chocolat auf einem leckeren Biscuit-Boden getopt von einer Schokoladen schicht. Wohooow!

Birthday

Slogan

Birthday Cake

21 Mrz 2017

Mein Knie fands nicht ganz so lustig, dass ich gestern Skifahren ging. Doch es war einfach zu gut! Und heute war das selbe. Ich musste meinen Kopf richtig zwingen, nicht aus dem Fenster zu schauen. Es war perfektes Wetter und heute konnten sie auch alles im Skigebiet öffnen. Irgendwann schrieb ich aus jux Elora, dass heute der perfekte Tag wäre. Da antwortet sie doch prompt, sie könne um 2 das Büro verlassen. Das liess ich mir nicht zwei mal sagen. Es lag wohl eine Nachtschicht vor mir, aber solang ich wenigstens kurz auf den Berg kann, ist mir das egal. Elora holte mich ab. In der Gondel öffnet sie plötzlich ihren Rucksack, welchen sie sonst nie dabei hat und holt ein Bier und eine Kerze heraus. Sie hat nicht gratuliert, nur ein Happy Pre Brithday gewünscht. Es war herrlich! Die Aussicht, das Bier und die Abfahrt vor einem. In Kanada darf man im öffentlichen Raum aber nicht trinken und so mussten wir das Bier beim Aussteigen verstecken, das nicht ganz einfach ist, mit Ski und Skistöcken unterm Arm. Wir fanden dann aber noch den perfekten Platz für die andere Bierhälfte.

Gondola Beer

Pre Birthday

20 Mrz 2017

Heute war die Hölle los im Skigebiet, es gab über Nacht noch einmal richtig Schnee. Und es war Sonntag mit blauem Himmel. Wir warteten 1.5 Stunden, bis sie fertig waren mit Sprengen. Als wir dann endlich in der Gondel sassen, erhielt ich den letzten Platz auf der Bank. Die anderen drei links von mir machten sich so breit, dass ich ziemlich eingequetscht war. Shawn sass mir gegenüber, daneben Michi und Elora. Da fragte Shawn plötzlich die drei Herren neben mir, ob sie nicht etwas rüber rutschen könnten. Ich hätte nur wenig Platz. Wow! Wie aufmerksam! Und so zuvorkommend. Danke Shawn.

19 Mrz 2017

Elora hat zum Abendessen eingeladen. Sie hat ein wunderbares Thai Curry gemacht. Es wurde ein super gemütlicher Abend mit Shawn, Evan und uns. Julie ist gerade auf Besuch bei ihrer Familie in Québec. Deshalb habe ich ihm heute einen Zopf gebacken, damit er nicht verhungert, bis sie zurück kommt. Dann hab ich auch gleich noch einen Zopf für Elora und Shawn sowie für uns gemacht, muss noch das Mehl aufbrauchen. Sind immer noch 4 kg da.

18 Mrz 2017

Gestern hat es so richtig viel Neuschnee gegeben. 30 cm, bei blauem Himmel. Und ich bin an mein Bürotisch gefesselt gewesen. Dringende Termine und mein Knie liessen es nicht zu, diesen Traumtag zu geniessen. Aber heute konnte ich nicht mehr. Ich musste es ausprobieren. Mein Knie schmerz nur noch bei bestimmten Bewegungen und es ist kaum noch ein taubes Gefühl da. So ging ich heute mit Michi mal schauen, wie das so geht. Und es ging erstaunlich gut. Schmerzhaft in den Kurven, aber aushaltbar. Hauptsache ich kann noch etwas Schnee geniessen. Vom Pulver war leider nicht mehr viel übrig. Doch die frische Luft hat gut getan.

17 Mrz 2017

Unter anderem müssen wir dann auch unsere Küchenuntensilien los werden. Heute Morgen habe ich mich auf eine andere Art und Weise darum gekümmert.
Michi hat gestern Canelonie gekocht und die Auflaufform auf dem Herd stehen lassen. Etwas schlaftrunken hab ich heute Morgen Teewasser aufgesetzt und wie immer die selbe Platte angestellt. Dass ich aber zu faul war, um die Auflaufform wegzustellen und deshalb den Wasserkocher auf eine andere Herdplatte stellte, habe ich nicht einkalkuliert. Zurück am Computer gab es plötzlich einen Knall und ich war definitiv wach. Die Auflaufform ist nicht mehr zu haben. Und für mich gibts keine Lasagne mehr. Selber schuld.

16 Mrz 2017

Die Zeit hier neigt sich dem Ende zu. Obwohl wir nicht viel haben, haben wir doch das eine oder andere. Heute hat Michi unser Sofa auf Golden Classifieds gestellt und sie haben richtig darum gekämpft. Ja, es ist auch einfach ein tolles Ding, mein heiss geliebtes Sofa. Und das beste ist, Elora wollte es am schnellsten. Jetzt können wir doch noch bis zum letzten Tag darauf Tatort schauen. Und es wird einen wunderbaren Platz erhalten.

15 Mrz 2017

Auch nach einiger Zeit hier, lerne ich immer wieder Neues. Wenn ein Paket mit DPD oder einem anderen privaten Paketlieferdienst geliefert wird, man aber nicht zuhause ist, wird das Paket in einem Geschäft in der Stadt abgegeben. Hier in Golden macht das das Kleidergeschäft Off the Wall und hat damit alle Hände voll zu tun. Muss man auch zuerst wissen, sonst wartet man eine kleine Ewigkeit auf sein Paket.

14 Mrz 2017

Nichts ahnend war ich am Arbeiten als es plötzlich klopfte. Als ich die Tür öffnete, streckte mir jemand eine Packung Cupcakes ins Gesicht. Dahinter stand Miguela. Michi hat ihr von meinem Knie erzählt und sie wollte mir gute Bessergung wünschen. Was für eine tolle Überraschung! Gemeinsam genossen wir dann auch gleich einen Red Velvet, wie diese Sorte heisst. Kaum zu glauben, aber die leckere Cremecheese oben drauf, war auch im Innern. Einfach fantastisch. Mein Knie muss also morgen wieder fit sein, geht gar nicht anders bei so viel ausgeschütteten Glückshormonen.

Cupcake

13 Mrz 2017

Irgendwie war heute alles komisch. Ich hatte immer das Gefühl, es sei noch nicht so spät, als es dann jeweils war. Es brauchte den ganzen Tag, bis ich merkte, dass wir letzte Nacht die Zeit umgestellt hatten. Die heutige Technologie sagt einem das gar nicht mehr, es ist einfach angepasst. Nur meine innere Uhr wird nicht angepasst und ist dann immer durcheinander. Eigenartig. Zur Zeit haben wir also nur 7 Stunden Zeitdifferenz.

12 Mrz 2017

Michi hatte die Chance mit North in die Wheeler Hut zu gehen. Der Glückliche! Freute mich sehr für ihn. So ging er am Morgen los und ich war dann alleine mit meinem Computer und der Arbeit. Als ich es dann irgendwann nicht mehr sah, brauchte ich Sushi. So humpelte ich zur Tankstelle, wo der leckere Sushiplatz ist. Ich genoss es, kein Zeitlimit zu haben und einfach vor mich herwirken zu können.

11 Mrz 2017

Manchmal hat es auch etwas Gutes, dass ich einen Bürojob habe. Mit diesem Knie gab es nichts anderes zu tun, als zu arbeiten. Meinen Kühlbeutel füllte ich zwar immer nur schweren Herzens mit dem frisch fallenden Schnee. Doch es gab nichts anderes jetzt. Trotz keiner körperlichen Anstrengung kam dann mal der Hunger vorbei. Meine neueste Entdeckung probierte ich dann gleich aus. Hier gibt es Tomaten-Wraps. Also die Trotilla oder eben Wraps sind ganz rot und schmecken richtig nach Tomaten. Gefüllt mit Käse und richtigen Tomaten war das dann meine Ablenkung heute. Und schmeckte richtig gut.

Tomaten Wrap

10 Mrz 2017

Einfach nicht nach draussen schauen. Meine Devise, seit ich gestern zurück in die Hütte kam. Heute Morgen war stahlblauer Himmel und frischer Schnee vor der Tür. Das waren grössere Qualen als im Knie. Ich kann laufen, also nicht ganz so schlimm. Aber es reicht nicht zum Skitouren. So packten wir unsere Sachen und Michi brachte das Material ins Auto, während dem ich die Hütte putzte.
Die letzte Nacht war richtig kalt und Broccoli fand das nicht so toll. Er brauchte seine Zeit, bis er anspringen wollte. Währenddessen versuchten wir, die Radkästen vom Eis zu befreien. Als es dann klappte sah ich den Icefield Parkway noch einmal mit richtig viel Schnee und blauem Himmel. Wunderschön! Und so viel Schnee wäre hier zu geniessen gewesen…
Zurück in Golden schaute ich bei der Klinik vorbei. Ich wollte einfach sicher gehen, dass nichts gerissen ist. Ich erhielt einen Termin zwei Stunden später. Der Arzt war super und meinte nur. Naja, gut kühlen und schonen, dann sollte es wieder werden. Sobald ich voll belasten kann, soll ichs auf einer einfachen Piste probieren. Was für tolle News!

bluebird day

09 Mrz 2017

Jeden Tag sind wir mindestens einmal hoch gelaufen. Michi hat mit mir jeden Tag etwas trainiert. Gestern haben wir die Schneedecke untersucht und verschiedene Tests vorgenommen um die Lawinensituation einschätzen zu können. Ohne Internet gibt es auch keine Informationen, die muss man sich selber beschaffen. Der Schnee ist so vielseitig und so delikat, hoch interessant.
Heute Stand die Gletscherspaltenrettung an. Wir haben das einmal zu Hause geübt. All die Knoten und die Abläufe sind super spannend. Es macht riesig Spass! Zuerst nahmen wir uns aber einen Gipfel vor, denn die letzten Tage war es am Morgen immer schön und am Nachmittag zog das Wetter herein. Übernacht hatten wir immer etwas Neuschnee. So liefen wir hinauf bis zum Vorgupf. Weiter waren die Bedigungen zu unsicher. Es war bereits wolkenverhangen. Aber eine herrliche Pulverabfahrt lag vor uns. Michi voraus, ich hinterher.
TSSSSSSCH und da wars passiert. Mein rechtes Bein vereiste bergaufwärts, Knie überdreht. Das war schmerzhaft. Doch noch schmerzhafter war mein erster Gedanke: Nie mehr Schnee! Beim ersten Baum wartet Michi. Der Rest der Abfahrt war nicht mehr ganz so ein Genuss. Etwas unelegant kurfte ich auf einem Bein hinunter.
Leider gab es die Gletscherrettung wieder nicht im Schnee, sondern zurück in der Hütte mit Schneebeutel auf dem Knie.

snowpack

matterhorn ca

08 Mrz 2017

Als erstes hiess es heute: Schnee holen, Schnee kochen, Kaffee/Tee machen. Ich mag das langsame Hüttenleben. Es reduziert auf das notwendigste und bringt viel Ruhe.
Die Hilda Hut hat drei Hütten, eine Küche, die andere zum Schlafen und die dritte fürs wichtige Geschäft. Vom Parkplatz dahin waren es nur 200 Meter direkt in den Wald und so konnten wir den vollen Luxus mitnehmen, wir liefen zwei mal.
Das Licht funktioniert über Solar, aber die Heizung ist immer noch Gas. Nachdem wir die Anleitung sorgfältig durchgingen, wurde es in der Küche dann auch warm, aber im Schlafgemacht hat das nicht funktioniert. Und als am späteren Abend niemand mehr erschienen war, holten wir uns eine Matratze und machten es uns auf dem Tisch gemütlich. Die Tür hatte rundherum einen ziemlichen Spalt und bei einem Fenster fehlte eine Ecke im Fensterrahmen, daher war es auf dem Boden ziemlich kalt. Aber auf dem Tisch war es herrlich und wir hatten eine wunderbare Nacht. So gingen wir gestärkt auf die gleiche Tour wie gestern Nachmittag.

hilda hut

schlafen

küche

schnee kochen

07 Mrz 2017

Meine Abwesenheitsnotiz funktioniert, Broccoli ist voll gepackt, über Nacht gabs frischen Schnee. Es kann los gehen. Drei Stunden dauert die Fahrt bis zur Hilda Hut. Da mussten wir in Lake Louise einen Stop einlegen – Michis Kaffee ging beim Packen vergssen, das geht gar nicht. Zudem musste er noch ein Teilchen an seinem Skischuh im Sportgeschäft ersetzen lassen. Und da fand ich ihnen, meinen Trucker Hat. Eigentlich sollte ich bis zum Geburtstag warten, aber das kann ich dann doch nicht. Also hat Michi frühzeitig beschenkt.

Die Strassen waren nicht ganz einfach mit dem frischen Schnee, aber es war wunderschön die verschneiten Bäume zu betrachten. Es gibt nichts schöneres.

icefield parkway

trucker hat

06 Mrz 2017

Vier Tage in einer Hütte ohne Strom und Wasser soll vorbereitet sein. Morgen gehts bereits los. So stand Einkaufen, Waschen und Packen auf dem Programm heute. Wir fahren morgen zur Hilda Hut, eine Hütte im Yoho Park, nördlich von Lake Louise. Die Hütte ist nur 300 Meter vom Parkplatz entfernt, daher kann ich eigentlich mitnehmen, was ich will. Da kann ich auch zwei Mal laufen.
Wir sind also nicht erreichbar bis Donnerstag abend. Danach gibts aber Bericht von viel Schnee und der Abgeschiedenheit. Freu mich riesig, auf nichts anderes als Schnee.

05 Mrz 2017

Endlich! Der Schneesturm ist bei uns angetroffen. Und wir brauchen keine Kommas mehr, um die Schneehöhe anzuzeigen, es gab 35 cm über Nacht! Das hat natürlich viele angelockt, gerade auch, weil Samstag war. Wir waren um 8.45 bei der Gondel und mussten bereits beim Restaurant hinten anstehen. So weit standen wir noch nie an. Wäre doch nur der Highway geschlossen worden… Da oben dann auch noch der Wind stark bliess, die Patrouilleure daher nicht transportiert werden und so auch nicht sprengen konnten, dauerte es 2 Stunden, bis wir in der Gondel sassen. Aber es hat sich gelohnt. Es war einfach nur himmlisch!

04 Mrz 2017

Plötzlich kein Kühlschrank-Surren und kein Lüftungs-Rauschen mehr. Die Ruhe war richtig eigenartig. Und dann war auch das Internet weg. Das war gar nicht lustig. Ich war gerade in einer Telefonbesprechung. In unserem Stromkasten (aus Holz…), war alles in Ordnung. Zum Glück war mein Laptop-Akku noch geladen, also konnte ich gut noch etwas arbeiten, aber ohne Internet ist das etwas handycapiertes Arbeiten. Ich gab dem Strom eine Stunde Zeit, um zurück zu kommen. Sonst wäre ich ins Kaffee gegangen. In der Hoffnung, dass der Stromausfall nur unser Quartiert betraf. Und er kam kurz bevor ich zusammenpacken wollte zurück. Erinnerte mich irgendwie an die Zeit auf der Alp.

02 Mrz 2017

Der angekündigte Schneesturm will einfach nicht kommen. Jeden Morgen ist mein erster Griff zum iPhone, um zu checken wie viel Schnee es gegeben hat. Bis jetzt stand immer 0 cm. Und heute Morgen waren sie im Skigebiet wohl so verzweifelt, dass sie sogar 3.2 cm publizierten. 3 cm würde ja nach viel weniger klingen… Mein Büro freute sich, so vertiefte ich mich in die Arbeit und warte einmal ab, was das Wochenende bringen mag.

01 Mrz 2017

Was für ein wunderbares Wesen! Michi musste ein Ersatzteil für seine Skischuhe einkaufen gehen. Und ich war gestern mit seiner Debit-Karte beim Food-Shopping. Dass die Karte immer noch in meiner Tasche war, hab ich einfach vergessen. Anstatt mies gelaunt nach Hause zu kommen, hat er mit seinem Kleingeld in der Bäckerei Kuchen geholt und mich damit überrascht. Was für eine fantastische Tat!

28 Feb 2017

Er ist zu besuch in Kicking Horse, Eddie the Eagle. Letztes Jahr gab es von ihm einen Kinofilm und er vermarktet sich richtig gut. Er startet als erste Skispringer der Briten und war der Noname an den Olympischen Spielen in Calgary 1988. Kicking Horse hat ihn für zwei Wochen gebucht und macht viele Aktivitäten mit ihm. Man kann beispielsweise mit ihm Skifahren. Oder ihm einfach im Dorf über den Weg laufen, wenn er zur Bank geht, so wie ich. Sieht sehr sympathisch aus. Aber gesprochen habe ich ihn nicht, obwoh ich gerne etwas British English gehört hätte.

27 Feb 2017

Fertig ist der Frühlingseinbruch. Heute war es wieder richtig kalt. So wirklich richtig kalt. Meine Nase wurde wieder weiss und der Lift-Boy machte mich mit einem sehr bekümmerten Gesichtsausdruck darauf aufmerksam. Als ich die Nase mit meinen Fingern aufgewärmt hatte, fühlte ich meine Ohren nicht mehr. Trotz Helm. Hab mich wohl bereits an die Wärme gewöhnt.
In der unteren Hälfte des Bergs war es deutlich milder. So machte ich noch ein paar Telemark-Runden da, bevor ich mich zuhause wieder auftaute.

26 Feb 2017

Das schönste am Leben in den Bergen ist der Sonnenauf- bzw. untergang. Wenn sich die Farben auf den beschneiten Bergen abzeichnet, ein wunderbares Spekatkel. Und jetzt wo die Tage deutlich länger sind, bestaune ich den Sonnenaufgang während der Teezubereitung. Davor war ich meistens schon mitten in der Arbeit. Das iPhone kann die Schönheit vom heutigen Sonneaufgang kaum festhalten. Aber ein kleiner Eindruck gibt es trotzdem.

25 Feb 2017

Sam lud wieder einmal zum Potluck und Spieleabend ein. Er wollte uns Cards against Humanity zeigen. Aber erst gab es Pizza. Jeder brachte etwas mit. Die Tomatensauce ging jedoch vergessen. So gab es eine wunderbar neue Kreation: Pizzateig mit Knoblauch-Butter anstelle von Tomatensauce, Kartoffelwürfelchen, gebratene Zwiebeln, Gemüse-Curry und die hälfte mit Speck belegt. Zu oberst Käse. Das hat besser geschmeckt, als es jetzt hier klingt.
Dann kam das Spiel. Es ist ein Kartenspiel bei dem es daraum geht, den vorgelesenen Satz, auf eine möglichst lustige Art zu vollenden. Ein Spieler liest eine Frage vor, alle anderen Antworten mit einer der sieben Antwortkarten in seiner Hand. Das Ganze war nicht einfach. Das verwendete Englisch bestand aus sehr viel Slang und kanadischen Finessen. Es war aber sehr interessant. Das Spiel zeigte die Facetten der kanadischen Kultur auf eine ganz andere Art. Es wird aber Catan nie übertreffen.

24 Feb 2017

Michi und ich feierten den heutigen Tag. Einfach weil heute heute war. Im Turning Point haben wir uns zum Abendessen verwöhnen lassen. Auf der Karte stand unter anderem Donair. Damit meinen die Kanadier einen Döner. Liest sich einfach wunderbar.
Der Kellner war sehr amüsant. Er hat die Dessert-Karte so blumig erzählt, dass ich einfach einen Cheese Cake kosten musste. Und er hat mir dann eine zweite Gabel gebracht, für mich, falls ich Michi dann kosten lassen möchte. Auf jedenfall möchte er mir die Gabel geben, dass ich Herr über der Gabel bin. Sehr zuvorkommend. Der Cheese Cake war so himmlisch, dass ich Michi bereits nach dem ersten Bissen die Gabel überreichte. Und er war dann auch so schnell weg, dass es nicht für ein Foto reichte.

23 Feb 2017

Nach dem Wald-Duft kommt jetzt auch noch Vogel-Besuch. Ist schon eine Weile her, seit ich einen Vogel vor dem Fenster beobachten konnte. Und heute hab ich sogar ein Schnappschuss machen können.

22 Feb 2017

Zur Zeit liegt ganz schön was auf meinem Tisch. Die Projekte machen Spass und fordern meine Kreativität neu heraus. Und dann raucht es zwischen durch so hinterm Computer hervor. Zeit für eine Pause. Heute musste ich mal raus. So packte ich meine Langlaufskis in Broccoli und ging eine Runde auf die Loipe. Als ich da so vor mich her skatete bemerkte ich plötzlich den Duft der Bäume. Bis anhin war es kalt genug, dass sich die Bäume zurück hielten. Doch der Wärmeeinbruch der letzten Tage liess alles erwachen. Die Eichhörnchen pfiffen vor sich hin und die Bäume dufteten wie wild um sich. Normalerweise freu ich mich über den Duft, aber doch nicht schon im Februar.

21 Feb 2017

Wurst ist nicht gleich Wurst, und das sagt ein Vegetarier! Michi hatte Lust auf Hot Dog und so gabs für mich eine Vegi-Wurst. In der Schweiz sind die gar nicht einmal so schlecht. Auf jedenfall so gut, dass ein Vegi sich wieder auf ein Lagerfeuer freut.
Nun lag da die Wurst im Teller. Mit riesigem Hunger und unendlicher Vorfreude aufs Essen biss ich in die Wurst. Erschrocken sah ich Michi an. «Hast Du mir die flasche Wurst gegeben?!». Nee, er hat sie seperat gebraten. Das, was sich in meinem Mund befand, war schrecklich gruuuuusig. Hab den Bissen dann doch heruntergewürgt. Aber ich hab keinen weiteren mehr geschafft. Und ich bin eigentlich strickt gegen Essen wegwerfen. Doch das, was da im Teller lag, hätte wohl auch eine Sau verschmäht.

20 Feb 2017

Ich versuche sehr, aus meinem Hirn ausschliesslich positive Gedanken fliessen zu lassen. Aber heute war das wirklich schwer. Wie soll man das bei diesen Gegebenheiten auch bewerkstelligen?
Es tropft vom Dach. Ernsthaft. Wer hätte gedacht, dass in Kanada der Frühling bereits im Februar anfängt?
Die Bakterien fühlen sich rund um wohl und empfinden meine Früchte-Armee wohl eher als Vitamin-Cocktail für sich selber.
Der neue Computer macht noch gar nicht das, was er soll.
Und meine Haare sind kurz. Zu kurz vielleicht. Sie sind überall, nur nicht da, wo sie seien sollten. Vor allem nicht beim Zähneputzen. Dami.

19 Feb 2017

Geduld ist nicht meine Stärke und bei Sachen Computer schon gar nicht. Mein Alter macht es leider nicht mehr wirklich. Da ist einfach zu viel drauf. Kein Wunder bei einem Daten-Messie wie mir. Von einem noch laufenden Comupter auf einen Neuen zu wechseln ist immer noch angenehmer, als dann Daten aufzubereiten. So entschied ich mich nach langem Hin und Her – mein Bruder kann ein Lied davon singen, ich brauchte ihn immer wieder für seine Meinung – bestellte ich den neuen Mac. Nach Problemen wegen einer Deutschen-Tastatur, dem Versand und dem Handling liegt er nun vor mir. Und es wird ganz sicher weiterhin den Blog geben.

3 Apple Generationen
Drei Apple Generationen.

Drei Apple Generationen

18 Feb 2017

Natürlich kam es nicht anders. Nach dem ich mich die ganze Woche zusammengerissen habe, rollte jetzt die Grippe über mich hinweg. Die Enttäuschung wegen dem Ausflug war gross… Aus Trotz schaute ich heute auch gleich meine letzte Castle Folge. Ja, ich bin ein Krimi-Narr. Ein Virus, den ich von meiner Mama habe. Im Sommer habe ich mit Sergio einige Castle geschaut. Zum Abschied hat er mir dann seine 7 Staffeln der Castle Serie mitgegeben. Seit ich in Kanada bin, hab ich mir immer mal wieder eine gegönnt. Nun war es die letzte Folge. War eine spannende Erfahrung, einmal eine ganze Serie zu sehen. Und obwohl ich mich wirklich gerne berieseln lasse, finde ich es auf der andern Seite eine schrecklich (schöne) Zeitverschwendung.

17 Feb 2017

Vor einem Jahr buchten Elora und ich die Asulkan Hut. Das ist eine Hütte im Glacier National Park, nahe beim Rogers Pass. Man braucht ca. 3 bis 4 Stunden zu Fuss dahin. Sobald die kommende Saison eröffnet wird, ist die Hütte gleich ausgebucht, sie hat auch nur 12 Plätze. Sie ist weit genug weg, dass keine Tages-Türeler in diesem Gebiet touren, grosser Vorteil für Powder-Abfahretn. Am Montag sassen wir das erste Mal zusammen. Wir hatten einen Wärmeeinbruch und doch Niederschlag. Machte die Schneedecke unstabil und somit stieg das Lawinenrisiko. Die Wetterprognosen waren sehr wechselhaft. Daher warteten wir bis heute, ob es sich stabilisiert. Leider nein. Es war eine 50/50 Entscheidung. Das Wetter und das Lawinen-Bulltin waren sprachen eher dagegen. Das Problem war The Mousetrap. Das ist ein Abschnitt auf dem Weg zur Hütte. Eigentlich läuft man im Tal entlang bis zum Anstieg zur Hütte. Vor dem Anstieg befindet man sich ca. eine Stunde im Mousetrap, hier treffen drei Lawinenhänge aufeinander. Und keiner hat sich bis jetzt entleert. Wir entschieden uns gegen den Trip. Unendlich enttäuscht lagen Michi und ich am Abend auf dem Sofa. Ich hatte mich ein Jahr lang darauf gefreut. Es wäre mein grosses Wochenende hier in Kanada gewesen. Weg von allem, nur mit Schnee um mich herum. Vielleicht hab ich irgendwann noch einmal eine Chance für ein solches Abenteuer…

16 Feb 2017

Meine Haare haben wider die selbe Länge, welche ich am ersten Schultag zur Sek-Zeit hatte. Da zwischen war einiges auf meinem Kopf passiert. Von blond schulterlang gings bis super kurz und knall rot nun wieder zurück zum Anfang.
Hier in Kanada kann man seine Haare spenden und sie werden dann zu Perrücken für krebskranke Kinder verarbeitet. Als ich letzten Winter davon gehört hatte, hatte ich es mir zum Ziel gesetzt, meine Haare den Sommer über noch wachsen zu lassen und sie dann zu spenden. Und heute war der Tag der krebskranken Kinder und ich lief gerade an einem Coiffeure vorbei, als ich mich daran erinnerte. Spontan fragte ich nach einem Termin und weil es so sein musste, hatte sie gleich Zeit. So war ich selber etwas überrumpelt, aber sass nun da und musste all die Fragen beantworten von wegen wie lang und so. Auch wenn ich mit ganz kurzen Haaren geliebäugelt hatte, einfach um mehr spenden zu können, war meine Antwort dann doch: «So, dass ich sie noch zusammen nehmen kann.» Und eine Stunde später – mit ganz viel Geplapper dazwischen, ihr Grossvater war Schweizer, Feuz, der nach Golden kam und sie liebt Lugano über alles – waren sie dann weg. Mein Kopf fühlt sich richtig leicht an, ein eigenartiges Gefühl. Aber sie wachsen ja wieder.

haare ab

gespendet

15 Feb 2017

Kanada mag den Valentinstag. Es gibt überall spezielle Angebote und alles ist mit Herzen und in rot dekoriert. Geht man in einen Laden, wird man nicht einfach mit einem Hallo begrüsst. Dann heisst es: «Happy Valentins Day!» Auch gut.
Michi mag den Tag nicht. Trotzdem hab ich seinen Teller am Mittag mit Tomaten-Herzen dekoriert. Leider waren sie gegessen, bevor ich ein Foto machen konnte. Wenn man Cherry-Tomaten schräg halbiert und dann verkehrt herum zusammensetzt, ergeben sie ein Herz. Und wenn man das dann noch mit einem Zahnstocher zusammenhält, sieht es aus, wie ein Herz, das von Amors Pfeil durchstochen wurde. Ich mochte das Detail. Michi war einfach nur hungrig.

14 Feb 2017

Natur’s Gate hat tolle Produkte und als ich jetzt ein neues Duschmittel brauchte, hab ich mich für das mit Aloe Vera entschieden. Hat ja viele tolle Eigenschaftet, dieses Aloe Vera Pflanze, sagt man. Und die Flasche hat einen Spender, also wird sie mir nicht dauernd aus den Fingern flutschen. All diese Gedanken während dem Michi mit seiner Shopping-Laune neben mir stand. Dabei habe ich vergessen, daran zu riechen. Fataler Fehler. Nun habe ich das Ding das erste Mal verwendet. Und nach was riech ich jetzt? Nach Kaugummi! So unendlich süss wie die Bazzoka früher geschmeckt haben. Oh, mich hat es fast umgehauen in der Dusche. Wer hätte gedacht, dass Aloe Vera nach Bazzoka riecht… Und dann ist diese Flasche auch noch so gross…

13 Feb 2017

Elora feierte heute ihren Geburtstag. Ihr Wunsch war es eigentlich, eine grosse Skitour zu machen. Die Bedingungen liessen es leider nicht zu. Und so machten wir ein Credit Run into Canyon Creek. Als wir uns bereit machten für den Aufstieg, überraschte ich sie mit einer Box gefüllt mit frischer Fudge. Das ist weiche Schokolade, ca. 5x5x3 cm, in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Für Elora entschied ich mich für Crème Brûllé und Schokolade mit Toffee, meinem Favorit.
Eigentlich wollte ich eine kleine Kerze anzünden und die Box so überreichen. Aber der Schnee hat mir ein Strich durch die Rechnung gemacht. Tollpatischig wie ich bin, hab ich das Feuerzeug fallen lassen und der Schnee ist in jedes Loch gekrochen. Also kein Kerzchen. Aber das hat ihre Freude nicht geschmälert.

12 Feb 2017

Nach dem wir zwei Tage frischen Schnee erhielten, es jetzt wärmer wurde und es auch noch windete, stieg die Lawinengefahr. Dieses Wochenende war nichts grosses zu machen, obwohl der Schnee sehr verlockend war. Wir entschieden uns für Rudis Ridge. Georgia, eine Schulkollegin von Michi, kam mit und wir hatten eine super tolle Powder-Abfahrt.
Lawinenabgänge waren zu sehen, sogar auf der Nordflanke von Rudis. Wir blieben in den Bäumen und genossen es einfach so. Wir sahen aber tatsächlich eine Gruppe auf der anderen Seite in einem Steilhang aufsteigen. Mutig, mutig. Und dann, als wir fast schon zurück im Skigebiet waren, hörten wir auch noch eine Lawine. Es war die richtige Entscheidung gewesen.

11 Feb 2017

Ach, diese Woche hatte es in sich. Erst ging Michi das Glas seiner «Kaffee-Maschine» kaputt. Und das auf nüchternen Magen. Zweitens ist meine Brille gebrochen. Es war ein Unfall bzw. eine unerwartete Bewegung von Michis Kopf in meine Richtung. Michis Kopf ist definitiv härter. Die Fassung hat einen Riss neben dem Glas. Mal schauen, ob der Optiker hier das reparieren kann. Drittens hat es meinen Frosch getroffen. Er wird es definitiv nicht zurück in die Schweiz machen. Irgendwie hat sich die Skischuhschnalle im Stoff verhädert und hat unten am Bein einen Schranz rein gerissen. Mein Frosch ist jetzt richtig kanadisch, mit Klebeband geklebt. So werden hier Kleidungstück oder was auch immer geflickt: Duck Tape machts.

10 Feb 2017

Heute Morgen war es wirklich so, es hat 12cm Schnee gegeben. Wohooow! Die erste Gondel schafften wir nicht, aber die zweite und noch so manche den ganzen Tag lang. Es war unglaublich genial! Im flockigsten Powder Kurven zu ziehen, der Wahnisnn!
Und es hat weitergeschneit, den ganzen Tag lang. Meiner Ansicht nach das schönste Wetter: Wenn es schneit.
Mit total erschöpften Beinen genossen wir den Abend, Ellie und Sam blieben spontan eine weitere Nacht.

09 Feb 2017

Gäste waren auf dem Weg zu uns. Ellie und Sam sind Arbeitskolleginnen von Michi vom Sommer-Job. Ellie kannte ich bereits von der Catan-Nacht und Sams Bekanntschaft machte ich, als ich vom Yoga kam. Noch etwas verschlafen von der Meditation am Ende der Stunde, versuchte ich dem Gespräch zu folgen. Sam plaudert super schnell. Sam arbeitet in Lake Louise und Ellie kam von Revelstoke, mit etwas Verspätung, da die Zeitverschiebung nicht eingeplant war. Aber der Abend wurde sehr lustig, mit all den Geschichten vom Sommer. Und während dem wir am Quatschen waren, schneite es ununterbrochen. Poweder Day tomorrow!

08 Feb 2017

Unser Kühlschrank gab schon ein Echo von sich. So hiess es Michis Horror-Tag: Shopping. Nachdem der Wagen überhäuft und Michis Laune am Boden war, gings zur Kasse. Die Kassen-Lady und Michi hatten sofort den Draht zueinenader und plauderten so vor sich her. Das Scannen geht hier eher gemütlich, auch mit einer Schlange. Im Aldi wären die Kanadier völlig überfordert.
Auf dem Band lag unteranderem ein Säckchen Goji-Beeren. Sie: «Magst Du die echt? Die schmecken doch wie Hunde-Kake.» Also ich hab ja noch nie Hunde-Kake probiert, aber die Beeren im Porridge schmecken ziemlich gut und sollen die Blutzirkulation unterstützen – ich hoffe immer noch auf wärmere Finger. Michi lachte nur und sie verbündeten sich. Dann gings um die Punkte-Karte. Michi hielt die schon die ganze Zeit in der Hand, aber wollte den richtigen Moment abwarten. Sie fragte immer wieder: «Jetzt?» Nein, Michi wartete bis zum Ende und zückte sie theatralisch. Die beiden kriegten sich kaum mehr ein. So war Michis Laune bis zur Tür wieder hergestellt und mein Abend gerettet. Vielen Dank, liebe Frau Kassiererin.

07 Feb 2017

Das Skigebiet von Kicking Horse befindet sich auf einer Talseite. Auf der anderen Seite des Berges liegt das Tal Canyon Creek. Der Lift bringt einem auf den Grat und man hat eine wunderbare Aussicht auf Canyon Creek und die unberührten Täler danach. Von hier aus gibt es die Credit Runs, die in dieses unerschlossene Tal führen. Man fährt erst runter und muss dann aber mit den Fellen wieder hochlaufen. Das befindet sich ausserhalb des Skigebiets, aber man sieht die Spuren bereits von der Piste. Im Januar sind drei Menschen einfach da runter gefahren, ohne irgendwelche Ausrüstung mitdabei zu haben. Den dritten Mann haben sie an diesem Wochenende gefunden, nach 6 Nächten, bei -20° und kälter. Er hat wie durch ein Wunder überlebt. Er war alleine unterwegs und hat niemandem bescheid gegeben, wo er Skifahren wird. Als er unten im Tal ankam, begann er, dem Fluss nach abwärts zu laufen. In der Hoffnung, auf ein Dorf zu stossen. Der Schnee ist hier so tief, dass ein hochlaufen unmöglich ist. Es gibt keinen Empfang, keiner kan einem hören. Er war auf sich selber gestellt. Mich hat die Geschichte beschäftigt, weil die Credit Runs eine meiner Lieblingsrouten ist. Ich frage mich, wie er es geschafft, zu überleben. Immer wenn ich oben losfahre, vergewissere ich mich erneut, dass ich die Felle dabei habe. Und dann geht es los und es ist einfach wunderschön!

06 Feb 2017

Über Nacht gab es weitere 10 cm Schnee (und es schneit noch weiter). Es hiess wieder: erste Gondel! Es war nicht mehr ganz so kalt wie gestern, aber nach knapp drei Stunden war ich durchfroren und wir gönnten uns ein Mittagessen in der Beiz. Und zum ersten Mal sah ich eine Veggie Putin auf der Menü-Karte. Das ist das kanadische Nationalgericht: Pommes Frites mit Bratensauce und zerstückeltem Schweinefleisch. Vegi-Variante: Pommes Frites mit Bohnen, Sellerie, Karotten und viel Käse an einer Vegi-Bratensauce. Fazit: Geschmacklich gut, aber die Pommes Frites sind einfach schwablig mit all der Sauce.

Veggie-Putin

05 Feb 2017

Mein Ziel ist immer die erste Gondel, um dem richtig grossen Anstehen entgehen zu können und den tollen Schnee zu geniessen. Doch heute Nacht gabs 10 cm Schnee und das kombiniert mit einem Samstag ist gar nicht lustig. Da kommen alle aus Calgary und wollen auch etwas von dem Schnee. Und als wir um 9 Uhr die Schlange sahen, dachte ich schon, mich trifft der Schlag. (Ja, ich bin verwöhnt.)
Eigentlich ist das Anstehen hier gar nicht so schlimm. Sie drängeln nicht und stehen einem nicht auf die Skis. Hier hält man hinter den Skis vom letzten, und fährt nicht dazwischen. Beim Anstehen bei der Gondel hat man um sich herum Platz zum Versauen. Die Stimmung ist total relaxed und jeder freut sich für den anderen, dass er die Möglichkeit hat, heute zu Skifahren. Die Single-Line ist dennoch gold wert. Wir waren nach einer Viertelstunde bereits in einer Gondel.
Aber es war heute -27° Grad, da machten wir nur ein paar Abfahrten, bevor wir wieder nach Hause gingen und ein aufwärmendes Mittagsschläfchen hielten.

Anstehen

04 Feb 2017

Endlich haben wir es wieder einmal geschafft, mit allen ein Bier trinken zu gehen. Julie, Evan, Elora , Shawn und wir zwei zogen um die Häuser. Es war noch gar nicht wirklich ein Bier-Gespräch, sagte Shawn: You can bring him the schmus. Ich war da und fragte mich, ob ich das jetzt gerade wirklich richtig gehört habe. Und es ist so. Die Kanadier brauchen das Wort «Schmus» gleich wie wir in Deutsch. Es tönt einfach so lustig. Ich wünschte, ich könnte dieses Wort öfters einsetzen. Die Nacht wurde auf jedenfall noch richtig lustig.

03 Feb 2017

Fast wie in Iatlien. Fast hausgemacht. Bei IGA machen sie frische Pizzen direkt im Laden. Und die schmecken richtig gut. Der Boden ist halb so dick wie der dünne bei Red Tomatos Pizza, was schon fast Iatlien ist. Da wir und heute ien paar (Telemark-) Fahrten gönnten, holten wir auf dem Weg nach Hause eine solche Pizza. Genau die richtige Stärkung, bevors an die Arbeit geht. Aber ich war sooo hungrig, dass mir das mit dem Foto erst in den Sinn kam, als der Teller schon leer war. Ein Grund, sie wieder einmal zu kaufen.

02 Feb 2017

Die letzten Tage hatten wir einen blauen Himmel am anderen, aber die Temperaturen wurden wieder richtig kalt. Wie jeden Mittwoch ging Michi am Abend ins Badmington und kam bis anhin um 21 Uhr wieder zurück. Als er um 23 Uhr noch nicht da war, machte ich mir Sorgen. Einfach nur, weil es so super kalt draussen war. Bepackt mit Stirnlampe und Telefon, fuhr ich mit Broccoli alle möglichen Wege von uns zur Sporthalle ab, nur um zu sehen, ob da auch wirklich keiner liegt. Und als das nicht der Fall war, war ich überzeugt, dass er auf ein Bier ging. So war es dann auch, als er kurz vor Mitternacht zur Tür herein kam, war dieser Fakt schnell klar. Er musste seinen Gewinn feiern. Das freute mich wirklich.

01 Feb 2017

Dem iPhone zu liebe, steck ich es zum Skifahren in einen Zipper-Palstikbeutel. Trotz den Temperaturen gibt es da Feuchtigkeit, die nichts im iPhone-Innern zu suchen hat. Als ich mein iPhone einmal in der Gondel auspackte, sagte ein Mitfahrer: «Oh, an iBag, what a brilliant idea!» Naja, ob das brilliant ist, will ich hier jetzt nicht gerade bejahen. Ist wohl eher eine offensichtliche (kam während dem Sandwich packen) und kostengünstige Lösung. Das wirklich tolle daran ist, dass der Touch Screen durch den Plastik hindruch funktioniert und man so nicht die Innenhandschuhe ausziehen muss.

31 Jan 2017

Das historische Haus gegenüber hat eine Schneedecke auf dem Vordach. Wenn ich in meinem Büro bin, seh ich diese gleich am Schneehaufen vorbi. Und täglich bin ich erstaunt, dass die Dachlawine noch da ist. Sie wächst so vor sich her und keiner stört sich daran. Mal abwarten, wie lange sie sich da noch halten kann.

Dachlawine

30 Jan 2017

Die heutige Tour am Icefield Parkway zum Mount Helen ist sowas von nicht erwähnenswert, dass ich lieber etwas zum Weg dahin festhalte. Ausserhalb von Golden führt die Strasse einmal einfach durch den Berg. Jedesmal wenn wir hier vorbei fahren, und ich noch wach bin, bin ich beeindruckt, wie das hier einfach weggesprengt wurde.

Sprenung

Was aber auch amüsant ist, sind die «Runaway Lanes» für die Trucks. Auf den Strassen hier sieht man die klassischen amerikanischen Trucks, so wie man sie aus den Filmen kennt, mit diesen langen Kühlerhauben. Nur steckt unter diesen Hauben nicht so viel Stärke, wie es den Anschein hat. Auf jedenfall blinken die Trucks, sobald die Strasse etwas ansteigt oder gefälle hat. Und dann gibt es die Plätze, wo sie ihre Bremsen testen müssen. Sollte alles nicht mehr helfen, gibt es diese Runaway Lanes, so als Auslaufstrecke. Verkehrssicherheit, eben.

Runaway Lane

29 Jan 2017

Unser Ziel heute: Video Peak beim Rogers Pass. Elora und Shawn kamen mit uns, obwohl Shawn noch weniger der Frühaufsteher ist, als ich. Um 7.30 fuhren wir dann los (ausgemacht war eigentlich 7, aber die kanadische Verspätung ist am Morgen etwas grösser). Und dann liefen wir los. Der Video Peak ist ziemlich am ende vom Tal, also liefen wir mal eine Stunde in der Talsohle, aber dann gings nach oben. Und nach zwei Sandwichpausen buckelten wir die Skis für den letzten Teil. Schon standen wir auf dem Gipfel! Da herrschte ein übler Wind, so dass wir in windeseile alles umrüsteten und den ersten Hang genossen. Es war einfach nur herrlich! Und da sahen wir all die Leute nach uns den Berg hochlaufen. Da waren sicher noch 30 Personen unterwegs. Jetzt war auch Shawn froh, dass wir so früh los gingen und die ersten Spuren zogen. Einmal mehr, einfach nur herrlich! Und zur Belohnung gabs einen Burger im Wolf’s Den.

Video Peak

Video Peak mit Elora und Shawn

28 Jan 2017

Immer noch keine News von Broccoli, bzw. die Garage hat den falschen Alternator bestellt. Wir warten weiterhin. Und so ohne Broccoli werde ich noch zur Hausfrau… Es wäre ein toller Tag gewesen, um am Nachmittag eine kurze Tour zu machen. Aber ohne Auto ist man hier eben zu Hause oder beim Einkaufen mit dem Rucksack. Michi half mir, das ganze nach Hause zu tragen. Dann backte ich endlich wieder einmal. Und da ich Zeit hatte, gabs einen Weissmehl- und einen Vollkornmehl-Teig. Und so wurde der Zopf zweifarbig. Kleine Brötchen für Skitouren gabs auch noch. Neben bei kochte ich wieder einmal meinen Auberginen-Auflauf für morgen Abend nach der Skitour.
Morgen muss ich nach draussen, damit es hier wieder etwas spannender wird.

27 Jan 2017

North ist zurück aus Schweden! Toolie, seine Freundin und meine Catan-Partnerin letzten Winter, musste zurück nach Schweden und North begleitete sie. Aber jetzt fehlten ihm die Berge und so ist er zurück und gleich bei uns zum Abendessen. Mit zwei Grawler unterm Arm stand er mit seinem Freund Hayden vor der Tür. Was für ein Wiedersehen! Es war ein wunderbarer Abend, mit Michis super Spaghetti-Pumkin gefüllt mit Vegi-Gehaktem, leckerem Bier und tollen Gesprächen. North fand Europa spannend und so anders. Es war sehr interessant zu hören, wie er Schweden wahrgenommen hat. So stressig und eigenbrödlerisch. Ihm fehlte es, dass man nicht unangemeldet bei jemandem ein Bier trinken gehen kann. Oder dass es nicht so einfach ist, mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Es sind die ähnlichen Aspekte, die ich ebenfalls als sehr unterschiedlich empfinde.

26 Jan 2017

Sam hatte heute mitgleid mit Michi und fuhr in nach der Schule nach Hause. Und hier blieb er dann auch gleich für eine heisse Schokolade und eine Partie Cribbage. Michi hat wieder super knapp gewonnen… Als Sam ging dauerte es nicht lange und Miguela klopfte an der Tür. Wir hatten es richtig streng. Dieses Mal gab es Chai Tea und alles über Miguelas Taufe am Sonntag. Sie war bis zum Bauch im Wasser. Spannend, wie das bei Erwachsenen so gemacht wird.

25 Jan 2017

Uaaaaa! Broccoli musste abgeschleppt werden. Er hat Michi nicht mehr von der Arbeit nach Hause gebracht. Irgendwann mitten im Nachmittag stand Michi in der Tür, total abgekämpft. Der Abschleppdienst meinte nur: Alternator.
Aber jetzt von Anfang an. Bis zu diesem Zeitpunkt war mein Tag umwerfend! Ich stand super früh auf um zu arbeiten und um 9 holten mich Shawn und Elora ab und ich zeigte ihnen kurz den Credit Run. Einmal hinunter und wieder hinauf laufen; und ich stand um 12 in der Küche. Dachte, ich überrasche Michi mit einem Mittagessen. Eine halbe Stunde später waren die Pasta mit Spargel-Lauch-Gemüse auf dem Tisch. Und ich fing an zu warten. Und zu warten. Naja, nach 15 Minuten war mein Hunger stärker und es war richtig lecker!
Und als ich bereits wieder vertieft in der Arbeit war, stand da Michi. Ohne Broccoli. Aber immerhin zauberte mein Geköch ihm ein Lächeln aufs Gesicht.

24 Jan 2017

So lässt sich ein geglückter Start in die Woche feiern. Wieso nicht einmal am Montag auf ein Feierabendbier gehen? Elora und ich haben uns schon länger nicht mehr richtig gesehen und so trafen wir uns heute um 5 im Taps. Es war super gemütlich. Viel gequatscht, wie Frauen das eben so haben und dabei ein Bierchen getrunken, es war gerade Happy Hour und da gibts das Half-Pint für $2.50. Und wir haben noch etwas über die Arbeit gerdet. Also wars auch etwas Busniess und nicht nur Bier. Vielleicht ergibt sich ja etwas.

23 Jan 2017

Skitouren ist etwas wunderschönes. Nur bin ich immer noch nicht so der Ausdauersportler. Aber heute haben wir es gewagt und ich bin mit auf eine längere Tour. 1400 Höhenmeter lagen da vor mir. Und ich habs gemacht, in 4.5 Stunden. Für mich eine Meisterleistung.
Abgefahren um 7 Uhr, liefen wir um 9 Uhr vom Rogers Pass Center los und dann stand ich da auf Little Sifton. Also nach drei Pausen, 1000 Gedanken und auch ein mal ein Fluchen, weil mich die Motivation verliess. Aber dann sah ich den Gipfel und den Schnee und es ging weiter.
Auf dem Gipfel war der Wind so stark, dass ich auf meine Skistöcke gesessen bin, um die Felle abzuziehen. Gesehen haben wir nicht viel, aber es waren nur ein paar Schwünge bis wir unterhalb der Wolke zurück auf dem Grat waren. Hier machte ich mich dann auch richtig bereit für die Abfahrt. Vor mir lag fast unberührter Schnee. Auf der anderen Seite wäre der Gletscher gewesen, der lag in einer Wolke. So entschieden wir uns für den gleichen Weg zurück, wie wir hochgekommen sind. Und es war einfach nur grandios! Himmlisch! Unbeschreiblich schön! Die beste Tour ever!

Little Sifton (Film)

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Little Sifton

22 Jan 2017

Auf dem Nachhauseweg vom Skigebiet sahen wir die eine Schneise durch den Wald. Diese Schneise wurde für die Strommasten gemacht und die Strasse führt im zickzack unter diesem Strom nach unten. Von unten sahen wir die Schneise dann wieder. Von den super tollen Abfahrten von heute berauscht, kehrten wir kurzerhand um. Oben an der Schneise lud ich meine Skis aus, montierte Helm und Handschuhe wieder und bin dieser Schneise gefolgt. In der Hoffnung, hier noch mehr Powder zu finden. Leider nein. Es war eine super harte Kruste. Doch darunter wäre schönster Powder gewesen. Meine Skikünste haben ausgesehen, als wäre ich das erste Mal auf Skis gestanden. Aber lustig wars. Als ich unten wieder auf die Strasse kam, fuhr Michi vor und ich lud alles wieder ein.
Eine bessere Figur haben wir heute auf Rudis Ridge gemacht, im Bild leider fast nicht sichtbar, aber die schwarze Linie hilft, hoffentlich.

21 Jan 2017

Heute Abend haben wir Laetizia und Alex zum Abendessen eingeladen. Als ich die Tür öffnete, streckte sie mir frische Blumen entgegen. Ich war total überrascht. Frische Blumen habe ich hier noch nie wirklich wahrgenommen. Irgendwie eigenartig bei Schnee frische Blumen zu haben. Aber sie machen sich ganz gut auf unserem Küchentisch.
Laetizia hat letztes Jahr die Mütze und das Stirnband für uns gehäckelt. Ursprünglich aus der Westschweiz haben die beiden sich vor fünf Jahren hier in Kanada niedergelassen. Im Sommer hatten sie die Möglichkeit ein Haus zu kaufen und Michi half in den letzten Monaten immer mal wieder bei der Renovation.
Und jetzt sassen sie bei uns. Ihr Sohn Parker war auch dabei, aber mit seinem iPad nahm man ihn kaum war. Michi hat seine fantastischen Pizzokels gemacht und durfte das Rezept auch gleich weitergeben. Es war ein gemütlicher Abend und die Wörter, welche wir nicht auf Englisch wussten, klappten dann in Französisch.

20 Jan 2017

Es gab wieder frischen Schnee und trotz den Temperaturen, konnte ich nicht darauf verzichten. Michi musste eine Vertretung in der Arbeit machen, am Gorman Lake, das ist fast auf dem Weg zum Skigebiet. So ging ich mit ihm mit und wir hatten ein kanadisches Frühstück in seiner Hütte. Hier verkauft er Tickets an die Schneetöff-Fahrer. Unser Frühstück: Eiersandwich und ein Cinnamon Bun, das ist fast wie eine Nussschnecke bei uns, einfach ohne Nüsse und zwei Handflächen gross. Lecker! Gut gerüstet, erwischte ich dann die erste Gondel.

Frühstück

19 Jan 2017

Das darf wohl nicht wahr sein! Diese Woche hat er fast täglich Schnee angesagt und heute Morgen lag dann wirklich 15cm Neuschnee. Doch als ich aus der Tür trat, traf mich fast der Schlag. Es war warm! Letzte Woche noch -30° im Dorf, war es heute +3°! Ich konnte es kaum glauben. Als wir gestern nach dem Kino nach Hause gingen, hab ich mich noch so über das Knirschen unter den Füssen gefreut und heute liegt da einfach nur noch so eine Matsche. Oh man. Und das im Januar! Doch die Hoffnung stirbt zu letzt und ich ging Skifahren. Kris von oben nahm mich mit auf den Berg. Es war nicht schlecht, es hatte Pulver. Aber es war nicht der luftig flockige kanadische Powder sondern der normale etwas schwere Schnee. Als ich den Schock überwunden hatte, genoss ich den ganzen Tag auf der Suhce nach einer frischen Linie. Nach der Arbeit kam auch Michi am Nachmittag hoch und wir machten die Wälder unsicher.

Regen

18 Jan 2017

Michi hat noch nie einen 3D-Film geschaut, so schleppte ich ihn heute ins Kino. Walt Disneys neuer Trickfilm ist da, Moana. Dienstags gibts immer Popcorn und ein Getränk mit zum Eintritt. Und die Kanadier sind einfach Gourmets. Über die gesalzenen Popcorns lassen sie Butter laufen. Die Butter ist in einem Behälter wie ein riesiger Ketchup-Dispenser, der  gewärmt ist und somit flüssige Butter raus kommt. Resultat, aus dem kalorienarmen Snack wird ein köstlicher Finger-Verkleber. Und Ice Tea kennen sie auch nicht, heisst einfach Sweet Tea und passt hervorragend zum Popcorn.
Neben bei, der Film ist super und Michi liebt 3D.

Moana

17 Jan 2017

Wenn es den Kanadiern zu kalt ist, um mit dem Hund zu spazieren, dann geht eben das Auto mit dem Hund spazieren. Ist man etwas ausserhalb vom Dorf, kann man das immer wieder beobachten. Herrchen sitzt im wamen Auto und der Hund rennt dahinter, daneben oder davor mit.

16 Jan 2017

Unseren Vorsatz, einmal in der Woche gemeinsam zu kochen, verlief schnell im Schnee. Michi hatte heute alleine gekocht und ich gearbeitet. Das Resultat war mindestens so gut, als wenn ich da meine Finger auch noch im Topf gehabt hätte. Linsen-Kartoffel-Curry mit selbstgemachtem Fladenbrot. Sehr lecker. Und dazu einen Bollywoodfilm der in Kanada gedreht wurde. Das Essen half Michi noch ganz über den Hangover hinweg. Wir waren gestern Abend auf ein Bier oder eben mehr im Taps gewesen. Somit kürzten wir die geplante Skitour dann auf einen Credit Run im Skigebiet. Michi hatte zu kämpfen, wie ich sonst zu kämpfen habe, aber er hat es gemacht und wir hatten einen weiteren unglaublichen Tag.

indisch

15 Jan 2017

Elora ist eine gute Snowboarderin, doch irgendwie hat sie das Ski-Fieber gepackt und sie wollte das Skifahren erlernen. So machten wir heute einen Skischul-Tag. Dachte nicht, dass man Skifahren so schnell erlernen kann. Aber da Elora Langlaufen und Schlittschuh fahren kann und das Gleiten auf dem Schnee vom Snowboarden kennt, waren wir für die vierte Abfahrt bereits zuoberst auf dem Berg. Danach war ich aber froh, wieder nach Hause gehen zu können, bei diesen Temperaturen. Es ist der kälteste Winter seit 13 Jahren, eben das richtige Kanada.

14 Jan 2017

McGill ist ein Gipfel bei Rogers Pass. Heute liefen wir da hoch. Es war ein wunderschöner Aufstieg. Tief verschneite Bäume, die Sonne kämpfte sich durch den Wald und zwischen durch gabs Tierspuren. Und alles in totaler Stille und bitter kalt. So kalt, dass die Sandwichs einfrierten. Doch oben war es wunderschöne. Im Tal war die Strasse sichtbar und sonst ringsum nur Bäume und viel Pulverschnee. Wir mussten uns für links oder rechts entscheiden. Also rechts. Schon gleiteten wir durch den Pulverschnee den Hang hinunter. Zwischen den Bäumen hindurch über Stock und Stein. Einfach nur fantastisch! Doch der untere Teil war dann eher eine Herausforderung. Das Couloir mündete in einem Bach und wir zirkelten der Bachwand entlang. Die Sträucher machten das ganze schwierig. Fährt man mit den Skis darauf, rutsch man einfach davon. Aber wir haben es geschafft und am Schluss surften wir über eine Wiese zurück zur Strasse.

McGill1

McGill4

McGill3

McGill2

13 Jan 2017

Schon wieder etwas aus der Küche. Naja, dass ich ein Magen auf zwei Beinen bin, ist ja bekannt. Und heute habe ich einmal gekocht. Es war so viel Gemüse zu machen. Also gabs wieder einmal ein Thai Curry. Als ich da so vor mich hin schnippselte und mit allen Töpfen klirrte, war noch alles in Ordnung. Bis ich den Reis aufsetzte. Vorab muss ich sagen, wir haben einen Elektro-Herd, aber kein Keramik. Die Töpfe stehen direkt auf der Heizschlange und unterhalb der Heizschlange ist eine Aluschale. So ganz ohne Vorahnung setzte ich meinen Reis auf und plötzlich fing der Topf Feuer. Ich nahm all das andere Zeug vom Herd und rief gleichzeitig nach Michi. Michi der Feuerwehrmann kam dann mit einem feuchten Handtuch und hat dem ganzen den Garaus gemacht. Ufff, diese Hektik.
Es ist zu sagen, dass Michi kürzlich etwas frittiert hat. Vermutlich ist da das Öl nicht nur in der Pfanne geblieben.

12 Jan 2017

Im Sommer sind die Morchel-Sammler in Kanada überall unterwegs. Eine von den Sammlern ist Georgia, Michis Schulkameradin. Nun hatte sie noch ein paar getrocknete Morcheln zu verkaufen und da waren wir natürlich gerne Abnehmer dafür. Und was Michi daraus gezaubert hat, war fantastisch! Mein Lieblingsgericht, wenn meine Grossmama uns am Sonntag zum Mittagessen ausführte: Nudlen mit Pilzrahmsauce. Michi hat jede Erinnerung aufwecken lassen und das ganze geschmacklich übertroffen. Es war einfach nur himmlisch. Und weil es so gut war, gibt es kein Foto, weil ich da gleich hineingesessen bin. Mhhh!

11 Jan 2017

Miquela hat uns überrascht. Sie stand heute mit ihrem Nespresso Milchschäumer vor der Tür. Sie brauche ihn zur Zeit nicht und hat ihn uns geliehen. Irgendwie waren in den letzten Jahren immer Menschen mit mir im Haushalt, welche einen solchen Milchschäumer hatten. Und jetzt ist er wieder da. Ein schmackhafter Luxus. So hab ich uns dreien gleich einen Chai Tea Latte mit Milchschaum und Zimt gemacht, schmeckte fast wie bei Bacchus. Jetzt freut sich Michi besonders über Kaffee mit Milchschaum, und ich nur über Milchschaum.

10 Jan 2017

Bacchus ist ein lokales Geschäft, das unten ein Bücherladen hat und oben ein kleines Café mit ringsum Bücher zum drin Schmöckern und dabei einen leckeren Chai Tea Latte oder eine hausgemachte Suppe zu geniessen. Es hat fünf Zweiertische, also wirklich winzig, aber urgemütlich. Auf dem Weg zur Post bin ich heute daran vorbeigegangen und da hat mich das Schaufenster einmal mehr zum Stehenbleiben gebracht. Bacchus ordnet im Schaufenster immer Bücher mit der selben Umschlagsfarbe an. Heute war Orang dran und es sah einfach toll aus. Leider ist bei den Temperaturen mein iPhone eingefroren und ich konnte kein Foto machen.

09 Jan 2017

Im Yoho-Park liegt Mount Hector. Darauf befindet sich ein Gletscher und eine Skitour führt hinauf. Wir dachten, wir gehen bis zum Gletscher und kehren dann um. Doch vor dem Gletscher war ein Felsband, das es hinaufzuklettern gilt. Da wir die Klettersachen aber nicht dabei hatten, kehrten wir hier um. Wir werden es im Frühling noch einmal probieren, wenn es mehr Schnee hat. Auf dem Nachhauseweg kamen wir durch Lake Louise und da hat es die tolle Bäckerei. Und ich konnte dem Rocking Brownie einfach nicht widerstehen. Die Kanadier sind einfallsreiche Bäcker. Auf den Schokoguss packten sie kleine Marshmallows, die eine Schneelandschaft ergaben. Sah einfach toll aus und schmeckte wie ein Kindergeburtstagskuchen.

08 Jan 2017

Sam hat heute Burger gemacht und uns dazu eingeladen. Ich brachte meinen Vegi-Burger mit und er schmunzelte. Nach dem super leckeren Essen lernten wir ein neues Spiel: Bananagrams. Das ist wie Scrabble, nur einfacher. Man erhält zu Beginn 15 Steine und muss damit sein eigenes Scrabble-Brett bauen. Wenn jemand alle seine Steine verbaut hat, müssen alle einen neuen Stein ziehen, bis alle Steine aufgebraucht sind. Der, der am Ende alle seine Steine verarbeitet hat, hat gewonnen. Es ist ein sehr schnelles Spiel und da merke ich meine fehlenden Schreibkünste. Aber es hat mächtig Spass gemacht.

07 Jan 2017

Unseren Christbaum und die Rentierherde zogen sich heute für den Sommerschlaf zurück. So ganz nackig, sieht die Stube wieder riesig aus. Und obwohl das Ende der Weihnachtszeit mich nicht gerade zur Freude anregt, habe ich heute wie wild gebacken. Es gab drei 3-Königskuchen mit Rosinen und einen mit getrockneten Tomaten. Einen erhielten unsere Nachbarn oben, einen erhielt Michi direkt aus dem Ofen als er von der Arbeit kam und einen Süssen und einen Salzigen nahmen wir mit zu Julie, um den Geburtstag nachzufeiern. Als Könige dienten Aprikosen oder ein Käseklumpen. Und die Kanadier fanden unsere Tradition super! Evan und Shawn wurden unsere Könige.

 

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06 Jan 2017

In der Econo Lodge ums Eck brannte es heute Morgen. Die Strassen wurden gesperrt und das Wasser, das den Schläuchen entrann, bildete eine riesige Eisfläche auf der Hauptstrasse. Am Nachmittag hörte man keine Sirenen mehr. Ob jemand verletzt wurde, ist bis am Abend nicht bekannt geworden. Jedoch machten die Brockis von Golden extra die Türen für all jene auf, die alles verloren hatten. Sie konnten sich holen, was sie brauchten.

05 Jan 2017

Heute hatten Elora und ich wieder einmal einen Grund für einen Besuch in der Brauerei. Obwohl man dafür eigentlich keinen Grund braucht, doch bei diesen Temperaturen schon. Der Grund heute: Julie hat Geburtstag und arbeitet dort. Schlussendlich fuhr Michi uns dahin, weil er den Growler auffüllen wollte. Und mit etwas Bier im Bauch, war es dann auch gar nicht so kalt, um nach Hause zu gehen.

04 Jan 2017

Die Büroaussicht ist ganz schön trügerisch. Seit ein paar Tagen erstreckt sich endloses Blau vor meinem Fenster und die Sonnenstrahlen, die es hineinschaffen, wärmen wunderbar. Aber wehe Du machst die Tür auf!
Und ich hab sie aufgemacht. Weil ich kurz was einkaufen wollte. Bhuuu, fataler Fehler. Bei -30° schafft es mein Gesicht nicht einmal ein paar Meter, ohne gleich einzufrieren. Daher brauchte ich auch besonders lange, bis ich alles hatte. Ich musste ja etwas auftauen.
Die Kälte macht sich auch an unseren Fenstern bemerkbar, sie frieren langsam zu. Hier das Küchenfenster.

03 Jan 2017

Sam ist ein Schulkollege von Michi (er hat uns Cribbage beigebracht) und ist auf einer Farm in Alberta aufgewachsen. Über Weihnachten fuhr er nach Hause und kam mit einer Fleischladung für Michi zurück. Zur Übergabe lud uns Sam zum Potluck ein. Wir brachten wieder einmal Älplermaccronen. Und nein, wir ernähren uns nicht nur davon, aber die Kanadier fliegen darauf und es ist einfach mitzubringen.
Zudem gabeltwen wir noch Ally auf, eine Kollegin von Michi, die im Sommer auch bei Timberwolfes Gruppen umhergeführt hat und hier gerade ein paar Tage Skiferien macht.
Sam hatte nicht nur Fleisch von zuhause mitgebracht, er hatte auch sein Catan im Gepäck. So konnte ich heute nach langer Zeit wieder einmal ein Catan spielen. Vor lauter Aufregung hab ich vergessen ein Foto zu machen.

02 Jan 2017

Alles Gute fürs 2017 wünschen wir euch allen!
Wir feierten den Start ins Jahr mit einer Skitour zu Rudis Ridge und der Bruder-Flanke. Es war herrlich! Nur sind die Temperaturen wieder gefallen. Dafür ist der Schnee schön pulvrig. Im Island Restaurant entdeckten wir diese tollen Skifahrer. Sie fahren den Skihügel hinunter. Was für ein tolles Spektakel!

01 Jan 2017

All die Eindrücke von gestern verlangten einen Tag der Ruhe. Wir genossen dieses Mal das Schneegestöber vom Sofa aus und schauten ein paar folgen Castle, bevor wir früh zu bett gingen. Das tolle an den Happy-Plante-Drinks, sie haben zur Weihnachtszeit auch eine Mütze auf (wie die Innocent-Säfte).

31 Dez 2016

Stahlblauer Himmel war über uns, als wir heute in den Maligne Canyon schritten. Was für ein wunderbares Licht, nach dem Schneegestöber gestern. Der Maligne Canyon ist in der Nähe von Jasper und friert im Winter zu. Dann ist er mit Steigeisen begehbar. Wir sind dann einfach mit den Skistöcken gegangen und es war wie in einem Märchen. Eine bezaubernde Welt aus Eis uns Schnee.
Und dann fuhren wir den Icefiel Parkway zurück. Es war unglaublich schön in mitten dieser verschneiten Berge! Wir stoppten noch einmal beim Athabascan Glacier damit ich ihn auch noch aus der Ferne sehen kann. Leider war ziemlich starker Wind bei den Berggipfeln. So sah ich ihn nicht ganz klar, aber er war schön. Und Michi machte mit mir eine Skitour zur Parkers Ridge, um noch mehr Gletscher zu sehen. Einfach eindrücklich!

Maligne Canyon

Wir sind über diese drei Stämme gelaufen.

Maligne Canyon

Parkers Ridge

30 Dez 2016

Ziel heute: Jasper. Denn der Icefield Parkway führt von Lake Louis nach Jasper. Man sagt, dies sei eine der schönsten Strassen der Welt. Kann gut sein, doch heute war das Wetter so schlecht, dass ich nur weiss sah. Auch schön. Michi führte im Sommer seine Gäste hier her und an all die wunderbaren Plätze. Dies wollte er mir auch zeigen, doch der Wetterbericht hielt nicht, was er versprochen hatte. Aber ich sah dennoch etwas vom grossen Athabascan Gletscher. Es war eher wie auf dem Mond. Ein starker, bitterkalter Wind wollte uns davon abhalten, bis zum Gletscher hochzulaufen. Doch wir erreichten ihn. Im Sommer fahren Busse hier hoch und bringend die Touristen auf den Gletscher. Die Mondlandschaft war eindrücklich. Und tragisch zugleich. der Gletscher war 1982 noch so gross wie die Moräne im Hintergrund und heute muss man richtig weit laufen, um ihn zu sehen.
Nach noch mehr Schneegestöber sahen wir dann zwei gefrorene Wasserfälle. Sehr eindrücklich.

Moon

Athabascan Glacier

Athabascan Falls

29 Dez 2016

Jorgo, ursprünglich aus Holland, ist ein Freund von Michi. Sie haben im Sommer zusammen bei Timberwolfes gearbeitet. Und jetzt hat Jorgo hier in Kicking Horse einen Lawinen-Kurs besucht und hat bei uns übernachtet. Er ist eine sehr humorvolle Person. An seinem letzten Abend haben wir ihn mit in die Brauerei genommen. Er hat sich total in das eine Bier, Witbeer, verliebt.

Jorgo

Brauerei

28 Dez 2016

Bevor die Weihnachtszeit vorbei ist, hier noch eine wunderbare kanadische Weihnachtsdeko.

27 Dez 2016

Zurück in Golden haben wir heute Abend ein Potluck bei Elora und Shawn mit Julie und Evan veranstaltet. Jeder hat etwas mitgebracht. Auf dem Tisch waren dann ein Käse-Knoblauchbrot, warmer Camembert mit Ahornsirup und Cranberries (definitiv nachahmenswert), Spinat-Dip mit Fladenbrot, Salat mit Feta, Baumnüssen und Granatapfel (super Kombination), Älplermaccronen, Pilz-Pie (sehr traditionell und lecker), Schoko-Cookies und Nusstorte. Zudem durften wir ein neues Bier kosten. Belgische Hefe, daher nicht mein Taste, aber die anderen mochten es. Und Elora hat uns ein Cribbige geschenkt mit Mini-Karten für Skitouren. Es war ein super schöne Abend.

26 Dez 2016

Das ist wohl das einzige, was Michi an Weihnachten toll findet, der Truthahn. Und heute war es soweit. Donna hat ihn um 8 Uhr am Morgen in den Ofen geschoben. Und jetzt lager so da vor uns auf dem Tisch, zum Glück bereits in Scheiben. Es gab ein Weihnachtsmittagessen, da wir am Abend zurück sein mussten. Michi arbeitet morgen. Das Weihnachtsessen war fantastisch, auch für Vegetarier. Der Truthahn wird normalerweise gestopft, doch Donna hat die Stopfmasse seperat gebacken, denn die besteht aus Brotstückchen und vielen Gewürzen und schmeckt herrlich! So hab auch ich mich weihnächtlich überessen. Die Bescherung war schön. Michi und ich haben beide gelbe Hirschleder-Handschuhe geschenkt bekommen. Jetzt haben wir Partnerlook beim Autofahren, was wir dann gleich ausprobiert haben. Die Rückreise war wunderschön mit blauem Himmel durch eine Winterlandschaft.

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25 Dez 2016

Heute Abend waren wir eingeladen beim Bruder von Pat. Sie feiern jedes Jahr den 24. bei John mit der ganzen Familie und Freunden. Es stellte sich heraus, dass das unglaublich viele Personen sind. Es gab ein Buffet mit einem riesigen Schinken direkt aus dem Ofen, mit Salat und Brot und Dessert. Mit ganz vielen Menschen, die durcheinander redeten und Kinder, die umher rannten. Es war so viel los, atemberaubend! Sie haben das Haus frisch renoviert und es sah so ganz anders aus, als alles was ich in Golden gesehen habe. Super modern, offen und mit echtem Holzboden. Ich traf auf Logan. Er ist der Neffe von Johns Frau, egal, auf jedenfall ist er Künstler. Wohnt und arbeitet in Victoria und malt tolle Landschaften (loganford.ca). War spannend, mit einem Künstler hier in Kanada über seinen Beruf und Alltag zu sprechen. Lustig war vor allem, der Adventskalender für den Hund. Ein einem Brett haben sie Hundeleckerli aufgehängt und jeden Morgen sass er davor.

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24 Dez 2016

Gestern haben wir zwei schon Bescherung gemacht und ich hab Ski-Felle für meine DPS gekriegt. Daher mussten wir heute Morgen gleich noch eine kurze Tour machen, auch wenn das Wetter nicht das beste war. Solche Sachen müssen einfach ausprobiert werden. Rudis Ridge war wieder einmal unser Ziel, für mehr war keine Zeit. Um 13 Uhr fuhren wir dann Richtung Calgary. Am Anfang waren die Strassen Schneebedeckt, dann wurden sie um Banff etwas besser bevor es bereits eindunkelte und die Strassen einsig wurden. Links und rechts lagen Autos im Strassengraben. Wir sahen in den 5 Stunden mindestens 20 Unfälle. Aber wir habens dann geschaft und wurden freudig begrüsst.

23 Dez 2016

Weihnachten steht vor der Tür. Wie wunderbar! Morgen fahren wir nach Calgary, um mit Donna und Pat Weihnachten zu feiern. So habe ich heute Zöpfe gebacken und stellte fest, dass ich bereits die ersten 10 kg Mehl verbackt habe, seit ich hier bin. Elora war heute am Leiden und Michi fand es gar nicht lustig, dass ich bereits um 7 schon voller Tatendrang war. Der Tag danach ist für mich immer das Beste (dem Burger sei Dank). Gebacken, Geschenke verpackt und geputzt. Es kann los gehen.

Backen

Weihnachtsgruss für Julie und Elora.

22 Dez 2016

Heute war die letzte Yoga-Stunde. Von der anfänglichen Masse war noch die Hälte da. Wir hatten so richtig Platz, um uns zu dehnen und uns zu erholen. Doch danach hatte ich mich mit Elora, Julie und Michi zu einem Konzert verabredet. Dass Yoga und Bier nicht gerade die beste Kombination ist, hab ich mir schon gedacht. Dass es bereits nach dem dritten Bier so lustig wird, hätte ich nicht gedacht. Das Konzert war gut und der Vegi-Burger zu Hause fantastisch.

21 Dez 2016

Die Weihnachtspullover, welche man immer in den Filmen sieht, sind kein Witz. Je nähr Weihnachten kommt, desto dichter laufen diese Pullover umher. Im Supermarkt hatte heute eine Mitarbeiterin einen Pullover an, der einen Rentierbauch zeigt und ihr Kopf war dann das Rentiergesicht und auf dem Kopf hatte sie eine Mütze mit einem Rentier-Geweih dran. Also ich finds ja amüsant, aber bei Erwachsenen sieht es doch etwas merkwürig aus. Rot, grün und weiss sind momentan auf jedenfall überall.

20 Dez 2016

Michi ist für drei Tage auf einem Eis-Kletter-Trip mit der Schule. So halte ich alleine die Stellung – und geniesse es. Zwischendurch mag ich es, einfach nur für mich zu „gschierre“. Nicht, dass mich Michi auch nur irgendwie eingrenzt, aber es ist einfach etwas anderes, alleine zuhause zu sein. Es gibt Dinge, die mach ich dann und andere, die mach ich dann eben nicht. Beispielsweise schau ich dann keinen Tatort. Ist mir dann doch zu gruselig so alleine. Dafür schau ich Weihnachtsgeschichten, weil Michi die ja ohnehin nicht mag. Und hör laut Weihnachtsmusik und packe Geschenke ein, wie die Maccarones im Santa- und Schneemann-Design vom Markt.

19 Dez 2016

Nach einer Woche zwischen -20°C und -30°C haben wir hier kein Schwarzeis, sondnern einen gefrorenen Fluss, der aussieht wie eine Miniatur-Berglandschaft. Einfach bezaubernd. Doch die Temperaturen findet Broccoli nicht sonderlich berauschend. So mag er am Morgen nicht mehr die Türe schliessen. Der Türgriff bleibt oben, wenn man ihn nicht bewusst zurück drückt. Aber mit etwas Wärme von Innen, funktionierts dann später wieder.

18 Dez 2016

Julie wollte wissen, wie das mit dem Zopf so geht. Also haben wir heute einen Zopf-Tag eingelegt. Gemeinsam machten wir den Teig. Wieder war das Thema mit den Gramm und Tassen. Zum Glück kann Google nicht nur suchen, sondern auch rechnen. Doch Julie war mächtig beeindruckt, wie einfach das ist, wenn man eine Waage hat. Ich werde ihr im Frühling wohl meine Waage schenken. Nachdem wir den Zopf an die Heizung stellten, machten wir uns auf den Weg zum Markt. Es ist einfach eine wunderbare Stimmung da und es gibt so viele tolle Sachen zu bestaunen und vielleicht auch zu kaufen, wie zum Beispiel eine Brezel. Es gibt ein Deutsches Ehepaar hier, das super feine Brezel bäckt. Endlich wieder einmal Lauge! Zurück war der Teig noch nicht genug aufgegangen also machten wir noch eine kurze Runde auf den Loipen bevors an das grosse Geheimnis des Zöpflen ging. Zwei Stränge und dem Schweizerkreuz als Start und schon ist der Zopf eigentlich gemacht. Sie war tief beeindruckt. Und freute sich mächtig, als er dann fertig gebacken vor ihr lag.

17 Dez 2016

Wenn in der Schweiz alle schon im Wochenende sind, dann kann ich meine Arbeit auch am Wochenende machen. Daher nahm ich mir den Freitag Nachmittag einfach frei und brachte zum ersten Mal meine Telemark-Skis in den Schnee. Die erste Abfahrt fühlte sich unbeschreiblich gut an – die pure Freiheit (und ich habs im Sommer nicht verlernt). Das Gefühl, wenn man ganz nah am Schnee in der Kurve liegt, zaubert mir auch jetzt beim Schreiben wieder ein überglückliches Lächeln aufs Gesicht. Einfach das schönste Gefühl ever!
Daher erstaunt es wohl kaum, dass ich die Kälte total vergessen habe. Erst als mich der Sessellift-Boy darauf aufmerksam gemacht hat, dass meine Nase ganz weiss sei, merkte ich, dass ich überhaupt nichts mehr im Gesicht spürte. Ich hatte meinen Gesichtsschutz vergessen. Auf dem Sesseli montiert, hab ich dann oben auf dem Gipfel ein Foto für euch gemacht. Danach war mein Daumen eingefroren. Es war -29°C.

16 Dez 2016

Unsere Strasse ist herrlich. Es befinden sich mindestens drei Kirchen alleine in dieser Strasse, im ganzen Städtchen gibt es unzählig viele davon. Da die Kirchen hier keinen Kirchturm haben, fallen sie nicht sonderlich auf. Es steht einfach ein Schild im Garten, worauf der Gemeinschaftsname steht. Und aus unserem Wohnzimmer sehe ich direkt an das wohl älteste Gebäude von Golden. Es hat die Jahreszahl 1837 über dem Eingang und steht da prächtig im Sonnenaufgang.

15 Dez 2016

Meine ehemalige Englisch-Lehrerin lud zum Baking-Exchange ein. Wir würden es wohl Guetzli-Treff oder so nennen. Jeder bringt etwas selbstgebackenes mit und wenn man will, auch das Rezept. Da hier die ganzen „Ausländer“ zusammen kommen, war es ein weltweites Guetzli-Treffen. Wir hatten tschechische, chinesische, polnische und französische Leckerein. Und natürlich kanadische. Davon das Rezept, die sind einfach himmlisch! Sollen ihren Ursprung in Deutschland haben, sie kamen mir auch bekannt vor. Meine Spitzbuben mundeten allen, besonders den Kindern. Das Problem von meinem Rezpet war nur, dass sie hier mit Bechern und Löffeln messen und nicht mit Milliliter und  Gramm.

14 Dez 2016

Heute war Vollmond. Der erste, seit Schnee liegt. Im Städtchen war es bei klarem Himmel wunderschön hell. Da furhen Julie, Elora und ich zum Langlauf-Zenter. Hier jedoch endeten wir mitten in einer dicken Wolke. Es war ein riesen Happening im Zenter und jeder brachte etwas mit. Wir drei hielten uns an die Loipen und machten eine kurze Runde, bei -25°C frier ich auch nach 45 Minuten langlaufen noch.

13 Dez 2016

Wenn man im Thurgau aufgewachsen ist, dann ist Sonne im Winter etwas ganz besonders. Hier in Golden scheint sie fast so oft wie in der Lenzerheide. So machte ich heute über Mittag einen Sonnenspaziergang unter stahlblauem Himmel. Auf kanadisch nennt man das «bluebird day». Zudem war ich erstaunt, dass mein Gesicht nicht bereits um die Hausecke herum eingefroren war. Als ich zurück war, stelle ich fest, dass wir milde -15°C hatten. Herrlich!

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang aus dem Wohnzimmerfenster

12 Dez 2016

Heute Morgen hatte ich mit meiner Familie meine Facetime-Zeit. Damit es so richtig weihnächtlich wurde, habe ich während dessen Spitzbuben gebacken. Also den Teig habe ich gestern Abend noch vorbereitet. Und da ich keine Förmchen habe,  hiess es nur noch kneten, schneiden, zurecht drücken, backen, bestreichen und im Zucker kehren. So kam Weihnachtsmuffel-Michi ums backen rum und ich musste nicht alleine backen. Es lebe die Technologie!
PS: Die Spitzbuben schmecken hervorragend, hat der Weihnachtsmuffel gemeint. Dieses Jahr habe ich auch an die ungesalzene Butter gedacht.

Spitzbuben

11 Dez 2016

Heute war so viel los, da muss es jetzt einmal einen «Und dann»-Text geben.
Nach dem gestrigen Tag mussten wir noch einmal hoch. Der Schnee war unvergesslich gut. Als wir oben ankamen, war alles schon Verfahren. Nirgends mehr ein Fleck Neuschnee. Also holten wir unsere Touren-Ausrüstung aus dem Auto. Da es noch kälter war als gestern, gönnten wir uns aber erst noch eine Aufwärmrunde. Die zusätzlichen Lagen haben nicht die erhoffte Wärme erbracht. Dann fuhren wir mit der Gondel hoch und machten drei Credit-Runs. Das heisst, wir fahren ins nächste Tal hinunter und steigen dann wieder auf. Daher Credit, erst geniessen und dann arbeiten, nicht wie normalerweise, zuerst der Aufsteig und dann die Belohnung. Es war fantastisch, obwohl es nicht so viel Schnee hatte, wie am Emerald Lake. Bis zur letzten Runde hat es aus dem Nebel geschneit. Und bei der letzten Abfahrt hat sich der blaue Himmel doch noch gezeigt. Einfach nur geniale Fahrten – Wow! (Dazu gibt es einen Film Credit Runs. Der Kameramann hat sich kreativ ausgelebt und hochformatig gefilmt. Die Hauptrolle sollte noch einmal geübt werden.)
Und dann gab es zu Hause eine heisse Dusche, bevor es ein weiteres Wow gab. Wir haben Vegi-Burger selbst gemacht. Die Portobello-Pilze haben den Durchmesser von einem Hamburger-Brötchen. Michi dämpfte zwei Pilze, füllte sie mit Peperoni-Zwiebeln-Tomaten-Gehacktem und das überbackten wir mit Käse. Die Avocado-Souer-Cream rundete den Geschmack ab. Dazu gab es Süsskartoffel-Country-Fries (werden hier Yam Fries genannt) und Salat. Einfach nur Wow!

Vegi-Burger

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10 Dez 2016

Endlich! Das Skigebiet hat heute seine Tore geöffnet. Und als Happening haben sie die erste Gondel verlost. Für 5 Dollar konnte man 3 Tickets kaufen und mit einer Spende an die Food Bank erhielt ich für meinen Müsli-Riegel (dann eben ohne Frühstück auf die Piste) noch ein zusätzliches Ticket. Gewappnet mit 4 Tickets standen Michi und ich nun in der regulären Schlange. Es ist 7.30 Uhr, die erste Gondel fährt um 9.30 Uhr. Vor uns stehen wohl welche an (die Vordersten sind seit 6 Uhr hier, meinten sie im Interview), doch die Gondeln sind zum Greiffen nah. 9.15 Uhr und sie rufen die Gewinnernummer aus. Wir waren es leider nicht, aber so hat sich das Anstehen wenigstens gelohnt. Bei -22°C war es nicht ganz so lustig. Doch wir wurden belohnt mit wunderbaren Powderabfahrten! Irgendwann mussten wir uns dann bei einer heissen Schokolade aufwärmen. Der Wind oben war kaum auszuhalten. Und beim Warten hat sich die Kälte so richtig reingefressen, trotz meiner fünf Lagen war es wohl nur am Bauchnabel wirklich warm.
Nach einer heissen Dusche gab es am Abend noch einmal eine Verlosung. Michi ergatterte zwei der beliebten «Banff Mountain Filmfestival» Tickets. Und am Eingang erhielten wir einen Coupon, gewannen aber wieder nichts. Doch die Filme sind sehr sehenswert (das Filmfestival kommt im Frühling wieder in die Schweiz)!

Beim Anstehen

Tickets

09 Dez 2016

Nun bin ich wirklich froh, funktioniert unsere Heizung wieder. Heute war ich mit Julie zum Langlaufen verabredet. Im Dorf haben mir momentan -13° C, aber oben bei den Loipen war es bereits -18° C. Mein Gesicht hat sich ja noch gar nicht an diese Temperaturen gewöhnt. Bereits in der ersten Kurve konnte ich meine Nase nicht mehr spüren. Nach 45 Minuten hatte ich langsam Betriebstemperatur, war dann aber auch froh, als das Club Haus in Sichtweite war. Morgen geht es noch einmal zur Abhärtung.

08 Dez 2016

Gemütlich sitzte ich auf dem Thron, als plötzlich das Licht weg war. Hat mich gleich an die Alp erinnert. Nach ein paar Minuten war es glücklicherweise wieder hell. Alles halb so wild. Wilder war es letzte Woche, als mitten in der Nacht die Heizung ausstieg. Als wir am Morgen nach einer Stunde am Computer alles an hatten und immer noch froren, flüchteten Michi und ich ins Jita’s, einem netten Café und verbrachten den Tag dort. Unser Nachbar von oben hat gemeint, das Öl sei ausgegangen, es sollte jedoch heute noch geliefert werden. So war es dann auch, denn am Abend als wir zurück kamen, war es schon wieder etwas wärmer.

07 Dez 2016

Innocent-Drinks sind, wie soll ich sagen, nebst Schokolade meine zweite Droge. Im Sommer war ich wohl der beste Kunde und als ich dann endlich in London war, wo sie hergestellt werden, hab ich noch neue Sorten entdeckt. In Kanada hatte ich anfangs dann etwas Entzugserscheinungen, aber mit unserem geschenkten Mixer machte ich mir eben täglich selber einen. Aber es ist wie bei vielem, gekauft schmeckt es eben anders – vielleicht auch besser. Und jetzt hab ich es endlich gefunden, etwas vergleichbares zu Innocent! Hier heisst das ganze Happy Planet und hat nebst einem tollen Design auch innovative Texte drauf. Das Best im Moment, ich kann mich durch das ganze Sortiment kosten. Was für eine Gaumenfreude!

06 Dez 2016

Jetzt bin ich vorbereitet. Heute habe ich meinen Saison-Pass für das Skigebiet Kicking Horse geholt. Am Freitag geht es los! Ich kann es kaum erwarten! Und da hier die erste Abfahrt zählt, verlosen sie die erste Gondel. Man kann am Freitag in der Früh Lose kaufen. 3 Stück für 5 Dollar und mit etwas Glück gewinnt man für sich und 3 weitere die erste Gondel und damit die erste Abfahrt mit dem besten Powder! Ich zähl schon die Stunden …

05 Dez 2016

Golden hat seit dieser Woche ihre eigene Brauerei, The Whitetooth Brewing Co. Evan ist der Brauer und Julie arbeitet an der Bar. Wir haben also für diese Saison eine neue Stammkneipe, denn die Brauerei-Bar hat täglich von 2 bis 10 Uhr auf. Wunderbar! Und nach unserer heutigen Skitour am Emerald Lake war dies genau der richtige Ort, um auf die wahnsinnige Powder-Abfahrt anzustoffen. Was gibt es besseres, als Powder und Craf-Bier am selben Tag? Michi und ich nahmen ein Tester-Flight. Da erhält man von allen sechs Biersorten ein Glasvoll zum Probieren, von ganz hell bis ganz dunkel. Ich musste feststellen, dass ich keine belgische Hefe mag. Die drei mit britischer Hefe waren total mein Geschmack und am aller Besten schmeckte mir das IPA. Und das Beste daran, es hat auch noch das schönste Label (Freerider). Das ist einfach der Wahnsinn! Michi mag das Session und das Stout am besten, das Hellste und das Dunkelste, beide mit britisher Hefe.
Und dann gibt es hier den Growler. Das ist eine 1.89 Liter Flasche, welche mit Frischbier abgefüllt wird und innerhalb von hier Tagen getrunken werden sollte. Diese Flasche kann dann immer wieder zum Füllen gebracht werden. Eine tolle Sache. Unser gemeinsamer Nenner wird das Session sein.

Yoho Parc

Emerald Lake

IPA

Growler

04 Dez 2016

Der Schnee ist etwas weiter nach unten gekommen und heute eröffnete ich mit Julie und Elora die Langlauf Saison. Mein Start war eher weniger geglückt. Nach zwei mal Abstossen landete ich bereits im Schnee, direkt vor dem Vereins-Häusschen. Es kann also nur besser werden.
Auch Schneemässig. Die Verhältnisse waren noch nicht prikelnd, doch es war schön, einfach durch den Wald zu cruisen. Am 13. ist bereits die erste Vollmondfahrt, hoffen wir, das Wetter macht mit.

03 Dez 2016

So wie die Schweizer Jassen, spielen die Kanadier Cribbage. Es ist eine Mischung aus Black Jack und Poker. Und macht unheimlich Spass!
In einem Laden habe ich das Spiel im Regal gesehen und darauf stand gross: Bicycle. Weil ich ja so auf Fahrräder stehe, wollte ich unbedingt das Spiel lernen und fragte einen Schulkameraden von Michi, ob er mir es beibringt. Zu Beginn verstand er gar nicht, welches Spiel ich meinte, bis er darauf kam, dass ich Cribbage meine: Bicycle ist nur der Hersteller. Ok, ein Lob an den Hersteller bzw. an dessen Grafiker, er hat sein Logo perfekt platziert…Sam hat sich dann trotzdem bereit erklärt, mir das ganze zu Erklären und so waren Michi und ich heute zum Fajitas-Essen und Cribbage spielen eingeladen. Das Spiel hat super viele Regeln und man muss viel rechnen, aber es ist kurzweilig und intensiv. Zum Schluss hin waren wir punktetechnisch alle sehr nahe beieinander und Michi verteilte die Karten. Und was gab er mir? Vier Assen! Das ist sowas wie vier Bauern beim Jassen. Ich war total aus dem Häusschen! Und nur, weil Michi vor mir am Zug war, gewann er. Es war also hart umkämpft und Sam konnte es nicht fassen, als er meine Karten sah. Der Sieg brachte Michis Hände zum Zittern, daher das unscharfe Foto.

02 Dez 2016

Genusstechnisch hab ich so meine Phasen, momentan ist Aubergine im Trend. Im Sommer auf dem Grill, verwende ich sie jetzt am liebsten als Ersatz von Lasagne-Blättern. Das gibt einen so richtig wärmenden Auflauf. Heute kam Elora auf Besuch. Sie hatte noch nie Aubergine und ich damit die Gelegenheit, den Auflauf zu kochen.
Auberginen kommen hier meist aus den USA und sind eher selten erhältlich. Ich hatte Glück und es lag noch eine einzige in der Auslage. Da sie so gross sind, sah es von weitem nach drei aus. Überglücklich legte ich sie in meinen Korb. Und dann sah ich die unschöne Stelle. Aber was solls, bei diesem riesigen Kalbier kommts auf diese Stelle nicht an. Mit meinen paar Sachen machte ich mich auf zur Kasse. Als der Kassier die Aubergine wog, sah er die Stelle ebenfalls und fragte mich, ob ich sie nicht austauschen möchte. Ich bedankte mich für den Hinweis, doch dies sei die letzte Aubergine und ich bräuchte sie heute. Da lächelte er mich an und meinte nur, dann sei sie geschenkt. Oh, was für eine kundenfreundliche Überraschung! Was für eine Freude! Ich hab mich unzählige Male bedankte, ich glaube, es war ihm fast unangenehm. Ich war vielleicht, aber nur vielleicht, etwas zu überschwänglich für das kanadische Gemüt.
Auf jedenfall hat es Elora geschmeckt und ich hab mich noch im Bett über das Geschenk gefreut.

01 Dez 2016

Heute war der erste Tag, an dem Michi unter eines der Rentier spienzeln durfte. Und er freute sich wie ein Kleinkind, als sich da ein Torino-Schoggistängeli zeigte. Ein paar wenige konnte ich durch den November bringen. Einen wunderschönen Advent wünsch ich euch allen!
«Jede Freude ist ein Geschenk – und bleibt es, auch wenn es noch so klein ist.»

01 Dez 2016

Am Sonntag während des Abendessen klopfte es an unsere Tür zur Waschküche. Ich öffnete die Tür und vor mir stand Chris, unser Nachbar von oben, mit einem Beutel voll Muffins. Er hat heute gebacken und wollte uns eine Kostprobe vorbei bringen. Ich war natürlich total begeistert! Erst Powder und dann noch Muffins – ein perfekter Tag! Mit einem dankbaren Smile nahm ich ihm die Tüte ab und war überrascht über das Gewicht, wow! Da waren 5 Muffins drin aber jeder so gross, dass es bei uns für zwei gereicht hätte. Also reichlich an Hüftgold. Während dem Tatort kostete ich dann einen. Es war eine Mischung aus Nüssen, getrockneten Früchen, Karotten- und Zucchini-Kuchen. Es hat geschmeckt. Zum Tatort passt einfach etwas mehr Schokolade. Und daher habe ich heute zum Frühstück einen solchen Muffin gegessen. Jetzt hat er viel besser geschmeckt und sättigt bestimmt für den ganzen Tag.

30 Nov 2016

Doppelverglasung auf kanadisch: Man nehme zwei Scheiben und baut sie mit ca. 4 cm Abstand in einen Fensterrahmen mit zwei Rillen als Führung. Auf einer Seite werden beide Scheiben fixiert. Auf der anderen Seite sind beide Scheiben zum Schieben. Jetzt macht man in beide Scheiben ein kleines Loch und einen Knopf daran. So können die Scheiben einzeln aufgeschoben werden. Dazu braucht es etwas Anstrengung, je nach dem, wie vereist sie gerade ist. Falls der Knopf abgefallen sein sollte, dient ein Stift bzw. eine Schraube oder man öffnet das Fenster am besten gar nicht mehr. Und scheiben Putzen ist ohnehin überbewertet.

29 Nov 2016

Heute habe ich auf Golden Classifides erfahren, dass in den 1980er und 90er ein Künstler namens Kurt Hahn gelebt und gearbeitet hat. Sein Werk umfasst hauptsächlich Landschaften rund um Golden in Öl auf Leinwand. Sie sind hier auf der Suche nach seinen Gemälden. War erstaunt, hier ein paar Wurzeln zu finden.

28 Nov 2016

Es wird sicher nicht über jede Skitour berichtet, aber heute war die erste zu Rudi’s Ridge. Das ist eigentlich unsere Hausberg-Tour, die wir jeweils vom Skigebiet aus machen. Da der Schnee nur knapp bis zum Parkplatz gefallen ist, lohnt es sich noch nicht, für eine Skitour grosse Distanzen auf sich zu nehmen. Aber hier war schon mächtig was los. Michi, Elora, Shawn und ich liefen vom Kicking Horse Parkplatz unterm stehenden Lift hoch, bis zum Grat. Dabei traffen wir mindestens 20 Personen. Wenn wir die Gondel und den Lift nehmen können, brauchen wir vielleicht 1.5 Stunden bis auf den Grat. Alles geloffen, waren wir doch gut 3 Stunden unterwegs. Und dann wurden wir mit herrlichstem Pulver belohnt! Bis zur Mitte und da wurde es so richtig anstrengend. Meine Beine sind noch am Saisonanfang, definitiv.

 

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27 Nov 2016

Heute war der Tag der Tage! An einem Tag im Jahr steht die Weihnachtsdeko an. Nach vielen Ideen, welche ich überdacht und wieder verworfen habe, legte ich heute morgen los. Während der Deko kam dann doch alles anders als einmal geplant. Das Resultat ist ein recycling Christbaum mit einer Herde Rentieren, so zur Unterstützung von unserer Wand-Trophäe. Die 24 Rentiere beinhalten Michis Adventskalender. Und dieses Jahr ist darin nicht einfach nur Schokolade. Das war seine erste Frage, als er nach Hause kam. Ich konnte ihn beruhigen, etwas von der Schweizer Schokolade hat den ersten Monat hier überlebt bzw. konnte ich hier dazu kaufen.

 

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26 Nov 2016

Freitag. Heute gabs einen Ausflug nach Italien. Ich dachte oder hoffte, dass wir auf unserer kulinarischen Weltreise etwas länger von Italien fernbleiben könnten. Doch jetzt war es bereits so weit. Wir hatten einen Blumenkohl in unserem Kühlschrank, der unbedingt auf den Teller wollte. Ich bin ja eher der Broccoli-Typ. So wie die einen Hunde- oder Katzen-Typen sind, bin ich der Broccoli- und nicht Blumenkohl-Typ. Auf jedenfall musste er gemacht werden. Und so bin ich auf der Suche nach einem Blumenkohl-Rezept auf die Blumenkohl-Pizza gestossen. Michi und ich haben in unserem super Mixer den Blumenkohl zu einem Brei gehäckselt, mit zwei Eiern und etwas Käse eine Art Teig angerührt und auf dem Backblech ausgestrichen. Nach dem der Boden gebacken war, belegten wir ihn mit Tomaten, Zucchetti, Peperoni, Zwiebeln und noch mehr Käse. Und das Resultat war richtig gut. Wir waren beide sehr erstaunt. Und mit Laura Pausini im Hintergrund schmeckte es fast wie eine richtige Pizza.

25 Nov 2016

Aus der Kreativ-Küche vom Grafischen Atelier stieg in den letzten Tagen viel Dampf auf. Und jetzt ist es soweit. Seit heute ist eine neue Website online: www.feierlenhof.ch
Das komplett neue Erscheinungsbild entstand in diesem Jahr. Eine Herausforderung stellten die Produktetiketten, welche sie alle selber herstellen. Und die Website war zeitintensiv. Mit dem Web Release lancierten wir heute auch das neue Erscheinungsbild. Was für ein Gefühl!

24 Nov 2016

Mittwoch ist Yoga-Tag. Das Yoga-Studio hier bietet immer Zwei-Monats-Kurse an. Und wie es der Zufall so will, bin ich genau zum Beginn eines neuen Kurses in Golden angekommen. Nähmlich dem Skifahrer- und Snowboarder-Kurs, zur Saison-Vorbereitung. Vor einem Jahr habe ich hier Elora Elora kennengelernt. Sie ist auch ein in-der-hintersten-Reihe-Yogi. Und so wurden wir Matten-Partner. Und in zwischen auch Bike-, Bier- und Skitouren-Partner. Aber das wisst ihr ja.
Dieses Jahr hat es so richtig viele Leute in diesem Kurs. Der Raum ist klein. Vielleicht 8 auf 15 Meter. Und darin liegen 5 Reihen an 5 Matten – Matte an Matte. Bei Balance-Übungen muss man sich dann so richtig fest anstrengen, sonst gibt es den ungewollten Domino-Effekt. Heute war eher das Problem beim Dehnen. Da streckten sich einige die Füsse ins Gesicht. In diesen Momenten liebe ich die Matte in der hintersten Ecke. Ich mags nicht ganz so kuschlig wie die kanadischen Yogis.

23 Nov 2016

Bei unserem Ausflug am Wochenende ist Michis Angel gebrochen. Die Spitze hats in der ganzen Materialschlacht irgendwo darunter gekommen und hats nicht überlebt. Michi war sehr traurig und mir tat es wirklich leid. Wann genau es passierte, wissen wir beide nicht. Vielleicht kann sie noch repapiert werden, irgendwie. Auf jedenfall habe ich momentan das Glück eines wurmfreien Kühlschranks. Vielleicht ergibt sich ja etwas und eine Angel fällt jemandem vom Schlitten oder so.

22 Nov 2016

Da wir doch einiges von unseren Über-uns-Nachbarn mitbekommen, wollten wir sie etwas genauer kennenlernen und luden sie zu einem Nachtessen bei uns ein. Michi kochte seine fantastischen Älplermaccronen. Kurz bevor sie kommen sollten, klopfte es an unserer Haustür. Reese entschuldigte sich, dass er das Essen total vergessen hatte und gerne zu einem anderen Zeitpunkt einmal vorbei kommt. Er ist Australier und hatte heute seinen ersten Arbeitstag am neuen Ort. Da macht man gerne mal ne ausnahme. Kurz darauf klopfte es an der Tür zur Waschküche und Chris sowie Collin standen da in ihren Socken. Ganz schön praktisch, die Verbindungstür.
Improsiviert mit ihren Campingstühlen, drappierten wir uns um den Tisch und genossen das herrliche Essen. Chris brachte seinen eigenen Whisky mit, da er davon weniger Hangover hat, als vom Bier. Interessanter Ansatz. So gab es für ihn mit Wasser verdünnten Whiskey und für alle anderen Bier. Die Kanadier kennen wohl die Käse-Maccronen, aber Älplermaccronen fanden dann beide um Welten besser. Chris lebt seit 10 Jahren hier und hat damals auch die gleiche Ausbildung gemacht, wie Michi gerade macht. Und Collin war 10 Jahre lang Grafiker und ist jetzt im Jahr unter Michi. Wir hatten also genügend Gesprächsstoff. Es war ein sehr gemütlicher Abend und zum Dessert zückte ich noch meine Bündner Nusstorte. Sie waren auf jedenfall beeindruckt von den neuen Geschmäckern. Auf eine gute Nachbarschaft!

21 Nov 2016

Am Morgen aus dem warmen Schlafsack zu kriechen, ist die grösste Qual beim Winter-Camping. Doch der wunderbare Sonnenaufgang liess einem die Kälte gleich vergessen. Die Nacht war mit ca. -5° gar nicht so kalt. Mit einem warmen Porridge im Bauch und alles wieder im Broccoli verstaut, fuhren wir etwas südlicher, da es hier etwas mehr Schnee haben sollte. Und hier war es sogar noch am Schneien. Auf dem Parkplatz angekommen, gab es da auch noch ein paar weitere Skitourengänger. Ich konnte es kaum erwarten, wieder vereint mit meinem Frosch zu sein. Und das viele Weiss zu sehen machte mich mächtig glüklich.
Nach den ersten Schritten ging es auch schon in den Wald. Der Schnee war super pulverig und einfach nur herrlich. Aber der Weg war nicht ganz einfach auszumachen und nach ca. 2 Stunden standen wir wohl auf einem Gipfel, aber nicht genau den, welchen wir erwischen wollten. Aber egal. Es war einfach nur schön, sich im flockigen Weiss hintuntergleiten zu lassen. Eine gute Aufwärm-Tour. Auf dem Weg zurück schlenderete dann auch noch ein Bighorn Sheep mitten auf der Strasse. Majestätisch.
Den Start in die Wintersaison feierten wir mit einem Fondue. Jedoch müssen wir an der Fondue-Technik noch etwas feilen. Die Gemütlichkeit verliert sich beim Stehend-Essen schon etwas.

20 Nov 2016

Zwischen Golden und Calgary liegt Canmore. Südlich von Canmore, im Kananaskis Country, wurde The Revenant gedreht. Wer den Film gesehen hat, weiss wie umwerfend die Landschaft ist. Michi liebt diese Gegend. Und ich seit diesem Wochenende auch. Die Berge sind sehr beeindruckend hier. Viel Wald und doch eine fantastische Zeichnung der einzelnen Gesteinsschichten. Wir machten uns auf den Weg zum Mount Pegeon. Der Wanderweg war schneebedeckt, aber gut zum Laufen. Und die Aussicht war wunderschön. Wald, Wald, Wald und darüber die bepuderten Berge. Wir waren etwas spät dran und so war es schon dunkel, als wir auf dem Camping-Platz eintrafen. Um diese Jahreszeit ist nur noch ein Camping in der ganzen Region offen und auch der nur noch zur Hälfte. Kochen, Zeltaufbauen und Holzhacken, unsere Beschäftigung bevor wir in den Schlafsack schlüpften. Zum Glück hatten wir noch indische Reste, so war schnell gekocht. Und da der Boden gefroren war, erübrigten sich auch die Heringe. Wir konnten also gemütlich das Feuer und die Ruhe geniessen. Als wir dann im Schlafsack lagen, fragte mich Michi, ob ich irgendetwas duftendes im Zelt hätte. Naja, meine Socken vielleicht. Aber er war mehr darauf aus, mich auf die Bären aufmerksam zu machen und mir etwas Angst einzujagen. Ich schlief herrlich (die schlafen ohne hin schon, hab ich mir einfach ganz fest eingeredet). Und es kam auch kein Bär.

19 Nov 2016

Der Alltag hat uns wieder. Michi und ich vergammeln abends oft vor dem Computer, wogegen wir jetzt aktiv ankämpfen. So haben wir den Freitag als unseren gemeinsamen Koch-Abend erkoren. Wir probieren jede Woche ein neues vegetarisches Rezept aus und reisen kulinarisch einmal um die Welt. Gestartet sind wir in Indien mit einem Kürbis-Kartofel-Curry und Fladenbrot. Es war richtig lecker! Und in Kombination mit indischer Musik wurde es dann plötzlich ganz warm beim Essen. Miguela und Keylan kamen noch dazu. Und wir endeten trotzdem vor dem Bildschirm, aber wenigstens im Kino. Inferno. Ein richtig guter Film.

18 Nov 2016

Heute war der Tag der Frauen, zumindest hier in Golden. Bei einem Spenden-Anlass von Frauen für Frauen im Civic Center wurden die Frauen gefeiert und für die Frauen-Projekte in der Stadt Gelder gesammelt. Elora, Julie und ich traffen uns mit weiteren Frauen von Eloras Arbeit bereits etwas vorab auf ein Glas Prosecco, um sich Ausgangs-Fertig zu machen. Dresscode: Festlich. Und es waren wirklich alle herausgeputzt. So sieht man in diesem Städtchen die Frauen sonst nie. Der Gabentisch nahm einen beträchtlichen Teil des Raums ein. Auf Listen konnte man für eine Gabe oder einem Gutschein eines Unternehmens von Golden mitbieten. Derjenige, der dann zu einem gewissen Zeitpunkt zu unterst auf der Liste stand, erhielt dann den Preis. Bei mir hats nicht gereicht. Die Bar war mir ohnehin lieber. Der ganze Erlös vom Abend geht an Projekte, welche Frauenunterstützen. Auf jedenfall war es ein sehr lustiger Frauen-Abend.

17 Nov 2016

Ja, ich bin auch zurück im Land vom Toast. Aber in diesem halben Jahr haben sie ein neues Design erhalten. Und das enthalte ich euch nicht vor. Tolle Serie, bei dem ein Teil des Labels einen Blick aufs Brot zulässt.

16 Nov 2016

Endlich! Heute hat es unter meinen Schuhen das erste Mal geknirscht!

15 Nov 2016

Hot Springs habe ich mir ganz romantisch vorgestellt. So mit einer kleinen warmen Quelle, Dampf überall und keine Menschenseele weit und breit.
Leider nein. Nach dem wir ca. 160 km gefahren waren, sass da eine Herde Asiaten in dem Tümpel. Beide dachten, dass in der Nebensaison da nicht so viel Betrieb herrscht. Etwas enttäuscht, liefen wir eben erst um den See. Michi plantschte noch etwas mit seinen Würmern, meine Freunde aus dem Kühlschrank. Bis sie verfischt waren. Jetzt versuchten wir unser Glück erneut. Es waren weniger Leute da, aber die Romantik stieg nicht wirklich auf. Es war ganz schön kalt, so im Bikini und da pfiff ich auf die Romantik und alle Asiaten und setzte meinen Allerwertesten auch da hinein. Da wiederum, war super heiss! Es dauerte nicht lange und ein Platzregen ergoss sich über uns. All diese kalten Tropfen auf dem Gesicht, herrlich! Viele flüchteten, da die Kleidung nass wurde. Michi opferte seine Daunenjacke, schützte damit unsere Kleider und so genossen wir das Spektakel im heissen Wasser mit Schwefelgeruch.
Als auch wir genug hatten, waren die Kleider doch etwas nass und so liefen wir einfach so zum Auto zurück. Und hatten noch genug Wärme für ein Selfie. Zum Glück hortete Broccoli noch ein paar trockene Kleider. Und dann fuhren wir zurück. Oh Kanada …

14 Nov 2016

Immer noch kein Schnee. Ohjeminee. Da war es eben wieder an der Zeit für einen Spaziergang. Obwohl Michi mit den Wanderschuhen bestückt war, konnte ich mich nicht von meinen Nike Frees losreissen. War ein Fehler – zeigte sich dann bald. Irgendwo im nirgendwo stellten wir Broccoli ab und wollten etwas frische Luft schnappen. Wir suchten den Weg einem Bach entlang zur Flussmündung. Doch anstelle der Mündung landeten wir in einem Sumpfgebiet. Zu beginn übte ich mich im Weitsprung, so wie man das mal in der Schule gelernt hat, doch einmal flog ich nicht weit genug und hatte nasse Füsse. Von da an sah ich wohl aus «wie ein Storch im Schnittlauch» wie mein Papa das definieren würde. Auf jedenfall war es amüsant.

13 Nov 2016

In dieser Wohnung hat es auch eingebaute Kleiderschränke, jedoch nur mit einer Kleiderstange und ohne Ablagefläche. Da bin ich dann doch etwas aufgeschmissen. Nun habe ich aus Bananenumzugsschachteln einen Kleiderschrank gebaut, der seine Dienste ganz gut tut. Optisch hätte man ihn, rein theoretisch, etwas aufpeppen können. Aber wir lassen an dieser Stelle den Perfektionismus mal weg. Auf jedenfall haben die Dinge jetzt ein Plätzchen, was für die Orientierung in einem meist schwarzen Kleiderberg sehr dienlich ist.

12 Nov 2016

Seit Montag habe ich immer stärkere Nackenverspannungen. Inzwischen ist es soweit, dass der ganze obere Rücken verspannt ist und ich nicht mehr durchschlafen kann. Also habe ich mir Wärmepflaster besorgt. Die Verpackung verspricht vorne gross: Wärne für 16 Stunden. Und hinten im Kleingedruckten steht dann, dass man es nicht länger als 8 Stunden auf die direkten Haut kleben sollte. Was ist das wieder für eine tolle Marketingstrategie. Da es weder mit 8 noch mit 16 Stunden etwas verändert hat und auch die Tiger-Balm-Rückenmassage von Michi nichts geholfen hat, suchte ich nach einem anderen Ursprung. Und ich denke, ich hab ihn in der Heizung gefunden. Wir haben am Boden in jedem Raum ein Lüftungsgitter. Mein Bürotisch stand direkt neben einem solchen und hat mich täglich mit mal warmer, mal kalter Luft angeblasen. Nach dem ich den Tisch um 90 Grad gedreht hatte, der Elch mir nun links über die Schulter schaut, wirds langsam besser. Glücklicherweise sind meine Füsse Gebläse resisten. Und Yoga wird den Rest erledigen. Hoff ich zumindest.

11 Nov 2016

Unsere Dusche ist super. Einfach Hahn aufdrehen und heiss Wasser strömt über meinen Kopf. Herrlich. Nur die Regulierung ist nicht ganz so einfach. Erstens, geht der Warmwasserhahn nach links auf und der Kaltwasserhahn nach rechts. Da soll mal eine Logik dahinter sein. Ich studier stehts zu viel und denke immer, dass ich mit meinen seifigen Fingern einfach nicht stark genug bin, um das Wasser zum Laufen zu bringen. Naja bis ich merke, dass ich wieder einmal die falsche Richtung erwischt habe. Nun gut. Zweiten muss man für diese Dusche Feinmotorisch ziemlich begabt sein, denn das Kaltwasser wird in halben Millimetern reguliert. Nur ein klein bisschen zu viel und man erfriert. Oder das klein Bisschen geht auf die falsche Seite: Achtung Verbrennungsgefahr. Bis hierhin hat man sich das Desaster ja selber eingebrockt. Aber wehe es braucht sonst noch jemand Wasser im Haus, dann Du … Dann hast Dus nicht mehr in der Hand und fertig ist es mit gemütlich Duschen. Jetzt bist Du nur noch am Regulieren, Heiss – Warm – Verbrannt – Kalt – Handtuch.

10 Nov 2016

Michi hat letzte Woche erfolgreich einen Fisch gefangen. Hab mich riesig gefreut und ihm zu dem Felchen-Fang gratuliert. Nun wollte ich heute kochen und hab da mal in den riesigen Kühlschrank geblickt. Da schaute ich in die hinterste Ecke, damit auch kein Gemüse einfach so vor sich hin fault. Gefunden habe ich eine Tüte mit etwas Braunem drin. Aus neugierde zog ich das Ding mal raus und hab Michi nach dem Inhalt gefragt. Gott sei dank, hab ich das Ding nicht geöffnet! Michi hat ganz beiläufig erwähnt, dass das, was ich da in der Hand halte, seine Würmer fürs Fischen sind. Woooooaaaaaa! Die Tüte landete  schneller wieder im Kühlschrank, als Spiderman auf dem Dach ist. Ich hatte schon Mitleid, dass die Würmer jetzt vielleicht tot sind. Doch ich musste noch etwas umher hüpfte. Der Ekel geht mir jetzt noch durch Mark und Bein. Auch wenn ich mir noch so Mühe geben, wenn ich unverhofft auf ein krichendes Geschöpf stosse, kann ich mich nicht beherrschen. Michi hat sich kaum mehr halten können vor Lachen. Und die etwas unsanfte Landung zurück im Kühlschrank hat sie nicht umgebracht. Sie leben noch. (Es schaudert mich noch beim Schreiben). Also lebe ich jetzt mit Würmern neben meinem Salat. Und markier die ganz Starke.

09 Nov 2016

Annina Hahn
815, 11th Street South
P.O. Box 2647
Golden V0A 1H0
Canada

08 Nov 2016

So nichts ahnend sass ich heute morgen  in meinem Büro und war fleissig. Plötzlich schäpperte es im oberen Stock. Was nicht ungewöhnlich ist. Wir hören so ziemlich viel von unseren Nachbarn. Und als dann die Lüftung anging, roch es kurz darauf nach gebratenem Speck. Wär es doch nur Pancake-Geruch gewesen, dann wäre ich nach oben gegangen und hätte mich selber zum Frühstück eingeladen. Doch in diesem Fall wartete ich, bis sich – der für mich unangenehme – Geruch verzogen hatte. Und machte mir selber ein Porridge. Eine interessante Erfahrung, so eine Lüftung mit einer anderen Wohnung zu teilen.

07 Nov 2016

Kulinarisch habe ich mich vor Kanada ja noch einmal so richtig verwöhnt. Frisches Gemüse und Obst und auch Pizza bis zum Umfallen. Aber auf etwas hab ich mich dann doch auch ein bisschen gefreut (nebst Michi und den Schnee, natürlich): Die Apfel-Zimt-Bagles, das Porridge, TimTam Kekse, die super süssen Grapfruits und die Kartoffeln, die hier einfach anders schmecken. Ich freu mich, wieder im Land von Craft Bier und Vegi-Burger zu sein (hui, hatte ich bereits zwei mal…).

07 Nov 2016

Das war heute unser Ziel, der Yoho Pass. Ausgehend vom Emerald Lake wanderten wir erst dem See entlang, durch das ausgetrocknete Flussbett und dann den Hang empor. Obwohl das Wetter nicht richtig mitspielen wollte, von etwas Regen am Anfang bis einfach nur Nebel, erklommen wir immer mehr Höhenmeter. Irgendwann stapften wir durch den Schnee. Und noch etwas tiefer in den Schnee. Als es wieder etwas flacher wurde, war der Schnee bereits kniehoch. Eigentlich toll, hätte ich nicht Wanderschuhe angehabt. Und plötzlich erschraken wir ab einem Knall. Eine Lawine ging los. Michi kannte die Tour von seinem Sommer-Job als Guide. Wir befanden uns in sicherem Terrain und liefen weiter. Als der Schnee dann noch höher wurde und der Nebel eher dichter, beschlossen wir umzukehren. Aus Sicherheitsgründen. Und weil wir in diesem Schnee noch eine Stunde bis zum See gehabt hätten.
Runter waren wir dann schnell. Und kurz nach dem Schnee legten wir eine Rast ein. Der Himmel riss auf und die Sicht auf den See war unglaublich schön. Als uns ein Pärchen kreuzte, fragten sie uns nach den Gegebenheiten. Wir berichteten vom Schnee und der Lawine. Er spielte alles runter und sie liefen los. Als wir wieder am Zusammenpacken waren, kamen die beiden wieder in unsere Richtung. Beim Vorbeigehen meinte er nur, oh es war ganz schön schlitterig im Schnee. Aha.
Die tollen Fotos sind von Elora Braden. Danke! Sie hat ihre Fotoausrüstung auf den Berg getragen und ich meine Lawinenausrüstung. Nur so als Training.

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06 Nov 2016

Zurück in Kanada steh ich auch wieder mehr in der Küche. Und um meinen Nachbarn oben richtig «Hallo» zusagen, habe ich ihnen einen Zopf gebacken. Chris, den ich bis jetzt am meisten gesehen hatte, hat die Tür geöffnet. Er war so begeistert, dass er mir erzählt hat, dass er es liebt, Brot und Muffins zu backen. Wir vereinbarten, dass wir uns die Saison hindruch mit Backwaren versorgen. Das wird bestimmt eine wunderbar kulinarische Nachbarschaft.

05 Nov 2016

Mit meinem Skihelm bewaffnet sass ich heute auf Eloras Bike. Das war der Wahnsinn! Sie nahm das von ihrem Freund. Julie kam ebenfalls mit und wir fuhren den Mount Seven hoch. Ok, nicht sehr weit hoch, aber so, dass es einen super Flow Trail als Belohnung gab. Und weil ich Unten natürlich nicht genug hatte, überredete ich die zwei, noch einmal mit mir Hochzufahren. Wooohooow! Es war super! Ich hätte das noch den ganzen Abend machen können. Bike-Ferien in Kanada lohnen sich definitiv!

04 Nov 2016

Heute habe ich mein Büro noch umgestellt. Direkt am Fenster war einfach zu viel Licht. Daher steht jetzt das Sofa vorne. Es liesst sich herrlich darin, wenn die Sonne hineinscheint. Und um das Geheimnis nun zu lüften, hier ein paar Fotos von unserem Winterquartier.

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Eingang, rechts, und die Küche.

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Sofa (Für die Orientierung: Hinter dem Fotograf ist die Küche).

img_7645Das Grafische Atelier Hahn.

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Der Gang zum Schlafgemach, Skiraum und Bad.

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Die Interpretation des Fliessenmusters lässt ziemlich viel Kreativität zu.

03 Nov 2016

Obwohl die Wohnung wirklich gemütlich ist, muss man einmal am Tag raus. So machten Michi und ich einen Spaziergang. Bereits nach den wenigen Tag, die ich wieder zurück bin, fühlt es sich an, als wäre ich nie weggewesen. Es ist schön, an einem Ort zu sein, den man kennt, es jedoch noch ganz viel Neues zu entdecken gibt. Zum Beispiel am Cedar Lake. Wir liefen eine Runde, die ich nicht kannte und wir fanden einen zweiten See. Darin standen ganz viele Pfeiffenputzer, die Kanadier nennen diese liebevoll Cat Tails (Katzen-Schwänze), welche mich faszinierten. Die finde ich einfach schön. Michi konnte wohl meine Gedanken lesen und hat mir einige für die Wohnungs-Deko gefischt, bzw. watete wie ein Storch durch das super kalte Wasser. Er sah so lustig aus! Ich hab ihn wirklich davon abhalten wollen, aber er hatte schon Socken und Schuhe ausgezogen …
Und jetzt stehen sie stolz neben meinem Büro.

02 Nov 2016

My favorit! Michi hat mich am Sonntag schon damit verwöhnt und heute morgen gleich noch einmal. Pat kam zum Frühstück, bevor er nach Calgary weiter fuhr. Und Miguela war auch da. Das war eher ungeplant. Miquela wohnt jetzt ausserhalb von der Stadt und war auf der Halloween-Party (es gab Tickets im Vorverkauf für die Hälfte des Preises). Da haben wir ihr angeboten, bei uns auf dem Sofa zu schlafen, falls sie nicht mehr nach Hause fahren wollte. Irgendwann weckte mich Michi in der Nacht mit der Frage: «Hörst Du das auch?» Well, die Frage beunruhigte mich nur ein kleines bisschen. Er hat mir beim Einschlafen ja nicht noch von der Einbruch-Serie erzählte, die hier gerade wieder vorherrscht. Wie immer, war unsere Tür nicht abgeschlossen … Michis Hirn ist im Halbschlaf fitter als meins und rief irgendwann «Miquela, bist du das?». Glücklicherweise hörte ich dann ihr Lachen und schlief gleich wieder ein.

01 Nov 2016

Meine Gedanken kreisten ziemlich um mein Halloween-Kostüm, doch als ich den Eintrittspreis für die Party sah, hatte sich alles erledigt. 50 Dollar für eine Party? Schlimmer wie jeder Neujahrs-Fetz auf der Lenzerheide. Genau da rief Pat an (bei ihm hatten wir letztes Jahr Weihnachten gefeiert) und berichtete, dass er die Nacht in Golden verbringt. So traffen wir uns im Taps und investierten die 50 Doller in Bier und Burger. Eine viel bessere Idee.
Elora kam auch noch dazu und auf dem Nachhauseweg zeigten wir ihr unsere Wohnung. Ich überreichte ihr mein Mitbringsel aus der Schweiz – Bilder sagen mehr als tausend Worte.

31 Okt 2016

Die Kanadier haben es einfach nicht so mit dem Putzen. Michi hat schon grosse Vorarbeit geleistet und da ich das erste Mal in meinem Leben einen Jetlag spürte, fing ich um 6 Uhr an, die Küche zu putzen. Bis am Nachmittag war alles geputzt, verräumt und eingerichtet. Die Wohnung ist richtig gemütlich geworden. Einige Details gibts aber bestimmt in einem extra Post. Beispielsweise ist die Wohnung so ringhörig, dass ich jetzt gerade verstehen kann, was bei ihnen im TV läuft. Gratis-Unterhaltung, sozusagen.
Michi hat auch schon seine Trophäe aufgehängt. Das Moose-Leben bei uns dauerte nicht sonderlich lange. Macht sich aber richtig gut über unserem Sofa.
Und zur Belohnung sind wir zum Mount Seven hochgefahren und wollten einen Spaziergang machen. Doch da liegt schon so viel Schnee, dass wir umkehren mussten und etwas unterhalb durch den Wald schlenderten.

30 Okt 2016

Sarah musste um 4 Uhr in der Früh aufs Taxi. Resi und ich standen mit auf und wollten den Sonnenaufgang an der Thames sehen. Pünktlich standen wir mit einem Kaffee in der Hand da, aber das Britische Wetter zeigte sich von seiner typischsten Seite. Die Sonne schaffte es nicht durch die Wolken. Weniger schlimm, wir genossen die Stimmung so ganz ohne Touristen und schlenderten die Thames hinauf. Um 13 Uhr machte auch ich mich dann auf den Weg zum Flughafen.
Als das Flugzeug abhob, waren noch alle beiden Sitze neben mir frei. Was für ein Feeling! So sitz es sich wohl in der First-Class, einfach nicht seitlich fliegend. Nach dem ich mich ausgebreitet hatte, einen Film anschaute, eine für Flugzeug-Essen leckere Vegi-Lasagne genossen hatte, etwas schlief und dann noch ein Scone erhielt, setzten wir auch schon zur Landung an. Also eigentlich ging es mir etwas zu schnell. Ich hätte mich da schon noch ein, zwei Stunden verweilen können.
Jetzt war die Passkontrolle vor mir. Mit all meinen Papieren und Nachweisen bewaffnet, wurde ich einem jungen Asiaten zugeteilt. Der fragte mich ein paar Detailfragen, welche ich jedoch ohne Probleme beantworten konnte und schon stand ich beim Gepäcksband. Woohoow! Hätte nicht gedacht, dass es so einfach ist.
Und als sich die Tür öffnete, stand da Michi mit dem Kanada-Fähnchen und einem Moose in der Hand. Das war DER Moment …
Auf dem Weg nach Hause verfuhren wir uns trotz TomTom und als ich das Bett sah, wollte ich dann doch nur noch schlafen.

29 Okt 2016

In Vancouver hab ich Sarah den Afternoon Tea gezeigt. Und jetzt gab es ihn so richtig traditionell, sogar mit der Möglichkeit, sich im Look der 1920-er zu kleiden. Das brachte einige Lacher. Resi und ihre Schwester Kate erlebten so auch mal einen etwas anderen Afternoon Tea. Der Besuch vom Portobello Market und Notting Hill hat uns ganz schön hungrig gemacht. Da kamen die Sandwiches, Scones und Kuchen gerade richtig.
Nach all den Süssigkeiten brauchten wir dann aber doch einen Spaziergang. Der Hampstead Heath Park zeigte uns die Stadt mal in einem ganz anderen Blickwinkel. Das machte natürlich wieder durst, also zurück ins Pub.

28 Okt 2016

Ach, London ist einfach grossartig. Und Resi hat bereits alles organisiert, wir konnten einfach hinterhertrotten. Da Sarah London noch gar nicht kannte, gabs eine Hop-on-hop-off-Tour und einen Lunch im 28. Stock des Hilton. Das Restaurant bietet eine einzigartige Sicht! Doch die vielen Eindrücke sind anstrengend, da muss man sich im ältesten Pub von London etwas erholen, bei einem leckeren Bier und britishem Dinner.

27 Okt 2016

Die heutigen Flightattendens sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Auf dem Flug nach London bediente uns eine Dame, die von Frankenstein abstammen könnte. Auf jedenfall sind wir gut angekommen und haben dann auch gleich Uber ausgetestet, der neue, weltweite Taxi-Dienst. Einige Anfangsschwierigkeiten liessen uns etwas verspätet bei Resi eintreffen. Mit uns ist Sarah und ich gemeint, sie begleitet mich bis London, super toll! Und Resi kenn ich eigentlich mein Lebenlang, doch London liegt leider nicht gerade um die Hausecke (ausser für Kanadier). Daher habe ich die Chance genutzt und lege auf meinem Weg nach Calgary einen Zwischenstop ein. Auch um meinen Australischen Akzent wieder abzutrainieren.
Nach dem wir angekommen sind, gab es gleich einen Britischen Lunch mit einem Cornflakes-Kuchen und Vanillesauce zum Dessert.

26 Okt 2016

Es war ja klar. Obwohl ich es seit drei Monaten wusste, packte ich zwei Tage vor Abreise. Es gab nur eine ganz kleine Hektik.
Ob Kanada oder die Schweiz, an beiden Orten gibt es die liebenswürdigsten Menschen. Ich wollte alle noch einmal sehen – eigentlich am liebsten gleich einpacken. Der Koffer war dann doch zu klein und so habe ich mich auf die Schokolade und Käse-Lieferung beschränkt. Und Morgen geht es los.

25 Okt 2016

Zürich – London: 26.10.
London – Calgary: 29.10.
Calgary – Zürich: 11.4.

25 Jul 2016

Eine besondere Schönheit ist für mich die Diavolezza. Hier kann man von Oktober bis Mai Skifahren. Und ich war da ohne meinen Frosch. Da war viel Sehnsucht, als ich all die Skitüreler sah. Doch nur schon den Schnee unter den Füssen zu spüren, war schön. Und der Gletscher zeigte sich an diesem Tag von der schönsten Seite. Das Licht formate die Schneemassen besonders eindrücklich. Es war ein Arbeitsausflug. Ich darf die neue Signaletik auf dem Berg machen. Tolle Aufgabe!

29 Mai 2016

Beim Lago Bianco auf dem Bernina Pass ist eine Wasserscheide. Hier fliesst die eine Seite des Sees ins Adriatische Meer und die andere Seite ins Schwarze Meer. Man sollte sich also gut überlegen, wo man hinsteht, um sich zu erleichtern. Je nach dem endet die DNA ganz wo anders.

28 Mai 2016

Im Coop hab ich die neue Karma-Linie entdeckt. Die haben sie im letzten Jahr ja mächtig ausgebaut! Jetzt gibt es da einen tollen Müsli-Riegel. Als ich ihn kostete, las ich dann auch mal das Kleingedruckte. Und wer produziert ihn? The good old Canadians! Als wären wir nicht fähig, etwas Hafer, ein paar Nüsse und Sultaninen zusammenzukleben… Wir schiffen es lieber einmal um die Halbe Welt. Er ist von der Einkaufsliste verbannt. Doch schmecken täte er.

22 Mai 2016

Die Schweiz kennt ihr ja alle selber, vermutlich besser als ich. Daher gibt es für mich nichts zu berichten, ausser, dass die Zeit hier noch mehr rasst. Unglaublich. Ich bin schon über zwei Wochen zurück!
Ans WC-Papier hab ich mich inzwischen auch wieder gewöhnt. Und dass das «How are you» nicht mehr überall gefragt wird, find ich auch nicht schade. Nur die Freundlichkeit bei den Dienstleistern wie SBB oder Kassiererinnen fehlt mir etwas. Aber auch daran gewöhnt man sich wieder. Es ist interessant, wie hart und distanziert einem die Schweizer entgegenkommen, wenn man im Ausland gelebt hat. Die Freundlichkeit im Ausland mag Oberflächlich sein, dennoch zaubert sie einem ein Lächeln ins Gesicht. Es wäre so einfach.
Ich freu mich um so mehr, über das Lächeln meiner Freunde und Bekannten.

10 Mai 2016

Da bin ich wieder! Zurück auf Schweizer Boden. Hat alles reibungslos geklappt. Während dem Flug von Toronto nach Zürich sah ich einen wunderschönen Sonnenuntergang (ist auf dem Foto leider nicht sichtbar) und plötzlich war es wieder hell. Das war spannend, so in den Tag zu fliegen ohne Sonnenaufgang. Ganz spektakulär war die Fensterabdunklung. Da muss man auf einen Knopf drücken und das Fenster färbt sich dunkel ein. Nichts mit Fensterladen.
Was mich als erstes in der Schweiz erwartet hat: Ein Catan Spiel. Michi hat es mir zum Geburtstag geschenk und zu meiner Mama senden lassen! Ich habs meiner Mama und Elio gleich kurz beigebracht.
Und was mir als erstes aufgefallen ist? Das dicke (und ziemlich störrische) Klo-Papier. Adieu einlagiges WC-Papier!

22 Apr 2016

Nun ist es soweit. Morgens um 2 verabschiedete Michi mich an der Greyhound Station und ich fuhr nach Calgary. Calgary hat doch was zu bieten. Während eines wunderschönen Sonnenaufgangs ging es mit dem Express Shuttle zum Flughafen.
Eingecheckt mit Übergepäck (ich schaffs wohl nie, Mass zu halten) sitze ich nun am Gate und warte auf meinen Flug nach Toronto. Und ich hatte noch einen letzten Tim-Hortons-Chai-Latte.
Good by Canada, welcome Switzerland!
Auf bald, meine Lieben!

21 Apr 2016

Jetzt kann ich schon die Stunden zählen, bis ich auf dem Flieger bin. Endspurt. Endspurt in allem. Gepäck für nach Hause fertig machen, alles mögliche bereits putzen und waschen. In der Küche konnte ich bereits die meisten Kästchen und Schubladen reinigen, Deko ist in Kisten verpackt. Obwohl wir nur wenig hatten, summierte es sich unglaublich. Alle meine gesammelten 35 Joghurt-Becher holte eine bastelfreudige Dame ab, das Schwemmholz ziert nun Eloras Wohnung. Nach der Arbeit kam sie mit ihrem Pick Up vorbei und wir transportierten Couch, Tisch, Bett, Koffer und meine 6 Kisten zum Storage Locker. Als Miguela die Tür öffnete traf mich fast der Schlag. Es stand alles kreuz und quer da drin. Wir räumten erst einmal alles raus und spielten dann für eine Stunde Tetris. Und schlussendlich hat alles reingepasst!
Den letzten Abend feierten wir im Park mit Bier. Was eigentlich nicht erlaubt ist. Alkohol auf öffentlichem Grund geht nicht. Doch es kam niemand der uns verjagte und so genossen wir die Sonne und das leckere Bier von Evan.

20 Apr 2016

Der Koffer ist gepackt. Auf jedenfall der, den wir im Storage unterbringen. Miguela hat einen Einstellraum, den wir für den Sommer mitbenützen dürfen. Es ist dann aber nicht nur bei dem Koffer gebliebet. Ich bin ein schlechter packer. Muss ich immer wieder feststellen. Und so brauchte ich auch noch sechs – 6! – Kisten für meinen ganzen Plunder. Ok, in einer befindet sich der Drucker und in der anderen das Bettzeugs, aber den Rest hatte ich zuvor im anderen Koffer.
Ich hatte nur mit 3 zusätzlichen Kisten gerechnet, weshalb ich heute noch auf Kistensuche musste. In Golden ist das momentan Mangelware, es ist grosse Umzugssaison. Sogar beim grossen Supermarkt war keine einzige Schachtel mehr überig. Der super tolle alles Laden, Tru Hardware Store, hatte dann noch welche und so konnte ich alles fertig verstauen.
Und als Belohnung gabs eine letzte kanadische Pizza. Michi, Miguela, Toolie und ich genossen die Abendsonne im Park und die Pizza. Ich freu mich schon jetzt auf eine richtige Pizza.

19 Apr 2016

Ich hab gelernt, zu warten. Ist auch nicht mehr wirklich ein Ding für mich. Ich kann immer was machen. Überhaupt kein Problem. Doch nachdem Michi und Miquela nach halb 9 immer noch nicht zu Hause waren, machte ich mir Sorgen. Daher ging ich zu Toolie. Sie kennt viele Leute und hat vielleicht was gehört. So war es dann auch. Toolie schrieb einem Kollegen, der ebenfalls in den Wetlands arbeitet und der hat glücklicherweise gleich geantwortet. Er stand nämlich gleich vor der Tür und erzählte uns vom Waldbrand, den sie den ganzen Tag über versucht haben zu löschen. Ich ging gleich los und Michi und Miguela standen schon in der Tür. War ich erleichtert!
Und dann hörte ich alles vom Brand. 300 Hektaren einfach so weg. Es ist unglaublich trocken hier. Ein Funke hat gereicht und alles stand in Flammen. Mit Helikopter und Feuerwehrmännern haben sie den ganzen Tag gegen das Feuer gekämpft, im Steilhang. Total erschöpft, überall schwarz und riechend wie das Feuer persönlich, sassen sie nun am Tisch. Es ist niemandem etwas passiert.

18 Apr 2016

Nun sind es nur noch wenige Tage, bis es nach Hause geht. Für den Sommer gibt es soweit einmal Pläne. Ab Freitag bin ich wieder im Thurgau.
Jetzt habe ich ein Job-Angebot erhalten, welches ich nicht ausschlagen konnte. So arbeite ich ab Mai drei Tage die Woche wieder in Chur. Die anderen Tage arbeite ich in meinem Büro in Üsslingen.
Michi hat einen Job für den nächsten Winter erhalten. Dies hat ihn dazu bewegt, das Diplom anzustreben und das zweite Jahr zu absolvieren. Und somit packe ich momentan nur einen Koffer für die Schweiz und einen zum Einstellen. Meine Wintersachen und meine Skis bleiben in Kanada. Ich werde wieder zurück fliegen. Wann genau, steht noch in den Sternen. Und was danach kommt, steht noch weiter weg.

17 Apr 2016

Heute fuhren wir noch einmal zu unseren Freunden Donna und Pat nach Black Diamond, südlich von Calgary. Einmal mehr, war es sehr gemütlich mit Sünnele, Karten spielen und Burger zum Abendessen. Am Sonntag wollten wir über den Highway 40 nach Hause fahren. Da fährt man an einigen Drehorten von «The Revenant» vorbei. Als wir auf halber Strecke waren, war plötzlich die Strasse blockiert. Kein Druchkommen bis zum 15. Juni, wegen möglichem Schnee. Schade. Wir mussten also umkehren. Halb so wild. Denn so sah ich eine Herde Elks (so nennen die Kanadier ihre Hirsche, sehr verwirrend) und Mountain Goats. Im Nationalpark sind die sich die Menschen und den Verkehr gewöhnt und stehen einfach so neben der Strasse. Eindrücklich.

16 Apr 2016

Nach dem Frosch, sind jetzt auch die Ski für den Sommer bereit. Dank dem Brocki haben wir neuerdings ein Bügeleisen und somit eine Ski-Wachs-Station. Sehr patent. Und so haben Michi und ich heute eine Ski-Wachs-Session durchgegeben.
Am Abend traffen wir uns mit Elora, Shawn, Julie und Evan für ein Bier am Fluss mit einem Feuer. Das war sehr gemütlich. Das Bier worde in der natürlichen Badewanne perfekt gekühlt.

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15 Apr 2016

Heute wurde er erlegt, der Frosch. In der Waschmaschine hin und her geschleudert und impregniert. Schweren Herzens. Jetzt ist er bereit für seinen Sommerschlaf. Er freut sich bestimmt auch schon auf die nächste Schneeflocke – so wie ich.

14 Apr 2016

Rechtzeitig zu meiner Abreise ist auch das Nachbarshaus fertig geworden. Aufgestockt, umhüllt und mit Treppe versehen lässt es sich nun nach sechs Monaten auf 3 Stockwerken leben. Der Garten braucht noch etwas Wärme, aber dann wird es auch hier spriessen. Eindrucksvoll, wie sie das gemacht haben. Bei Wind und Wetter, üblen Minustemperaturen und Schnee wurde gehämmert und gewerkelt. Das Resultat lässt sich sehe – für kanadische Verhältnisse.

13 Apr 2016

Und jetzt ist auch das Langlaufen fertig. Heute war ich zum letzten Mal auf den Loipen, bzw. das was von ihnen noch überig ist. Es war schön, aber auch traurig, all die Graslöcher im Schnee zu sehen… Aber er kommt ja wieder, zu meiner Freude!
Fazit von der Saison:
1x Heliski10x Skitouren
17x Langlaufen
38x im Skigebiet (mit Touren auf Rudi’s Ridge)

Ich bin sehr dankbar, für all die tollen Momente.
Es war unendlich genial!

12 Apr 2016

Als ich von Vancouver zurück kam, war Michi noch in einem Lager. Doch als ich die Schranktür öffnete, fand ich einen Osterhasen. Und was für ein toller! Er stand nun über einer Woche auf meinem Schreibtisch. Die Eier haben mir in dieser Zeit bereits unglaublich berauschende Zuckerschübe geliefert. Die lustige Verpackung wird in der Mitte geöffnet und dann steht da ein Schoko-Ei im Eierbecher. Nach dem ersten Bissen schwabt dann die Caramel-Füllung über. Einfach nur lecker! Mhhh! Und heute musste auch der Bunny daran glauben. Ich hatte so Lust auf Nutella.
Michi hat schon angemerkt, dass er wisse, dass es nur aus Palmöl besteht – ich versuche wirklich, nichts damit zu kaufen (überhaupt nicht einfach!), aus ethisch, ökologisch und gesundheitlichen Gründen. Aber er wisse auch, wie gern ich das Ding habe. Ja, zu Ostern (oder danach) ist die Sünde ja erlaubt…

11 Apr 2016

Der Observation Peak im Jasper Nationalpark war unser heutiges Ziel. Früh gings los. Broccoli parkten wir direkt am Icefield Highway. Er hatte eine richtig tolle Aussicht. Die gnossen wir dann von ganz oben. Die Berge und die Gletscher dazwischen, wow! Was für eine Tour. Den letzten Teil zum Gipfel mussten wir hochlaufen, da war kein Schnee mehr. Und danach gabs ein super schönes Sulz-Abfährtli zurück zu Broccoli.

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10 Apr 2016

Sonnenschein, wolkenloser Himmel und Sulz erwartete uns heute. Michi und ich genossen das Saison-Ende in Kickin Horse bei perfekten Frühlingsbedingungen. Sülzle ist eben doch was schönes. Und dann testeten wir noch die Yurt, eine Aprè-Ski-Bar, die jedoch nur von 11 bis 15 Uhr offen hat. Also nicht so viel Après.
Und ich hab die heisse Schokolade mit Marshmallows doch noch probiert. In dieser Hütte haben sie kein fliessend Wasser, aber einen Bunsenbrenner, um die Marshmallows zu grillieren. Leider habe ich mein iPhone zu Hause vergessen, sonst gäbe es hier ein tolles Foto mit angebrannten Marshmallows, die in meiner heissen Schokolade schmelzen.
Am Abend wurden wir zu einem Weihnachtsbaum-Verbrenn-Umtrunk eingeladen. Julie und Evan machten ein Feuer im Garten und wir tranken Bier. Die Kanadier finden das sehr kanadisch.

09 Apr 2016

Miguela ist gerade auf einer Exkursion mit der Schule und ich durfte ihr Auto borgen. Michi braucht Broccoli, um zur Arbeit zu fahren. Und als ich heute das erste Mal in Miguelas Auto sass, war ich erst etwas verwirrt. Das Lenkrad ist verkehrt herum montiert. Das ist ganz schön irritieren, auch während des Fahrens. Ihr Auto fährt sich trotzdem gut, ebenfalls mit einem Riss über die ganze Scheibe.

08 Apr 2016

Die Kanadier lieben das Tauschen. In einem kleinen Städtchen wie Golden macht dies auch Sinn. So schnell kommt man nicht an eine grosse Auswahl von irgendwas, sei dies Haushaltsartikel oder was auch immer. Im Herbst waren wir am Ski Swap, der war von der Gemeinde organisiert. Und heute haben unsere Nachbarn ein Cloths Swap im Garten veranstaltet. Bei stahlblauem Himmel lässt es sich gut tauschen. Auf jedenfall waren da ziemlich viele Leute. Das war eine nette Unterhaltung, die ich vom Bürotisch aus beobachten konnte.

07 Apr 2016

Die Tage sind schon richtig lang! Wenn ich morgens erwache ist es schon hell. Nicht so wie vor einigen Wochen, wo ich vor dem Compuer noch das Licht einschalten musste. Und am Abend ist es so richtig lang hell. Total verwirrend für mich. Es dämmert erst sehr spät. Fühlt sich an, als wäre es schon Sommer. Laut Google ist der Sonnenaufgang in Golden momentan um 7 Uhr und Sonnenuntergang um 20.30 Uhr.

06 Apr 2016

Der Herr Specht. Ein toller Zeitgenosse. Ich mag den Vogel wirklich. Bevor ich nach Vancouver ging, war er immer um unser Haus rum und hat sich Nahrung besorgt. Sein Hämmern/Klopfen klingt super beruhigend. Doch seit meiner Rückkehr ist er nur noch am Balzen. Und der arme Kerl muss auf der Suche nach seinem Deckelchen ziemlich verzweifelt sein. Er frisst nicht mehr, sondern ruft den ganzen Tag nach all den Weibchen. Es ist eher schon ein Schreien. Und daraufhin stimmt der Nachbarshund mit Geheult in Kanon ein. Fazit vom Frühling: Mein geliebter Schnee geht und liebestrunkene Tiere kommen hervor.

05 Apr 2016

Miguela ist bei uns eingezogen. Sie wäre für zwei Wochen obdachlos gewesen und so ist sie nun bei uns. Mit ihrem tollen Pullover haben wir sie herzlich willkommen.

04 Apr 2016

Ja, ich musste gleich wieder in den Schnee. Der Frühling ist wirklich nicht so meins. Begleitet von Elora genoss ich heute den Schnee. «Sülzle» ist eben doch auch was schönes. Und wir machten ein Foto. Ich mach dem Frosch alle ehre.
Es war niemand auf der Piste, denn unten an der Gondel veranstalteten sie den Slush Cup. Da fahren alle mit wilden Kostümen und verrückten Jumps in ein Wasserbecken.

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03 Apr 2016

Und schon bald sind meine 180 Tage vorbei. Ich bin ab dem 22. April zurück in der Schweiz. Mein Sommer-Zelt schlag ich bei meiner Mama auf. Ich freu mich, euch bald wiederzusehen!

03 Apr 2016

Spannend ist das System, wie man den Bus zum Stoppen bringen kann. In der Schweiz gibt es nur die roten versteckten Knöpfe, an die man ohnehin nicht ran kommt, wenn man aussteigen möchte. Was zu einer sozialen Interaktion mit einem Fahrgast führt, was ja nicht schlecht ist. Aber hier in Kanada haben sie den Bus einfach mit einem langen Kabel ausgestattet, das durch den ganzen Bus gezogen wurde. Daran zieht man, egal wo man sitzt oder steht und das Halte-Signal wird ausgelöst. Find ich ziemlich cklever.

02 Apr 2016

Ich sass ganze 14 Stunden im Bus, bis ich wieder in Golden war. Das war nicht lustig.
Aber zu beginn hatte ich wenigstens einen lustigen Sitznachbarn. Der kam aus Stuttgart und verbrachte den Winter in Kamloops. Wir verstanden uns prächtig, was die anderen Fahrgäste weniger prächtig fanden. So versuchten wir uns im flüstern und schliefen dann auch irgendwann ein. Die Fahrt dauert nur so lange, weil der Bus überall hält, damit die Raucher auch ihrer Sucht nach gehen können. Oder die Blasenschwachen nicht das Bus-WC ständig blockieren. Von den Düften mal ganz abgesehen, die sind im Bus ohnehin schrecklich, da jeder was isst. Besonders die Inder, die essen immer.
Die Kanadier sind ohnehin ziemlich schmerzfrei. Der nächste Sitznachbar fährt regelmässig nach Ontario, das braucht 42 Stunden. Also ich bin definitiv zu wenig abgehärtet, als dass ich so lange Busfahrten auch nur in Betracht ziehen würde. Ich hab mir dann überlegt, wo man wäre, wenn man von Zürich aus, 42 Stunden in den Osten fahren würde – unvorstellbar. Ja, die kanadische Weite habe ich am eigenen Leibe nun erfahren und bin froh, wieder ganz in Golden angekommen zu sein.
Zum Schlafen braucht man zwar nicht so viel Energie, aber die Verpackung war so ansprechend, dass ich einfach einen essen musste.

01 Apr 2016

So schnell geht es und zwei Wochen sind rum. Heute war unser letzter Tag. Wir entschieden uns für den Lynn Park und noch etwas Stadt, bevors ans packen ging.
Und ich musste noch mein Bus-Ticket organisieren. Da ich unterwegs keinen Drucker hatte, um das Ticket auszudrucken, musste ich das an der Busstation lösen. Nur leider war mein gewünschter Bus ausverkauft, bis ich es heute auch noch zur Busstation schaffet. So nahm ich dann den früheren Bus, was hiess, dass ich um Mitternacht losfuhr. Wir holten noch ein letztes mal Sushi und genossen den Abend beim Packen, Sushi essen und Catan spielen, bis ich los musste. Der Abschied viel schwer, aber Sarah hat ja noch eine tolle Reise vor sich und ich geniesse noch etwas Golden bis wir uns in der Schweiz dann wieder treffen.

31 Mrz 2016

Der Sea-to-Sky-Highway verbindet Vancouver mit Squamish. Squamish liegt zwischen Vancouver und Whistler. Für die Olympischen Spiele in Whistler 2010 wurde diese Strasse gebaut – die schönste Küstenstrasse in Kanada, sagt man. Und stimmt auch. Es ist traumhaft schön! Meer, Berge und Sonnenschein war das Motto von heute. Leider fährt der Bus nur einmal am Tag hoch und bereits um 2 Uhr nachmittags zurück. So war die geplante Wanderung nicht möglich und ich nahm die Gondel hoch. Auf dem Berg war wohl noch etwas Schnee, aber auch hier war der Frühling schon stark fortgeschritten. Ein Wanderweg hiess «Wonderland Loop», was ich natürlich sehen musste. Und es war wirklich wunderschön. In der Mitte war ein See, der noch gefroren war und rund herum Wald, bis zu einem Ausblickspunkt. Und wieder die Sicht aufs Meer und die Berge. Einfach nur herrlich!

 

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Hier ist etwas falsch. Ich im Schnee und keine Skischuhe?!

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30 Mrz 2016

Ein kleines Paradies, Deep Cove. Mit dem Wasser-Bus fährt man nach Nordvancouver und nimmt dann den Bus nach Deep Cove, einer Bucht mit einem kleinen Dorf und einem tollen Wanderweg durch den Regenwald. Ich wollte die Stadt sehen, wenn alle zur Arbeit gehe. In Kanada wird nie gerämpelt oder gedrängelt. Besonders aufgefallen ist mir dies in Vancouver. Man wird nicht einmal berührt, wenn der Gehsteig überhäuft ist. Sehr eindrücklich. Elora hat mir den Tipp mit Deep Cove gegeben. Sie hat früher hier gewohnt. Das Dorf ist eine heile Welt. Alles hat seinen Platz, alles ist sauber. Der Kleine Hafen ist umgeben von einem Park, in dem die Kirschbäume blühten. Ein wunderbares Bild! Und die Wanderung durch den Regenwald war spannend. Der erste Abschnitt machen alle, Gross und Klein, Alt und Jung. Eine tolle Mischung mit einer schönen Aussicht auf die Bucht am Ende.

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29 Mrz 2016

Der Stanley Park ist einer der grösseren in Nordamerika. Und rund herum geht die Seawall mit Leuchtturm. Eine Strasse um die ganze Halbinsel. Wir spazierten hier entlang und beobachteten Jogger, Frachtschiffe, Meer und Kinder. Hier kann man den ganzen Tag verweilen. Quer durch den Park führen ganz viele Waldwege. Einer davon heisst Lovers Trail, den nahmen wir zurück in die Stadt.
Triviat ist eine Quiz-Runde. Auch in einem Pub in Golden wird dies gerne gespielt und hier in Vancouver eben auch. Auf jedenfall wurden wir heute beim Pub-Besuch gefragt, ob wir mitspielen möchten. Die ersten Fragen machten wir noch mit, aber die waren so schwer, dass wir nach dem leckeren Veggi-Burger dann lieber eine Runde Catan spielten.

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28 Mrz 2016

Wir wagten uns über die Brücke nach Kitsilano. Hier reiht sich ein Strand an den anderen und hübsche Wohnquartiere ans nächste. Und mitten drin gibts Pärke, tolle Restaurants und Einkaufsstrassen. Aber das Beste an Vancouver: Drückt man für die Fussgänger-Ampel, dann pipst es bis der Spruch kommt: «Du darfst jetzt gehen».
Wir schlenderten in dem netten Quartier umher, bevor wir nach Granville gingen. Das ist eine Halbinsel, auf der sich Künstler vereinen und ihre Ateliers um eine Markthalle drappiert haben. Viele Leute waren hier zu besuch und die Stimmung war wunderbar. In der Markthalle gibt es ganz viele Stände mit leckerem Essen. Und draussen hat es Sitzgelegenheiten, um die Sonne und das Essen zu geniessen.
Mit dem Wasser-Taxi setzten wir über ans Downtown-Ufer. Die fahren hier den ganzen Tag hin und her und transportieren Kind, Kegel und Velo. Und die Sonne scheint!

IMG_4282 Werbeslogan von der Post auf einem Briefkasten.

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Downtown von Kitsilano aus.

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Der Strom war wohl vorher da.

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Granville Island.

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Markthalle mit ungewachsten Äpfeln.

27 Mrz 2016

Downtown, Chinatown, Gastown. Heute schlenderten wir durch all die verschiedenen Quartiere in Vancouver. Die Stadt ist einfach toll, weil man immer wieder Wasser oder Berge sieht. Und die Hochhäuser stehen nicht so eng beieinander, weil es alles Wohnhäuser und keine Büroräume sind. Es ist frapant wie unterschiedlich die einzelnen Quartiere sind. Gastown ist der Urspurng von Vancouver und alles ist aus Backsteinhäusern. Chinatown ist Chinatown. Und Downtown hat die Luxushotels und Banken, edlen Shops und guten Restaurants.
Eindrücklich sind die Menschen hier. Jeder ist sehr hilfsbereit. Beim SkytTrain stehen überall Uniformierte, die einem sofort helfen, wenn man die Karte anschaut oder beim Ticketlösen nicht draus kommt. Aber da hat uns Reza ja schon hervorragend eingeführt. Es hat leider auch viele Obdachlose…

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26 Mrz 2016

Mit dem Sonnenaufgang auf Mount Douglas verabschiedeten wir uns von Victoria. Wir liefen im halbdunkelen auf den Berg und genossen den Sonnenaufgang.
Danach brachten wir unser Wreck zurück und fuhren nach Vancouver, mit einer Partie Catan auf der Fähre. Hier hatten wir eine Airbnb-Wohnung gemietet. Und dieses Mal haben wir etwas Pech gehabt. Die Fotos hatten viel besser ausgesehen, als was wir dann angetroffen hatten. Vor allem war es nicht geputzt. Nach einigem Hin und Her putzten wir die Wohnung selber. Nicht nur bei Hotels, auch bei Airbnb kann man ins Klo greifen.

25 Mrz 2016

Am Morgen hats immer noch geregnet und so sind wir ins iMax und haben uns einen Film über die Naturpärke von Nordamerika angeschaut. Sehr eindrücklich! Viel mit einer Drohne gefilmt und das im 3D-Effekt. Wir waren also sozusagen im Monument Park und auf den Gletschern.
Und am Nachmittag habe ich Sarah High Tea gezeigt. Es ist schon sehr britisch hier. Scones und Schwarztee war also unser Mittagessen, bevor wir noch etwas in Victoria umher schlenderten. Kanada hat viele schöne Menschen, die leben jedoch überall, nur nicht in Victoria.
Wir entschieden uns spontan noch einmal ins Kino zu gehen und schauten uns «My Big Fat Greek Weddign 2» an. Das war super lustig!

24 Mrz 2016

Ich habs gefunden – mein Frühstücks-Restaurant! Cora, so heisst es, bietet super leckere Sachen an. Da könnte ich gleich die ganze Speisekarte durch essen. Hab mich dann für Pancakes mit Früchten entschieden. Nicht sehr nachhaltig, sie servieren Erdbeeren im Winter. Aber die Pancakes waren himmlisch!
Und Cora gibts über ganz Kanada verteilt. Eindrücklich ist, dass man an der Tür anstehen muss, doch innen die Hälfte der Tische leer, bzw. teils nicht abgeräumt sind. Und das Personal nimmt das ganze ruhig und gelassen. Das war uns jedoch egal und wir reservierten gleich einen Tisch für Morgen.

23 Mrz 2016

Wir haben es noch einmal getan! Der Anbieter vom Whale Watching hat uns angeboten, dass wir noch einmal mitfahren können. Und heute haben wir es gewagt. Ich dachte, ich muss dieses Erlebnis irgendwie neutralisieren. Dieses Mal sassen wir von anfang an hinten. Das Wetter war etwas besser und bereits nach einer halben Stunde sahen wir drei Grauwale um uns herum schwimmen. Der Kapitän versuchte auch dieses Mal, uns einen Orca zu zeigen, aber da war keiner. Für mich ist das mit dem Bootsfahren jedoch abgeschlossen. Das zweite Mal war nur wenig besser.
Danach machten wir uns auf nach Victoria. Mit einem Zwischenhalt beim Tacofino-Trucker.
Für Victoria hatten wir noch keine Unterkunft. Und Ostern war auch noch. Nach längerem umherirren, haben wir nun ein Bett, jedoch keine erwähnenswertes Hotel. Doch Victoria ist hübsch, mit all den Backsteinhäusern und dem beleuchteten Regierungsgebäude.

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22 Mrz 2016

Nach dem gestrigen Tag gingen wir es heute etwas gemütlicher an. Auf einem Regenwald-Spaziergang feierten wir, dass wir den Ausflug gestern überlebt hatten und ich heute auf ein Jahr mehr zurück blicken kann. Der Regenwald ist direkt an der Küste. So sahen wir immer wieder Meer, Strand und Bäume. Eindrücklich, wie stark die Bäume hier mit Moos bewachsen sind. Das Grün ist super schön!
Und da ich noch einige Projekte offen habe, sind wir auf der Suche nach Internet noch beim Tacofino vorbei gekommen. Den gibts nur hier in Tofino bei einem Foodtruck. Und er ist wirklich so gut, wie sein Ruf, wenn nicht sogar noch besser. Sozusagen mein Geburtstagskuchen:)
Doch auch heute regnete es und so gab es am Nachmittag eine Partie Catan mit einem Fischotter als Zuschauer, bevors zu einem hervorragenden Essen im Shelters ging. Eine Vorspeisen-Spezialität in Kanada: Gebratener Rosenkohl. Der schmeckt so richtig gut!

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21 Mrz 2016

Sarahs grösster Wunsch für die Reise war, ein Orca zu sehen. So packten wir heute die Gelegenheit und buchten eine Wal-Tour. Eingepackt in einen roten Überlebensanzug gings aufs Boot. Wir erhielten die vordersten Plätze, sozusagen die Pole-Position.
Zu beginn war es noch trocken. Doch dann begann es zu regnen. Und das Meer wurde unruhig. Die Wellen höher – mein Magen kleiner. Noch jetzt schauklet mein Tisch, nur schon beim Gedanken daran.
In meinem roten Anzug bildete sich einen Teich. Ich war durchnässt, von oben bis unten und unser Kapitän wollte uns unbedingt Wale zeigen und fuhr noch weiter nach draussen. Irgendwann lagen auf einem Stein ein paar Seelöwen. Durch meine nassen Brillengläser hätte es auch irgendwas anderes sein können. Und dann musste ich die Hand hochhalten. Ich konnt einfach nicht mehr. Die hohen Wellen und die harten Schläge in Komibination mit Nass und Kalt waren zu viel. Ich war fertig. Und so setzte mich der Kapitän zuhinterst ins Boot, Sarah kam mit. Hier waren die Wellen nicht mehr so hoch, die Schläge nicht mehr so hart. Nach knapp drei Stunden kamen wir zurück in den Hafen – ohne einen Wal gesehen zu haben. Die wohl schlimmsten drei Stunden, ever! Ich bin definitiv nicht fürs Wasser gemacht. Ich mag Berge. Uns Wasser am liebsten im gefrorenen Zustand.
Am Abend nahm Jake uns mit in die Brauerei von Tofino. Dieser Tag musste begossen werden. Die Brauerei-Bar ist direkt in der Brauerei und man kann durch die ganze Anlage laufen, während dem man ein Bier trinkt. Hygienetechnisch in der Schweiz kaum vorstellbar. Und das Logo ist auch sehr gelungen.

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20 Mrz 2016

Die Fahrt mit der Fähre nach Vancouver Island war eindrücklich. Es erinnerte mich an den Vierwaldstättersee, einfach um einiges grösser.
In Nanaimo angekommen mieteten wir ein Auto. Bei «Rent a Wreck» kriegt man ein Auto, das schon den einen oder anderen Kuss erhalten hat. Wir erhielten ein schnittiges silbernes Coupé und ich fuhr bis Tofino. Auf dieser Reise wurde mir die Weite von Kanada erst richtig bewusst. Man fährt und fährt und fährt und nichts ausser Wald und Seen. Wow!

Über Airbnb bin ich in Tofino auf ein Hausboot gestossen, welches uns für drei Nächte beherbergte. Jake, dessen Unterkunft dies normalerweise ist, nahm uns in seinem kleinen Boot rüber auf die Insel, wo das Hausboot war. Ein wunderschöner Platz auf dieser Erde! Das Hausboot ist genial ausgestattet, die Dusche mit Schindeln ausgekleidet. Und für unser Catan-Spiel hatten wir wohl die schönste Aussicht.

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19 Mrz 2016

Nach einer langen Busreise – 11 Stunden – sind wir dann endlich in Vancouver angekommen. Und zum ersten Mal nutze ich Airbnb als Gast. Das war ein spannedes Erlebnis. Reza, unser Gastgeber, war noch an einer Dinner-Party als wir ankamen. Und bis er nach Hause kam, wareb wir fast schon am Schlafen. Die Wohnung war super modern, gleich in der Nähe vom Bahnhof. Er rasiert sich sogar mit einem richtigen Rasier-Pinsel. Zumindest stand da einer dekorativ im Bad.
Am Morgen stand Reza mit uns auf und machte ein leckeres Eier-Omelett. Und während dem wir uns bereit machten, suchte er uns den richtigen Bus zur Fähre heraus. Er traute uns wohl nicht zu, dass wir den Bus finden und so begleitete er uns bis zur Haltestelle. Was für ein Gastgeber!

18 Mrz 2016

Jetzt gehts los! Am Mittag fahren wir mit dem Greyhound Bus nach Vancouver. Ich hatte lange hin und her überlegt, ob wir nicht doch Broccoli nehmen sollten. Doch ich glaube nicht, dass ich 8 Stunden alleine im Auto zurückfahren kann. Wir nehmen es gemütlich und fahren mit dem Bus. So geniessen wir die Gegend oder ich kann jederzeit problemlos einfach schlafen.

18 Mrz 2016

In der Nacht kam Sarah, meine ehemalige Mitbewohnerin, an. Sie verbringt die nächsten zwei Wochen mit mir. Und wir gehen nach Vancouver! In den nächsten 14 Tagen gibt es daher vielleicht auch mal eine Funkstille, aber danach dafür um so spannendere Berichte.
Heute gabs das volle Golden-Touristenprogramm und das bei unglaublichem stahlblauem Himmel! Einen Spaziergang durchs Städtchen und dann ins Skigebiet Kicking Horse. Mit der Gondel über Boo hinweggeflogen hoch auf den Gipfel stärketen wir uns mit einem leckeren Mittagessen. Und am Abend hab ich Sarah Catan beigebracht und wir haben gleich zwei Runden gespielt. Das Spiel hat einen sehr hohen Suchtfaktor.

17 Mrz 2016

Auf dem Weg zu meiner Englisch Lektion bin ich dem Coca-Cola-Bus begegnet. Zwar etwas dreckig, aber die Form ist einfach toll! Die Trucks hier haben nichts unter der Haube, doch die Haube selber macht dies wieder wett.
Und nein, für Ostern haben sie ihn nicht mit Lichtern dekoriert.

16 Mrz 2016

Das Kino hier ist super. Es gibt keine nummerierten Plätze und es fühlt sich an wie im Wohnzimmer von irgend jemandem. Denn von den paar wenigen Leuten, die da sind, kennt man bestimmt den einen oder anderen. Zumindest vom sehen her. Und das beste ist, der Film beginnt um 19 Uhr.
Bis heute haben wir Spectre und The Revenant geschaut und heute Eddie the Eagle. Dienstag ist Cheap Tuesday im Kino, das zieht ziemlich Leute an. Da gibts für $10 den Eintritt, ein kleines Popcorn, welches riesig ist und ein kleines (grosses) Getränk. Ich hab ein neues Getränk ausprobiert: Root Beer. Es schmeck wie eine Mischung aus flüssigem Kaugummi und Zahnpasta. Kaugummi mit Sprudel. Grauslig! Die Kanadier sollten beim richtigen Bierbrauen bleiben.

15 Mrz 2016

Beim Langläuflen konnte ich heute ein Eichhörnchen aus nächster nähe beobachten, wie es die Samen aus einem Tannzapfen ass. Es hat mich gesehen, aber das Loch im Bauch war grösser, als die Angst vor mir.
Der Frühling zeigt sich immer mehr. In Golden ist nur noch an schattigen Plätzchen Schnee zu finden, aber auf dem Berg sind die Loipen noch perfekt. Und ich kann mich an Meter hohen Schneebergen erfreuen.

14 Mrz 2016

Ach, wie ich es doch doof finde. Das Zeitumstellen. Glücklicherweise läuft dies heutzutage automatisch ab. Ich kann mich noch erinnern, wie ich als Kind am Sonntag Morgen allen Uhren nachgejagt bin.
Heute war es hier wieder so weit. Und natürlich hab ich verschlafen. Kurz vor 9 hab ich auf die Uhr geschaut. Reichlich spät! Naja, aber für eine tolle Powder-Abfahrt mit Elora hats gereicht, bevor ich wieder fleissig war.
Bis ihr an Ostern nachzieht, haben wir also 7 Stunden Zeitdifferenz.

13 Mrz 2016

Im Northwest Territory, das ist ganz im Norden von Kanada, gibt es noch einige First Nations, Ureinwohner. Eloras Mama hat mir eine kleine Duftnote von Yellowknife, Hauptstadt dieser Provinz, zukommen lassen und das hängt nun in unserem Jacken-Schrank. Es duftet, wie soll ich sagen, speziell. Ein Ungewohnter Duft. Aber nicht schlecht, einfach anders. Vielleicht wäre herb ein passender Ausdruck dafür. Auf jedenfall besser als Mottenkugel-Duft.

12 Mrz 2016

Und heute war es soweit. Kevin und ich spielten gleich noch eine Runde Catan. Aber zuvor, erlebten wir das Saison-Highlight (nebst Helisking versteht sich)!
Über Nacht gabs 23 Zentimeter Powder und heute Morgen Sonnenschein. Toolie, Kevin und ich wollten die erste Gondel erwischen und standen um 8.45 da. Doch sie wollte einfach nicht laufen. Um 9.30 liessen sie die ersten hoch und wir waren in der 3. Gondel – wuuhuuu! Vor uns lag herrlichster Tiefschnee, der bis ins Gesicht spritzte. Es war unglaublich! Bis am Mittag fuhren wir jeden möglichen Hang, verspurten im Wald den Schnee und spielten wie die Kinder. Nach einer kurzen Sandwitch-Pause gingen wir dann noch ein Tal weiter. Mit der Gondel hoch, mit dem Skilift weiter und dann Ski gebuckelt über Whitewall hoch zu Ozon. Hier waren nur vereinzelt Spuren. Ozon ist ziemlich steil und eng und da gibts ein Couloir das Girlfriends Friend heisst. Nicht ganz so steil, nicht ganz so eng. Und herrlichster Powder! Das Gefühl ist nicht zu beschreiben, wenn der Schnee bis zu den Knien (teils sogar Oberschenkeln) reicht und man durch den flockigsten Schnee schwebt. Oh yes! In der Talsohle zogen wir die Felle auf und liefen auf Rudis Ridge hoch. Und hier wartete ein weiterer Nordhang. Mir fehlen die Worte. Es war eifach nur unglaublich! Das beste kam zum Schluss. Ein kleines, lichtes Wäldchen, das überall Schneebuckel hatte, brachte uns zurück zum Parkplatz. Das ist Kanada!

11 Mrz 2016

Da unsere bessere zweite Hälfte irgendwo in der Wildniss ist, gabs heute für Toolie und mich eine Girl-Night. Herrliche Fajitas stärkten uns, bevor sie mir das Brettspiel «Catan» beibrachte. Das ist ja super mega lustig! Mein Airbnb-Gast Kevin spielte auch mit – also nicht ganz girly. Aber es war super amüsant. Wir bauten Strassen, Siedlungen und feilschten wie die Wilden miteinander. Definitiv ein Spiel, das ich wieder einmal spiele.

10 Mrz 2016

Die letzten Tage plagte mich eine Erkältung. Mit viel heisser Honig-Zitrone und etwas mehr Ruhe jagte ich all die Käfer wieder aus meinem System. Interessant ist hier, dass im Drug Store so viele Medikamente einfach so im Regal stehen. In der Schweiz muss man dafür zumindest in der Apotheke nachfragen. Im Drug Store ist alles zu finden. Vom Haarshampoo, über Dekomaterial, bis zum WC-Papier und einem kleinen Postschalter. Oder dann eben auch etwas stärkere Medikamente zum halben Preis als zu Hause. Interessanter Mix.

09 Mrz 2016

IWD

The International Women’s Day wird in Kanada überaus zelebriert. Wieder ein Event, um das Radio den ganzen Tag mit (Frauen-) Geschichten zu füllen. Anscheinend kriegen Frauen an diesem Tag Blumen, Schokolade oder ein kleines Präsent (erinnert irgendwie an Valentinstag…). Ich habe jedoch Michi eine Schokolade geschenkt, er ist heute in ein Skitouren-Lager losgegangen und kommt erst Samstag wieder.
In Golden gibt es eine Frauenvereinigung, ähnelt vielleicht unseren Landfrauen oder so. Auf jedenfall haben die Damen einen Abend organisiert im Sinne «Eine Bühne für Frauen von Frauen». Es begann um 18.30 Uhr. Eine völlig eigenartige Zeit für ein solches Happening. Mit etwas Verspätung sah ich noch die zweite Hälfte. Und ich war erstaunt. Es war etwas Gsprüsch-mi-fühlsch-mi, aber es waren allesamt super Beiträge! Musikerinnen wechselten sich ab mit Frauen, die ein Gedicht vortrugen oder einfach eine Rede hielten. Sehr faszinierende Gedanken. Und ich hab mich nur einmal ein bisschen fremdgeschämt.
Wir ehren an diesem Tag alles, was die Frauen bereits erreicht haben bezüglich Gleichberechtigung, ob politisch, wirtschaftlich, persönlich etc. Anscheinend hat die WHO ausgerechtent, dass es im Jahr 2130 soweit sein soll, dass Frau und Mann gleichberechtigt sind. Also Frauen, dran bleiben (war der Schlusssatz der Veranstaltung).

08 Mrz 2016

Boo

Boo der Bär ist wieder wach! Die frühlingshaften Temperaturen haben ihn wohl eher früher als später aus dem Winterschlaf geholt. Von der Gondel aus konnte ich ihn beobachte, doch als ich das zweite mal hoch fuhr und das Natel auch bereit hatte, war er wieder in seiner Höhle verkrochen. Vielleicht klappt es ja sonst ein mal.
Boo wurde als Findelkind aufgefunden und hier in Kicking Horse aufgezogen. Er wäre in der freien Wildbahn etwas aufgeschmissen, weshalb sie ihn nun hegen und pflegen. In seiner Höhle haben sie über den Winter eine Kamera installiert und dank dieser Kamera konnte man jetzt feststelle, dass die Bären sich in der Nacht ganz schön oft bewegen. Sie drehen sich nicht nur im Schlaf, sie Nachtwandeln in der Höhle umher. Wie bewusst sie das wahrnehmen, weiss man jedoch noch nicht.

07 Mrz 2016

Da wir die Wohnung für sieben Monate nehmen mussten, waren wir auf der Suche nach einem Nachmieter ab anfangs Mai. Und nun haben wir sie gefunden. Gestern kamen sie vorbei, zwei junge Girls aus Kamloops. Ich hatte ihnen vorab ein Video zukommen lassen. Doch sie wollten es noch in real sehen. Typisch kanadisch, man fährt kurz vier Stunden, um sich eine Wohnung anzusehen. Und dann war noch ein Regen-/Schneesturm. Aber nur bei uns. Denn die Beiden standen in Ballerinas vor der Tür. In Kamloops soll es 15° gehabt haben…
Sie waren begeistert von der Wohnung und werden anfangs Mai hier einziehen.

06 Mrz 2016

Unsere Nachbar, Toolie und North haben Hühner in ihrem Garten. Sie sind wohl eingezäunt, doch dies mehr schlecht als recht. Und jetzt hat ein Hund heute ein Huhn geklaut. Auf Golden Classifieds, meiner Unterhaltungs-Facebook-Seite, wurde der Hund mit Huhn im Mund gepostet und eine riesige Diskusion startete. Toolie war traurig, aber hat sich schon daran gewöhnt. 5 von 10 Hühnern wurden von Hunden erwischt.

05 Mrz 2016

Der Nachbar von Michis alter WG ist ein gestandener Italiener. Bei ihm erhofften wir, einen Wagenheber zu finden. Aber noch besser, er zeigte uns, was sich in Broccoli noch alles finden lässt. Broccoli hat einen eigenen Wagenheber, ein Ersatzrad und alles was man zum Radwechsel braucht! Die beiden Herren haben eine hervorragende Arbeit gemacht. Jetzt können wir zu einem Pneu-Händler fahren und einen neuen Winterreifen kaufen.

04 Mrz 2016

Miguela hat uns heute zum Essen eingeladen. Miguela ist Jägerin. Und so gab es Moose (Elch). Michi freute sich unendlich. Spannend war das Geräusch. Sie kann die Elche echt gut nachahmen.
Für mich gabs ein Avocado-Steak. Das war mindestens so gut wie der Elch. Und dann hat Miguelas Mittbewohner noch eine Rad-Pumpe, die man im Auto einstecken kann und so das Rad pumpen kann. Zu Hause haben wir das dann gleich ausprobiert. Leider hat es nicht funktioniert. Doch die altmodische Art. Ein Jack muss her.

03 Mrz 2016

Immer am ersten Dienstag im Monat gibt es im Lebensmittelladen 10% auf alles, der sogenannte Cheap Tuesday. Also wollte ich zum Grosseinkauf und fuhr Broccoli aus dem Parkplatz. Eigenartigerweise zog er nach links. Ausgestiegen, sah ich, dass wir einen Platten hatten. Das ganze zurück und mit dem Rucksack zum Einkaufen. Und es gab keinen Grosseinkauf.
Michi sah den Platten gleich, als er von der Schule kam. Jetzt gehts ans organisieren. Das ganze hat nicht nur schlechtes, das Vocabular erweitert sich auch sogleich. Wusste nicht, dass sie dem Wagenheber Jack sagen. Ich bin also auf der suche nach einem Jack.

02 Mrz 2016

Der Winter hat auf den Strassen ziemliche Spuren hinterlassen. Es wellt und buckelt sich überall. Risse über die Strasse oder ganze Löcher wo der Asphalt fehlt. Und was machen die Kanadier? Sie stellen rote Schildchen an den Strassenrand. Sieht man ein solches Schildchen, sollte man definitiv abbremsen, denn es werden nur die schlimmsten Wölbungen ausgeschildert. Über die kleineren sieht, bzw. fährt man einfach hinweg.

01 Mrz 2016

Die englisch sprechende Bevölkerung macht alle vier Jahre einen Sprung. Sie nennen das Schaltjahr «Leap Year» (wörtlich übersetzt hüpf Jahr). Na dann, gut hüpf!

29 Feb 2016

Die Golden Classifieds sind ganz schön verführerisch. Da hab ich ein paar Skis gesehen und die wollten einfach nicht mehr aus meinem Kopf. Bereits als ich nach Kanada kam, lernte ich die Marke dps (Deep Powder Snow) kennen und hab mich schon alleine in den Namen verliebt. Und jetzt machen die auch noch ein tolles Design! Wie soll ich mich da auch nur abwenden können, wenn dann auch noch jemand genau diesen einen hellblauen Ski auf den Classifieds postet. Ich durfte sie ausleihen, um sie einen Tag lang zu testen. Und wie waren sie? Natürlich genial. Es lebe der Schnee!

28 Feb 2016

Langsam wird es Frühling. Am Morgen höre ich öfters den Specht. Und heute flog plötzlich ein Vogelschwarm bei uns in die Tanne. Sie picken dann die Tannzapfen auf, um an Futter zu gelangen. All die Tannzapfen fliegen geräuschvoll auf unser Dach. Das hört sich an wie Regen. Im Herbst machten die Vögel dies zum ersten Mal und als ich das hörte, dachte ich, es sei ein Bär, der sich an unserer Tonne zuschaffen macht. Als ich im Pijama von der Veranda aus den Bären suchte, fand ich dann «nur» die Vögel. Spannende Kerlchen.

27 Feb 2016

Der Stereotyp von Kanada hat ein rot karriertes Hemd an. Egal, ob weiblich oder männlich. Ich dachte, das ist ein Vorurteil, das sich kaum bestätigen lässt. Doch es ist wirklich so! Geht man in eine Bar, so sieht man mindestens einen Fünftel der Besucher mit einem karierten Hemd, Geschlechtsunabhängig.
Bei unseren Airbnb-Gästen habe ich das auch festgestellt. Spätestens wenn sie ihren Homedress anziehen, darf das karrierte Shirt nicht fehlen. Rot ist definitiv der Favorit, aber es gibt auch andere Farbkombinationen. Und das flauschige Flanell macht das ganze wirklich einfach nur gemütlich.

26 Feb 2016

Nach einem Heliskitag ist Kicking Horse ohne Neuschnee ganz schön langweilig. Trotzdem zeigte ich heute Nicole und Philipp meinen «Hausberg». Und zum ersten Mal besuchte ich das Eagl’s Eye, das Restaurant auf dem Berg. Bei stahlblauem Himmel kamen die Kanadier nur raus, um zu rauchen. So gönnten wir uns in Ruhe eine extra Portion Vitamin D, bis plötzlich einer de Guides von gestern neben uns stand! Etwas Small Talk und er widmete sich wieder seinem Bier an der Bar.
Nach einigen Abfahrten und einem tollen Burger am Abend wagten wir die Jam-Night im Taps. Es gibt Menschen, die überschätzen sich masslos. Das Konzert war also nicht so ein Ohren-Schmaus, wie der Burger ein Gaumen-Schmaus.

25 Feb 2016

Jetzt war es so weit! Heute habe ich mir einen Traum erfüllt. Anlass war der Geburtstag von Philipp. Nicole hat einen Heliski-Tag bei Purcell organisiert und ich durfte die beiden begleiten.
Es gibt nichts, was dieses Erlebnis beschreiben könnte. Bereits der Flug mit dem Heli wir spektakulär. Die Aussicht – unglaublich! Und dann die erste Linie in Schnee ziehen. Und gleich wieder hoch und die nächste folgte sogleich! Wir hatten sechs Lines. Jede war unglaublich schön. Pulver durch und durch. Ein himmlischer Genuss! Ein geniales Erlebnis! Wow!

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24 Feb 2016

Freunde aus der Schweiz sind heute bei uns angekommen, Nicole und Philipp. Da mussten wir einfach anstossen. Und das macht man mit einem gut schmeckenden, bzw. toll aussehenden Bier. Die Designs gehen immer um die ganze Dose herum und die Zweifarbigkeit ist einfach genial. Ein Sujet hat zwei Typen auf dem Sessli und die vorderen Sessel sind alle leer, daher der Name: Erste Spur. First Trax war auch genau der richtige Titel für unser Vorhaben von Morgen …

23 Feb 2016

Zum Thema vum super Truck von gestern ist Michi in der Schule auf ein passendes Inserat gestossen. Es ist unglaublich, welche Macht die Öl-Industrie hat. Oder speziell in den 60er-Jahren hatte. Hier ein Inserat, das die Bevölkerung dazu aufruft, keine Fahrgemeinschaften zu bilden, sondern alleine im Auto zu fahren. Es schade  Big Oil, Detroit und Amerika.

22 Feb 2016

Wooohhhooow! Das war ja krass! Heute war ich am Autostöpplen. Michi wollte noch etwas den Schnee geniessen. Bereits das erste Auto hat angehalten. Und das war alles andere als ein Auto. Es war so ein krasser Dodge. Ein schwarzes Ungetüm. Zwischen dem Pneu und dem Radkasten befand sich so viel Abstand, wie der Broccoli hoch ist. Naja, vielleicht nicht ganz, aber es war enorm! Angehalten hat ein Pärchen, welches das Wochenende hier verbracht hat. Normalerweise fahren sie mit zwei so riesigen Snowmobilen auf ihrem Pick Up rum. Dieses Mal haben sie nur ihre Snowboards geladen. Die waren kaum auffindbar auf dieser riesigen Ladenfläche.
Um auf die Rückbank steigen zu können, musste ich fast einen Klimzug vollführen, was ja nicht gerade meine Stärke ist. Aber ich war dann drin. Und dann sah ich all die Knöpf und Lichtchen, die da blinkten. Oh my god! Sehr imposant waren auch der Fahrer- und Beifahrersitz. Ein Couchsessel ist ein Klacks dagegen. Und zwischen diesen beiden monströsen Sesseln befindet sich eine Armstütze, die fast so breit ist, wie mein Arbeitstisch.
Als wir über die Brücke fuhren, fühlte es sich an, als könnten wir übers Wasser fahren. Sehr eindrücklich das ganze. Und wie alle kanadischen Fahrzeuge, die ich bis jetzt kennengelernt habe, war auch seine Windschutzscheibe mehrfach gespurngen. Dafür hat das Geld dann wohl nicht gereicht. Schliesslich müssen diese vier Räder noch getankt werden. Und für diesen Wochenendausflug sassen die beiden ca. 10 Stunden im Auto. Ich seh die Zapfsäule hinterherhüpfen.

21 Feb 2016

In Golden gibt es das Golden Sound Festival. Davon gibt es eine Winter- und eine Sommerausgabe. Die Winterausgabe war dieses Wochenende und ich voluntierte an der Garderobe, gemeinsam mit Miguela. Ich dachte, da kommen keine eigenartigen Fragen auf mich zu und es ist sicherlich ausserhalb des Saals. Falsch gedacht. Die Garderobe war direkt vor den Lautsprechern rechts von der Bühne. Gespielt wurde Rock. Hard Rock. In einer Lautstärke, die auch mit Schreien direkt in den Gehörgang des Gegenübers nicht zu übertönen war. Die Kanadier haben definitiv keine Lautstärkenregulation. Nach drei Stunden an der Garderobe, nahmen wir noch einen Absacker und verliessen den Event. Es war einfach zu laut.
Was aber interessant war, neben der Bar stand ein Trinkwasserbehälter. Freies Wasser für jederman. Und alle Drinks waren 4$, sogar Whiskey Cola. Ein Extrem folgt dem anderen.

20 Feb 2016

Weg mit den Locken. Michi hat sich beim Hairdresser angemeldet und mich gleich mit. So waren wir heute gemeinsam bei einer netten Lady, die erst mir die Haare gschnitten hat und dann Michi. Sie machte eine herrliche Kopfmassage. Ihren Smalltalk konnte mich jedoch auch nicht davon abhalten, während dem Föhnen einzuschlafen. Bei mir sieht man keinen Unterschied, aber bei Michi hat sich ein Vorher-/Nachherbild gelohnt.

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19 Feb 2016

Als wir hier eingezogen sind, war ich etwas erstaunt über die Halterung im Kühlschrank. Es sind transparente, halbrunde Vorsätze, die im unteren Bereich der Tür befestigt sind. Da mir nicht in den Sinn kam, für was ich das nützen könnte, hab ichs einfach wieder vergessen. Und jetzt kamen da zwei Kanadier und haben dort Bier reingelegt. Wie logisch! Ich konnte es nicht glauben! Die Ausspraungen sind perfekt, um ein Bier rauszunehmen, ohne dass es auf den Boden fällt. In Zukunft wird auch bei uns das Bier liegen und nicht mehr stehen. Ein Dank an den Produktdesigner!

18 Feb 2016

Schnee ist für mich der grösste Künstler. Kommt gleich nach den Wolken. Beim Skitouren oder auf Spaziergängen durch den Wald findet man immer wieder spannende Kreaturen. Drei hab ich festgehalten Affe, Geko und Bär… Viel Spass beim Fantasieren.

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17 Feb 2016

Meine Lieblingskombination: Zimt und Rosinen. Die gibts hier als Bagle, Porridge oder sogenannte Buns (sowas wie ne Hefeschnecke). Ich glaube, da sind auch noch weitere Kreationen mit diesen Zutaten, welche mir aber gerade nicht in den Sinn kommen. Auf jedenfall liebe ich die Bagles – ohlala! Und das Porridge ist auch wunderbar!
So habe ich mir gedacht, ich mache den nächsten Zopf mit dieser Kombination. So knetete ich in den einen Strang Zimt und etwas Zucker und in den anderen die Rosinen. Geflochten gab das ein schönes Muster. Und geschmeckt hats auch herrvorragend!

16 Feb 2016

Im Yoho Park befindet sich der Emeral Lake. Ein wunderschöner Platz. Die Idee war, Michi fischt und ich geh Langläuflen. Sie machen hier jedoch nur die Loipe für Klassisch und da es 15 Zentimeter Neuschnee hatte, verzichtete ich dann auf Tiefschnee-Skating. So spazierten wir um den See und entdeckten die Natur hier. Ein Waldbrand vor Jahren hat die Bäume ziemlich mitgenommmen. Und mein persönlicher Natural Interpreter erklärte mir alles über die verschiedenen Bäume. Zum zehnten Mal – was aber super ist, da ich es mir nicht merken kann.
Wenn uns Schneeschuhläufer begegneten mussten wir schmunzeln, da dies definitiv nicht nötig war, auf dem Trampelpfad. Glücklicherweise gingen wir früh los, so waren wir bereits zurück, als die grosse Meute kam. Valentinstag zeigte sich auch hier im posieren von unendlich vielen Pärchen.

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15 Feb 2016

Valentinstag ist wie Weihnachten, da gibts im Radio nur Schmusesongs. Seit Freitag ist alles unter dem Stern «Valentin» zu kaufen, zu buchen oder reduziert. Hauptsache, man hat was zu feiern.
Happy Valentinstag!

14 Feb 2016

Fasnacht in Golden ist sehr speziell. Da ist abends um 7 ein grosses Treffen. Ich hab noch nie so viele Menschen auf einem Haufen hier in Golden gesehen. Elora und Julie begleiteten mich zu dem Spektakel. Der Weg führte über die Fussgängerbrücke, welche super schön mit selbstgebastelten Lampionen dekoriert war. Und schon ging es los mit dem Spektakel. Zuerst kam eine Nachahmung einer Star Wars Szene, dann kam King Snow und Lady Spring (zwei 3 Meter Figuren) und feierten Valentinstag. Zum Schluss dann noch ein Feuerwerk. Unglaublich. Es war sehr lustig, auch wenn ich den Zusammenhang nicht verstanden habe. Ob das die Geister vertrieben hat … ?

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13 Feb 2016

Da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, ist Autostopp hier eine beliebte Sache. Gerade für ins Skigebiet stehen eigentlich immer Leute an der Strasse, ob hoch oder runter. Ich hatte schon spannende Mitfahrer: Australier, Neuseeländer oder dann von Québec. Das sind immer interessante 20 Minuten. Meistens bin ich froh, wenn es ein Quaselmaul ist und ich nur zuhören kann. In dieser kurzen Zeit können einige Leute ganz schön viel aus ihrem Leben erzählen …
Auf dem Highway ist Trampen jedoch untersagt. Macht igrendwie auch Sinn, wir stöppeln ja auch nicht auf der Autobahn.

12 Feb 2016

«Let it snow» ist ein Lable aus Golden, gegründet von einer Schweizerin. Sie macht tolle Mützen und Stirnbänder. Und Zeugs für Kinder. Mit dem Vorwand vom Valentinstag hab ich uns eine Mütze bestellt.

11 Feb 2016

Wenn man in der Bäckerei einen ganzen Laib kauft, wird man gefragt, ob es geschnitten werden soll. Bei diesem Brot macht das auch Sinn. Das Brot ist ganz luftig, wiegt kaum etwas und somit ist das Schneiden eine Herausforderung. Hält man das Brot angemessen, so dass das Messer nicht gleicht alles zerfetzt, zerdrückt man es und es ist vielleicht noch einen Viertel von der ursprünglichen Grösse. Und harte Butter ist kaum darauf zu bringen. Dauernd hab ich einen riesen Krümelhaufen in meinem Teller und nirgends eine Fläche, wo etwas Marmelade darauf Platz hätte.
Egal. Bei meinem letzten Besuch habe ich faszinierend beobachtet, wie sie das Brot in die enge Plastiktüte bringen. Da gibt es extra eine Vorrichtung. Das Brot wird hinein gestellt, dann darf es sozugsagen nach oben Rutschbahn fahren (durch die Metallvorrichtung) und landet direkt in der Tüte. Interessante Erfindung. Man könnte es auch ganz einfach in Papier einwickeln.

10 Feb 2016

Die neue Waschmaschine wurde geliefert! Und wer hat sie gebracht? Zwei Schweizer. Richtige Unikate. Einer aus dem Jura, der andere Berneroberländer. Sie sprechen Englisch miteinander, weil keiener die Sprache des anderen beherrscht. Michi hat sie tatkräftig unterstützt, so dass ich nur noch Kaffee machen konnte, als ich vom Englisch kam.
Die beiden sind seit 1967 bzw. 1968 hier. Mitlerweile pensioniert, geniessen sie die kanadische Weite immer wieder aufs Neue. War lustig mit ihnen zu plaudern.
Und die neue Maschine funktioniert tadellos. Wieder ein Toploader, das heisst, oben einfüllen. Alles. Wäsche und Seife. Dachte, die seien auch hier aus der Mode gekommen. Aber dem ist wohl nicht so. Hauptsache ich muss nicht an Fluss. Also Danke Maschine!

09 Feb 2016

Am Wochenende lebten wir auf der Zeitzonengrenze. In der Hütte hatten wir die Zeit von British Columbia und ausserhalb, die von Alberta. So standen wir beispielsweise um 14.00 Uhr auf dem Gipfel und waren trotzdem um 14.00 Uhr zurück in der Hütte. Mich brachte das ganz schön durcheinander. Irgendwie hätte man dann doch eine Stunde mehr zur Verfügung, oder dann doch nicht? Auf jedenfall waren wir immer eher früh zurück in der Hütte. Hier ist auch nicht in 10 Minuten die Rega da, wenn was sein sollte. Und ein Ski ist super schnell gebrochen, wie ich bereits erfahren musste. Die Kanadier haben da weniger Bedenken. Die kamen auch noch mit der Stirnlampe zurück in die Hütte.

08 Feb 2016

Blauer Himmel war aus dem Hüttenfenster ersichtlich, als wir uns bereit machten, für die dritte Tour. Lawinensituation unveränderlich. Am Rogers Pass waren sie am sprengen wie wild. Mashrooms People ist ein Hang mit vielen Steinen, sieht lustig aus mit dem vielen Schnee. Der Weg durch das Tal, über den Fluss, hinauf auf den Berg war super. Wir hatten das Glück, dass zwei Splitboarder bereits gespurt hatten. Der steile Aufstieg verhalf uns zu einem schnellen Gipfelsturm. Als wir oben ankamen, war das Wetter nicht mehr so toll – da hilft auch kein Photoshop mehr.
Und die Abfahrt hatte es so in sich. Die Löcher um die Steine beängstigten mich. Mit jedem Schneefall werden die tiefer. Ich blieb dicht bei Michi und konnte den Powder nicht furchtlos geniessen. Dennoch war es ein sensationeller Tag!
In der Hütte pickten wir dann unsere Sachen bevor es zurück zum Parkplatz ging. Broccoli war tief verschneit, glücklicherweise ist es kein Pickup, bei dem man auch noch die Ladefläche schaufeln muss. Trotzdem hat uns das Ausbuddeln so viel Energie gekostet, dass wir auf dem Heimweg einen Diner ausprobierten.

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07 Feb 2016

Seit unserer Ankunft hat es unaufhaltsam geschneit. Übernacht gabs 30 cm Neuschnee, jiipppiii! Was die Lawinensituation nicht gerade vereinfachte. Daher entschieden wir uns für den Glaciers Crest. Von der Hütte her durfte ich durch das ganze Tal frisch spuren. Die Stille, der Schnee, die Natur, einfach unglaublich. Es gab so viel Schnee, dass wir alle Schilder erst befreien mussten. Und als wir in den Hang einbiegen wollten, trafen wir bereits zwei weitere, welche die selbe Idee hatten. Bis wir oben angekommen waren, ist die Gruppe auf 11 Personen angestiegen. Was das frische spuren vereinfachte. Vor allem die vier Australier arbeiteten hart. Auch heute hatte es nicht aufgehört zu schneien. Daher nahmen wir die Abfahrt durch den Wald, die anderen stürtzen sich in den Steilhang.
Zurück in der Hütte trafen wir auf zwei weitere Schweizer.

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IMG_3435Am nächsten Tag sahen wir dann auch, wie der Berg aussieht.

06 Feb 2016

Laut Internet soll es ca. 40 Minuten dauern, um zur Hütte zu gelangen. Ich hab mich wirklich auf das Nötigste beschränkt. Doch als ich meinen Rucksack auf dem Rücken hatte, war ich froh, dass wir bereits nach 20 Minuten die Hütte erreichten. Eine Blockhütte. Mit Kamin. Und draussen so richtig viel Schnee. Herrlich Kanadisch.
Kurz alles unnötige aus dem Rucksack in einer Hüttenecke deponiert, gings auf Erkundungstour. Das Asulkan-Valley ist wunderschön. Und eine Miniabfahrt hats auch gegeben, bevor es zurück in die Hütte ging.
Es erinnerte mich sehr an die Alpzeit. Wasser gab es durch geschmolzenen Schnee. Petrollampen halfen, beim Lesen. Eine 4er-Gruppe Kanadier in unseream Alter bliebe ebenfalls die beiden Nächte und wir hatten lustige Momente. Arschlöchlen gibts auch hier.
Eigentlich bietet die Hütte Platz für 24 Personen. Doch das Wetter hat wohl einige davon abeghalten, daher hatten wirs richtig gemütlich.

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05 Feb 2016

Die nächsten drei Tage wird es still sein auf dem Blog. Dafür gibts danach hoffentlich viel zu lesen und sehen. Michi und ich werden das Wochenende in einer Hütte auf dem Berg verbringen und von dort aus auf Skitouren gehen. Ein wunderschönes Wochenende euch allen!

05 Feb 2016

Was Verpackungen angeht, sie die Kanadier klasse. Zucker, Crunchy Müesli oder auch Kiwis wird alles mit einem Zipper-Verschluss verpackt. So verklumt der Zucker nicht, auch ohne Umfüllen. Bei den Kiwis finde ich es etwas übertrieben, aber die Tüten sind gut zum Basteln.

04 Feb 2016

Miguela hat sich sozusagen selber eingeladen. Und so machten wir heute Abend bei uns ein Potluck, wie die Kanadier das nennen. Hat seinen Ursprung wohl in der Eingeborenensprache. Auf jedenfall kommen alle mit etwas. Miguela und zwei ihrer Freundinnen brachten alle etwas zu essen. Brot, Käse, Gurken, Tomaten, Marmelade, Dognuts etc. Und einen Stuhl. Es war wieder mal das Problem mit den Stühlen am Tisch und in Miguelas WG haben sie auch so einen hohen Tisch. So gabs ein gemütliches Abendeessen mit Tee und Geschnatter. Die Girls verschwanden dann auch ziemlich früh wieder. Heute steht wohl ein Test an in der Schule.

03 Feb 2016

Die Klasse von Michi machte heute einen Ausflug zu den Wetlands und sie durften Freunde mitnehmen. Als einzige Nicht-Studentin nahm ich an der Führung durch die Wetlands teil. Es war super spannend. Sie zeigten uns Schneelöcher, wo die Rentiere sich bis zum Gras durchgebudelt haben und wo sie dann geschlafen haben. Leider lief uns keines über den Weg. Die Wetlands sind wunderschön, auch im Winter. Eine herrliche Ruhe und Tierspuren sind zu beobachten. Und an einem Bau sahen wir Bärenspuren (auf dem Baumstamm am unteren Bildrand). Am Schluss gab es in ihrer Hütte eine heisse Schokolade. Die Hütte haben sie komplett ohne Zement gebaut. Super schön! Das wäre das perfekte Atelier.

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02 Feb 2016

Heute kamen zwei befreundete Pärchen zu uns auf besuch. Wir mussten etwas improvisieren, da wir keine 6 Stühle haben. So funktionierte ich meinen Bürotisch zu einem Esstisch um. Elora and Shaun sassen auf dem Sofa, Julie auf meinem Bürostuhl, Evan und wir zwei hatten die etwas zu hohen Stühle vom richtigen Esstisch. Aber es ging ganz gut. Und als Geschirr musste einfach alles herhalten, was wir hatten. Wein aus Biergläsern, Salat aus Tuperware-Schüsseln. Das mchte das ganze sehr gemütlich.
Evan ist der Bierbrauer. Er wartet, bis die Brauerei hier in Golden fertig gebaut ist. In der Zwischenzeit braut er in seiner Garage, um herauszufinden, was am besten Schmeckt. Und er brachte gestern Bier mit zum testen, ein sehr leichtes helles und ein sehr dunkles, welches nach Kaffee schmeckte. Oh, das war einfach nur toll.
Michi hat Pizokels gekocht. Alle waren hellbegeistert von dem super leckeren Essen. Und ich hab meinen ersten englischen Witz erzählt, der funktioniert aber leider nur auf englisch: «An Australien was snowboarding at Kicking Horse. He rode a slope which was still closed due to avalanche risk. A skipatroller stopped him at the bottem and asked him: Are you here to die? And the Australien answered: No, I came here yesterday.»
(Die Australier sprechen «to die» so aus, dass es sich anhört wie «today»)

01 Feb 2016

Der Hangover-Drink. Caesar wird in Golden nach einer druchzächten Nacht getrunken. Der Drink wurde 1969 in Calgary kreiert und hat sogar einen Wikipedia-Eintrag. Als Vegetarier ist der Drink nicht zu empfehlen. Er besteht aus: Vodka, Muscheln oder zumindest deren Saft, scharfer Sauce, Worcestershire Sauce, Pfeffer, einem Zirtonenschnitz und einem Selleriestengel, der den Strohhalm ersetzt. Ich finde ihn schrecklich. Und selbst diejenigen, die ihn inzwischen mögen, sagen, dass es einige Eingewöhnungsdrinks braucht. Naja, ich kontere dann doch lieber mit einem Braulio, wenns sein muss.
Wir hatten aber keinen Hangover von der Sushi Nacht, sondern waren auf der ersten Gondel. Und dabei entstand ein Halo, und dieses mal war er vollständig.

31 Jan 2016

Eine Klassenkameradin von Michi veranstaltete eine Sushi Night. Sophie bereitete alles vor und dann rollten wir gemeinsam Sushi. Mit 17 Personen ist das super lustig. Und danach wird alles gegessen. Sehr lecker! Hauptsächlich gibts Vegi-Rolls. Das gemütliche Beisammensein und das eine oder andere Bier ist dann der krönende Abschluss des Abends.

30 Jan 2016

Nach dem Wärmeeinbruch sind die Strassen nun voll mit Pfützen. Riesige Pfützen. Hätte ich Gummistiefel hier, es wäre  himmlisch. Aber auch mit Broccoli machts Spass. Links und rechts spritzt das Wasser hoch. Kleine Momente mit grossen Glücksgefühlen.
Nebst den tollen Pfützen hab ich heute auch noch was mir total unverständliches gesehen. Ein Mann, ca. 30 Jahre jung, hat seinem Gspusi oder was auch immer, die Skis getragen! Also. Ich war sprachlos. Bei Kindern ist das ja ok und süss. Aber aus diesem Alter war sie definitiv schon rausgewachsen. Die Dame hat wohl noch nie was von Emanzipation gehört. Wenn ich Skifahren will, dann bin ich auch stark genug, um meine Skis selber zu tragen.
Ich erfreu mich einfach an den Pfützen …

29 Jan 2016

Heute habe ich ihn entdeckt, den Berliner! Er war gut getarnt. Er war etwas flach. Aber geschmeckt hat er genau gleich, einfach himmlisch!
Die Deutschen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Vor allem in der Bäckerei: Neben dem Raspberry Bismarck lag der Bavarian John und vorne der Carrot Cake. Es gab sicher noch mehr. Nächstes Mal gibt es ein Foto von der Theke.
Das Bismarck-Foto ist aus dem Internet. Total dem Genuss verfallen, hab ich nicht mehr ans Foto machen gedacht. Und einen zweiten wollte ich bei der nächsten Skitour nicht auch noch auf den Gipfel schleppen müssen.

28 Jan 2016

Dieser Schock muss begossen werden. Zum Glück habe ich am Wochenende vorgesorgt. Eine fantastische neue Etikette:

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Ist gerade nicht wirklich Grill-Wetter draussen. Aber das Bier schmeckt auch bei Schnee.

27 Jan 2016

Erst einmal musste ich mit meiner Wäsche zu einer Freundin, damit mein Airbnb-Gast heute auch ein sauberes Bett hat. Und dann hab ich auf dem Nachhauseweg auch gleich Michi von der Schule abgeholt, denn es schneit mächtig! Jiipiii, endlich wieder einmal!
Als ich in unsere Strasse abbiegen wollte, realisierte ich im Rückspiegel, rot und blaublinkende Lichter an einem schwarzen Van. Ich – schon total die Hose voll – fuhr rechts ran und wollte aussteigen. Doch das darf man nicht! Oh mein Gott. Ich wurde zurück ins Auto befohlen. Ich dachte, es sei das Licht. Habs wieder einmal vergessen. Und dann der Gedankenblitz, dass ich mein Führerausweis in meinem Skiportemonnaie habe und meinen Pass mit dem Visum hatte ich auch nicht bei mir. Ich wollte ja nur kurz die Wäsche abholen.
Doch dann ging die Polizistin zur Beifahrerseite. Michi mit den Papieren in den Händen war völlig erstaunt, als die Polizistin seine Sicherheitsgurte kontrollierte. Es hätte so ausgesehen, dass Michi nicht angegurtet sei. Als sie sich jedoch vergwissert hatte, dass dem so ist, durften wir noch die letzten 10 Meter zum Haus  fahren. Meine Nerven …
Jetzt weiss ich auf jedenfall, dass es hier auch Zivilpolizisten gibt und nicht nur die Fahrzeuge, die wir aus den Hollywood Movies kennen.

27 Jan 2016

Grundsätzlich bin ich ja dankar, muss ich nicht am halbgefrorenen Fluss sitzen und die Wäsche waschen muss. Aber unsere Waschmaschine ist auch ein Abenteuer für sich. Eingefüllt wird sie oben. Dann läuft das Wasser ein. Jetzt den Moment nicht verpassen und den Deckel noch mal öffnen um die Seife dazuzugeben. Nach 20 Minuten ist das ganze vorüber und wenn ich Glück habe, dann befindet sich jetzt nicht ein weiteres Loch in einen Kleidungsstücken. Irgendwie hat die Maschine zwischen durch hunger.
Und heute hat sie den Geist ganz aufgegeben. Doch zurück an den halbgefrorenen Fluss.

25 Jan 2016

Zur Abwechslung habe heute ich einmal gekocht. Es lief alles wunderbar. Es gab Gnocchi mit einem Lauch-Pilz-Gemüse und einem Salat. Und dann wollte ich am Schluss nur noch ein paar wenige Chilli-Flocken drüber streuen. Doch dann ist der Deckel abgefallen. Ich versuchte, so viel wie möglich wieder rauszunehmen, aber Michi hat schon beim Servieren grosse Augen gemacht. Es war ziemlich rot. Aber mit einem Joghut zum Dessert gerade noch essbar. Ich überlass die Küche dann gerne wieder anderen …

24 Jan 2016

Die Schneesituation liess heute keine grossen Sprünge zu. So lief ich mit Elora wieder einmal auf die Rudies Ridge. Das ist eine tolle Halbtages-Skitour. Und dieses Mal war ich zum ersten Mal die Führerin. In genauer Absprache mit Michi (der hat seine Bindung geschredert) und Abklärungen im Internet, hatten wir einen genialen Tag. Belohnt mit einer wunderbaren Powder-Abfahrt. Fantastisch!
Und nein, ich hab nicht so viele Cookies gegessen. In meinem Oncie sind meine Handschuhe drin.

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24 Jan 2016

So schnell kanns gehen. Und bereits ist Halbzeit hier in Kanada.
Ich hab bereits viel erlebt und doch habe ich noch nicht wirklich was von Kanada gesehen. Es warten definitiv noch einige Abenteuer auf mich. Bis jetzt verging die Zeit viel zu schnell. Auch wenn ich immer mal wieder Heimweh-Gefühle habe. Aber der Blog ist auch eine tolle Brücke. Danke fürs Lesen und euren Support!
Bis jetzt habe ich 18.5 Kilo Mehl verbraucht. Golden kenn ich schon ziemlich gut und die neuen Telis-Skis sind leider heute in die Brüche gegangen. Die Anzahl neuer Englisch-Wörter kann ich leider nicht nachvollziehen, aber es ist doch das eine der andere.
Fazit? Kanada ist toll! Wenn auswandern, dann wohl hier. Auch wenn ich all die tollen Kleinigkeiten wie Pünktlichkeit, solide Bauweise und ÖV (und einiges mehr!) sehr zu schätzen weiss!

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23 Jan 2016

Zum Vollmond veranstalen sie im Langlaufzentrum immer eine Vollmond-Party. Gemütliches Beisammensein und Langläuflen. Doch dieses Mal war es stark bewölkt und schneite. Elora, the best dude, kam mit mir für eine kleine Runde. Der Parkplatz war leer. Doch mit der Stirnlampe hatten wir unseren eigenen Mond. Die beiden Organisatoren kamen dann sogleich mit uns mit und zeigten uns eine neue Runde. Lustige Gespräche, genialer Schnee, tolle Runde. Und es ging trotz Wolken auch ohne Lampen.

23 Jan 2016

Dieser Film besticht durch die Landschaft und das Licht. Es wurde nur mit natürlichem Licht gearbeitet. Und im Tal zwischen Calgary und Golden gedreht. Also um die Hausecke. Und zeigt Kanada von seiner schönsten Seite.

23 Jan 2016

Heute zeigte mir Miquela, wie ein richtiger Cheese Cake gebacken wird.
Das ist auf jedenfall keine Hexerei und wir hatten es einmal mehr, sehr lustig. Cream Cheese (sowas wie Philadelphia), Sauerrahm, Zucker, Eier und Breadcurmbs. Das sieht aus wie Paniermehl einfach in süss. Das streut man auf den Boden, bäckt es vor und gibt die Masse darüber. Wir haben ihn noch mit Streussel gepimpt. Er war also unglaublich lecker, da die Breadcurmbs etwas caramelisiert waren. Herrlich!

22 Jan 2016

Orangenhaut heisst im Englischen: Cottage Cheese.
Allen einen guten Appetit.

21 Jan 2016

Miquela, eine Schulgspändli von Michi, ist halb Kanadierin und halb Tessinerin. Und sie hat von meinem Zopf gekostet. Danach wollte sie unbedingt wissen, wie das geht. Und so besuchte sie gestern meine Backstube und gemeinsam machten wir den Zopfteig. Nach dem Abendessen – Michi hat Lasgange gemacht – war der Teig aufgegangen und wir konnten zöpfle. Das war ein Highlight für sie. Sie war total begeistert, wie man mit vier Strängen einen Zopf hinkriegt. Und dieses Mal hat auch alles geklappt mit dem Oven. Ich bin gespannt, was sie von ihrem Frühstück berichtet. Heute Abend backen wir Cheese Cake zusammen.

21 Jan 2016

Während Michi am kochen war, hörte ich plötzlich ein «uiuiui»!
Das war ein seltsames Geräusch und ich machte mich auf in die Küche. Da stand Michi und schaute traurig auf sein Lieblingshemd. Er stand zu nahe am Gasherd und hat Feuer gefangen! Trotz schneller Wasserlösch-Aktion hinterliess das Feuer ein Faust grosses Loch im Hemd …
Nicht nur backen mit Gas, auch kochen mit Gas birgt seine Tücken.

21 Jan 2016

Heute öffenete ich die Schulzimmertür und vor mir stand meine Englisch-Lehrerin im T-Shirt. Ich war ziemlich erstaunt. Mit Mütze, Schal und vier Zwiebelschichten sass ich am Tisch und fragte sie erstaunt, ob sie nicht friere. «Oh Annina, aber nein! Es ist heute +1°!» Genau. Bei plus 1 ist bei mir auch schon Frühling angesagt.
Ich glaube, ich werde mich nie an die kanadischen Temperaturen gewöhnen. Um nicht der totale Freak zu sein, entledigte ich mich wenigstens meines Schals. Glücklicherweise war die nette Chinesin auch da. Sie zog nicht einmal ihre Jacke aus.

20 Jan 2016

Recycling auf kanadische Art: Man hat eine grüne und eine blaue Tonne. Logisch wäre ja, dass in die Grüne das Recycling-Zeugs kommt. Nein, in die Grüne kommt der allgemeine Abfall. Ich glaube, da war jemand Farbenblind …
Auf jedenfall kommt Dienstags die blaue Tonne an die Strasse, Mittwochs die grüne.
In die blaue Tonne kann man alles werfen, was recyceld werden kann. Eine genaue Auflistung habe ich leider nicht erhalten. Zu Beginn habe ich noch einzelne Säcke für die unterschiedlichen Materialien gemacht, sehr schweizerisch. Die Kanadier schmeissen einfach alles kreuz und quer da rein. Das machts einfach, aber auch nicht richtig verständlich. Da sitzen wohl einige Personen, die den Müll dann aussortieren dürfen. Generiert – vermutlich nicht sehr beliebte – Arbeitsplätze. Wenn es jeder zu Hause in eine seperate Tüte macht, ist es für jeden Einzelnen kaum ein Aufwand. Vor allem nicht, wenn es einfach an die Strasse gestellt werden kann.
PS: Ja, richtig gesehen. Unsere Tonne quillt über. Seit die Bären im Winterschlaf sind, haben wir dienstags einfach nie daran gedacht. Das ist der Abfall von zwei Monaten. Erschreckend viel …

19 Jan 2016

Mit der ersten Gondel überwindeten wir eine schöne Menge an Höhenmeter. Oben angekommen, gings ins nächste Tal. Die letzten Tage hat es immer etwas gschneit, so, dass die alten Spuren kaum mehr sichtbar waren. Es war ein herrlicher Wintermorgen. Etwas wolkig, kombiniert mit der unendlichen Ruhe des Schnees. Wir liefen auf die nächste Bergkette und wollten dann auf der Nordseite hinunter ins nächste Tal, um da wieder hochzulaufen. Das nächste Tal war jedoch mit Nebel gefüllt. So genossen wir hier eine herrliche Powder-Abfahrt und liefen gleich noch einmal hoch. Es war unglaublich! Am Nachmittag waren wir zurück und ich genoss einfach ein Nachmittag auf dem Sofa. Eine heisse Schokolade, ein paar Cookies und einen Herzschmerzfilm. Hat nur noch Mama gefehlt (also zum Film), mit ihr hab ich das früher immer mal wieder gemacht. Es war der perfekte Tag. Die Kombination aus powderigem Schnee, meditierendem Laufen, frischer Luft, die wohlige Wärme, der Schokoladenduft und die tolle Begleitung war unbeschreiblich. Eben ein Glücksmoment.

18 Jan 2016

Im Land der Wälder war ich bereits im Herbst auf der Suche nach Tannzapfen. Ich find sie super dekorativ und heimelig. Doch ich konnte nur kleine Cones finden.
Kürzlich hat mir eine Kollegin berichtet, dass sie ganz viele gefunden hätte. Und diese Woche brachte sie mir einen Sack voll mit riesigen Tannzapfen. Mit ihnen auf dem Fenstersims ist die Aussicht noch schöner.

17 Jan 2016

Die heisse Schokolade wird hier mit Wasser aufgebrüht. Einfach nicht hinterfragen sondern nur geniessen. Mich erinnert der Geschmackt an meine Kindheit. In der Garage hatten wir einen Kaffeeautomaten der genau eine solche heisse Schokolade für mich bereit hielt, wenn ich ein Auto fertig geputzt hatte oder wir beim Inventieren eine Pause einlegten. Das ist einfach nur ein toller Geschmack! Aber jetzt kommen die Kanadier und was machen sie damit? Sie mischen auch noch Marshmallows darunter! Ich kann mich nicht druchringen, das zu kosten …
Es gibt Sachen, die sind einfach perfekt, so wie sie sind.

16 Jan 2016

Kanada besteht aus 3 Territories und 10 Provinces. Das sind soetwas wie Kantone, einfach viel grösser. Interessant sind die Nummernschilder die sie haben. Was würden wir für die einzelnen Kantone kreieren?

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15 Jan 2016

Gähnende Leere. Unser Kühlschrank beherbergte gerade noch Ketchup und Senf. Ich ging wieder einmal auf Food-Shopping-Tour.
Heute im Fokus: Die Gemüseabteilung. Aber nicht das bereits in Plastik vor sich hin vegetierende spanische Gemüse. Sondern das perfekt beleuchtete, lokale Gemüse.
Es ähnelt etwas einem Gewächshaus. Alle paar Minuten spritzen einige Wassertropfen aus der Sprinkleranlage und versorgen nicht nur das Gemüse, sondern mich gleich mit, mit einer Dusche. Das Wasser reicht dann auch vom Auto bis ins Haus und bildet in den nächsten Stunden eine Pfütze im Kühlschrank. Aber das Gemüse freut sich.
Und die Kassenfrau auch, wenns dann endlich 21.00 Uhr ist.

14 Jan 2016

… Schnee. Aber jetzt, wo es in der Schweiz auch Schnee gegeben hat, halte ich mich nicht mehr zurück. Vorher hatte ich etwas Mitleid mit euch.
Auf jedenfall war ich heute auf einer Skitour mit einem Bekannten. Aus sichttechnischen Gründen blieben wir unterhalb der Baumgrenze. Aber die Abfahrt war der Wahnsinn. Es hat etwas Neuschnee gegeben und wir haben einen unverspurten Hang gefunden. Und ich fuhr durch 1 Meter feinsten Powder. Ohni Seich! Mega!

13 Jan 2016

Und dieses Mal mit Bild. Fondue ist unser kulinarischer Luxus. Eigentlich versuchen wir möglichst lokale Nahrungsmittel einzukaufen.
Auf der Fondue-Verpackung (nichts Besonderes) ist vorne gross das Schweizerkreuz drauf und wenn man den Hersteller sucht, steht da Konstanz. Sehr schweizerisch …

12 Jan 2016

Aus einer Dreiergruppe wurde plötzlichen eine Skitour von neun Personen. Abgemacht war, um 9 die erste Gondel zu nehmen und dann aus dem Skigebiet heraus verschieden Täler zu durchqueren. In Kanada funktioniert das mit der Pünktlichkeit ja nicht so. Ich hab mich noch immer nicht daran gewöhnt. Und wenn es um meinen Schlaf geht, verstehe ich auch keinen Spass. Eine Stunde später waren dann alle anderen bereit. Meine Laune liess ich dann Schlafen.
Nach einem kurzen Aufstieg machte sich das erste Kommunikationsproblem bemerkbar. Eine Hälfte wollte hier entlang, die andere da. So trennten wir uns. Zweites Hindernis: Eine snowboardende Pistenpatrouilleurin, verwarnte uns, als wir die Felle bereits montiert hatten, dass sie uns die Skipässe entzieht, wenn wir durch diese Absperrung laufen. Zum Glück ist Michis Englisch noch nicht akzentfrei und sie kaufte es uns ab, dass wir keine Ahnung von den Schildern hier haben. Also mussten wir das Teilstück umgehen und trauerten um einen unverspurten Abhang. Wir liefen direkt auf die andere Talseite, wo wir auf dem Gipfel beim Iglu wieder auf die anderen trafen. Hindernis Nummer drei waren Produktprobleme. Die Felle hielten immer weniger. Zwei fuhren nach der ersten Abfahrt ins Tal. Ein dritter musste beim zweiten Aufstieg nach dreiviertel vom Berg aufgeben. Und bei Michi haben sie sowieso nie geklebt. Zeitgleich wurden in der gegenüberliegenden Felswand zwei Skifahrer in einer Helikopter-Rettungsaktion evakuiert. Wir hörten auf die Fell-Zeichen und liessen den zweiten Gipfel sein. Mit viel Powder unter den Brettern gings Talabwärts. Doch wie immer in Kanada, muss man sich erst durch ein dichtes Baum-Labyrinth schlängeln. Eine Snowboarderin umarmte ungewollt den einen oder anderen Baum. Es wurde auf jedenfall viel gelacht.

10 Jan 2016

Heute kommen bereits unsere dritten Airbnb-Gäste. Es macht richtig Spass. Mit den Gästen holen wir uns sozusagen die Welt nach Hause. Die ersten beiden Besucher kamen aus Kanada und berichteten vom Leben in der Prärie. Die unendliche Weite muss spannend sein. Und heute kriegen wir Besuch aus der Nähe von München. Dieses Paar ist bereits seit vier Monaten in Nordamerika am reisen. Ich bin gespannt was sie berichten.
Vier weitere Buchungen sind bereits getätig. Wer da wohl kommen mag?

09 Jan 2016

Ordnung ist etwas, was ich sehr toll finde. Vor allem, seit ich auf der Alp war. Wenn kein Strom vorhanden und es schon stockdunkel ist, dann findet man blindlinks alles, was man braucht. Sofern Ordnung herrscht, versteht sich. So mag ich es, wenn in der Küche alles seinen Platz hat. Der Grüntee steht links vom Chai. Ohne darauf achtzugegeben kann ich mir den gewünschten Tee also auch im dunkeln zubereiten. So herrscht auch in meinem Skianzug sowas wie eine Ordnung. In der Tasche rechts oben sind beispielsweise die Taschentücher. Mit all dem Zeugs, das einem warm hält, ist es manchmal nicht ganz einfach, sich von der Schnudernase zu befreien. Gerade auf dem Sessel, da muss man acht geben, dass dabei nichts runter fällt. So fingerte ich eines Tages in meiner Tasche nach Papiertaschentüchern und konnte sie wohl finden, aber nicht blindlinks aufmachen. Die Schweizer Taschentuch-Etuis lassen sich immer an der schmalen Seite öffnen. Hier in Kanada haben sie das Gefühl, auf der langen Seite ist das besser. Find ich nicht. Denn dann kommen mindestns zwei mit raus, so gross ist meine Nase nun auch wieder nicht. Auf jedenfall musste ich in dieser besagten Situation warten, bis der Lift oben ankam, um meinen Finger eine visuelle Unterstützung bieten zu können. Da war es auch egal, wenn die Handschuhe dann auf dem Boden landeten, weil ich das zweite Nastuch wieder zurück fingerlen musste.

08 Jan 2016

Dreikönigstag bedeutet auch das Ende der Weihnachtszeit. Michi freuts, Wehmut bei mir. Aber sie kommt ja wieder – glücklicherweise.
Während dem ich meinen Christbaum in seine Einzelblätter zerlegte, kursierten so die einen oder anderen Gedanken in meinen Hirnwindungen.
Eigenartig wie schnell sich ein Alltag einnistet. Vor kurzem war alles noch neu und aufregend und auch etwas einschüchternd. Ich habe meine Komfortzone verlassen und mich in ein Abenteuer gestürzt. Nun ist aus dem Abenteuer Alltag geworden. Das Skigebiet fühlt sich schon sehr heimelig an, auf der Strasse erkennt man das eine oder andere Gesicht und auch das Autofahren wird zur routine. Nur getankt habe ich gestern das erste Mal hier. Mit einer Visa-Karte ist auch das kein Problem.
Ich frage mich dann, wieso einige Menschen das Bedürfnis haben, die eigene Komfortzone stetig auszuweiten und andere, die völlig zufrieden sind, mit dem was sie Jahrein Jahraus machen. Manchmal wünsche ich mir, ab jetzt immer das Gleiche zu machen. Doch zeitgleich überlege ich mir bereits den nächsten Schabernak. Jetzt wo ich selbständig bin, muss das schon etwas geordneter her und zu gehen, denk ich mir dann. So seriös und so. Aber wieso nicht genau die Selbständigkeit nützen, um was auszuprobieren. Ich bin jetzt schon gespannt, wie der nächste Alltag aussieht. Ersteinmal geniesse ich die ausgeweitete Komfortzone, ohne Weihnachtsbaum an der Wand, mit viel Schnee vor der Tür und spannenden Projekten auf dem Tisch.

07 Jan 2016

In Kanada feiern sie die drei Könige nicht. So backte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen eigenen Dreikönigskuchen. Das war ähnlich wie Zopfbacken. Macht Spass und wird sicher wiederholt. Als König hab ich eine 25 Cent Münze verwendet und die Krone kurzerhand selbst gebastelt. Auch Hagelzucker kennen sie hier nicht und so hab ich etwas braunen Zucker oben drauf gemacht und der hat sich karamelisiert. War fast noch besser als Hagelzucker.

05 Jan 2016

Die E-Mail-Adresse annina@lemak.ch ist nicht mehr in Betrieb. Bitte alle Mails an: ah@anninahahn.ch senden. Vielen Dank fürs Kontakt-Anpassen.

04 Jan 2016

Mein Blog liest sich wohl eher als reine Kanadaferien. Aber zwischen all den tollen Erlebnissen wird eine klitzekleine Ecke auf der Welt im grafischen Atelier neu- oder umgestaltet. Und zum Beweis, gibt es jetzt das erste Logo und die erste Website, welche im grafischen Atelier entstanden sind. Und falls ihr Hilfe  beim Putzen oder im Garten braucht, Dick gepflegt unterstützt euch bei den weniger beliebten Arbeiten.

04 Jan 2016

Es ist so richtig Winter. Seit Weihnachten ist es auch richtig kalt. Eiskalt. Das bedeutet, verlässt Du das Haus, friert die Nase ein, die Wangen schmerzen und das Hirn fühl sich an, als hätte man zu viel und zu schnell Glace gegessen. Brainfreezer. Alle anderen Extremitäten, wie Finger und Zehen, sind binnen kürzester Zeit kaum mehr spürbar. Interessant ist, dass es im Englisch nicht einmal ein Wort für Kuhnagel gibt, dabei hab ich den hier fast täglich unter der Dusche.
Abgesehen von den körperlichen Empfindlichkeiten, findet auch unser Auto, dass es zu kalt ist. -30° sind einfach zu viel. Und so wollte es heute Morgen nicht mehr anspringen. Auch die Fenster im Haus sind eingefroren …
Das Gute an den Temperaturen, der Schnee bleibt powderig, sogar im Städtchen.

03 Jan 2016

Während dem Langläuflen heute, entstand ein Halo am Himmel. Leider konnte ich es mit dem iPhone nicht richtig festhalten. Aber immerhin hab ich einen Schnappschuss von diesem Szenario am Himmel.
Durch die Schneepartikel in der Luft entstand ein runder Regenbogen um die Sonne und ein Ausschnitt eines zweiten Regenbogens oberhalb. Es war unglaublich kalt, so dass der Akku nach dem ersten Foto auch gleich schon aufgab. Aber das eine Foto ist doch postbar.

02 Jan 2016

In Kanada sind die Strassen immer breit. Ein Pickup braucht ja seinen Platz. Am Strassenrand stehen brav überal «Speed Limit» Schilder. Beispielsweise die Strasse zum Skigebiet ist breit, gut überschaubar, nicht sehr steil. Und dann das Schild 50. Keiner hält sich daran. Ausser ich. Und ich fahre 60. Aber die Kanadier fahren 70, 80 oder 90. Auf jedenfall blochen sie an mir vorbei wie die irren. Und das nicht nur auf dieser Strasse. Auf unserem Roadtrip waren wir immer mal wieder ein Verkehrshindernis. Die gewünschten 100 auf Überlandstrassen (120 sind sehr selten), welche mit dem Lineal auf der Karte eingezeichnet wurden, interessieren niemanden. Und so sahen wir auch immer mal wieder Wagen im Graben …
Aber jetzt geben wir auch einmal Vollgas. Vollgas ins 2016!

31 Dez 2015

Axe

Nach einem -25° Skitag ist eine heisse Dusche das einzig Wahre. Und so unter dem heissen Wasserstrahl las ich heute die Rückseite vom Axe Dusch Gel. Hat jemand jemals dieses Ding gelesen? Es gibt nichts amüsanteres! Und auf jeder Packung steht etwas anderes mit dem gleichen Ziel: Dank Axe wirst Du zum Frauenschwarm. Wie interessant. Ich weiss nicht, ob das nur auf Englisch so ist, aber diese Packung lohnt sich zu lesen!

30 Dez 2015

Weihnachten ist vorbei und somit die Zeit der Candy Canes. Schön wars und als Andenken hab ich eine handlange Candy Cane erhalten. Ich werde jedoch nie berichten können, wie so ein Ding wirklich schmeckt, denn grün bedeutet Pfefferminz.

29 Dez 2015

Die Kanadier laden auf ihren Pickup alles. Im Winter vorallem ihren Schneetöff, oder am liebsten Zwei. Sieht ziemlich monströs aus. Immer wenn ich eine solche Gugelfuhr sehe, denke ich an das eine oder andere männliche Wesen in der Schweiz. Das wäre sicherlich die pure Freude für den einen oder anderen …

28 Dez 2015

Auf unserem Weg kamen wir an einer wunderbaren Zaundekoration vorbei. Jeder Zaunpfosten wurde von einem Hut geziert. Das waren Bauarbeiterhelme, Mützen, Kappen, Baseball Caps oder Damenhüte. Alle Farben, alle Formen, alle Grössen. Vermutlich ein Denkmal von vielen verschiedenen Reisenden.
Und das beim Wetterwechsel. Der Chinook (auf indianisch Schneefresser) bringt den Föhn ins Land.

27 Dez 2015

Für Weihnachten waren wir bei Freunden von Michi eingeladen. Dies verknüpften wir mit einem kleinen Roadtrip. Von Golden ging es direkt nach Black Diamond. 4.5 Stunden Weihnachtsmusik. Bei jedem «Merry…» stellte Michi das Radio aus. Wurde mit der Zeit etwas anstrengend. Die Radiostationen spielen ausschliesslich Weihnachtsmusik, bis zum 26.12. Toll für mich, schrecklich für Michi.
Auf einer Raststätte sprach ich das erste mal mit einem Indianer. Er war unser Navi.
Angekommen im Süden von Calgary, sahen wir die Prärie und im Hintergrund die Berge, mega! Gegessen wurde ein traditioneller Truthahn mit Kartoffelstock und Gemüse. Gespielt wurde Crazy Eight und Tschau Sepp. Beides ziemlich ähnlich. Getrunken und gelacht wurde super viel. Es war sehr gemütlich. Und an einem Tag fanden wir in einem Trödelladen eine CD – so gabs keine Weihnachtssongs mehr auf der Weiterfahrt. Aber die sind jetzt sowieso wieder eingesommert.
Über den Crownspass gings nach Fernie und weiter nach Kimberley. Wegen einem Missverständis übernachteten wir dann in Broccoli. Das war lustig, eng und am Morgen kalt. Aber Broccoli, unser Auto, hat den Test bestanden und ist zum Schneckenhaus erkoren worden.
Wegen schlechtem Wetter verblieben wir nicht länger in der sehr bavarischen Stadt (hier gibts am Platzl Applestrudle, Bratwurst, Schnitzel, und ein Gasthaus). Wir entschieden uns gegen das Skifahren und für die Hot Springs. Warme Quellen zwischen Kimberley und Golden. Das war herrlich. Und hier noch ein paar Eindrücke:

IMG_27252-Meter-Eisskulptur in Lake Louise, ein begebares Schloss bei -20°.

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Weihnachten in Black Diamond.

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Prärie, Berge und keine Menschenseele.

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Stadtmitte in Kimberley.

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Zwischen einem Parkplatz und einer Strasse suchten Big Horn Sheeps nach fressen.

26 Dez 2015

Der Santa von Golden hat es richtig streng. An der Christmas Parade, auf der Skipiste, bei Fototermine hier und dort und beim Weihnachtszug war er bereits dabei. Und heute am 24. fährt er im Feuerwehrauto durch jede Strasse von Golden, blinkend und hupend wünscht er allen frohe Festtage. Santa lebt hier wirklich!

24 Dez 2015

Bei euch ist es jetzt schon so weit, ich schlaf noch einmal.
Fröhliche Weihnachten zu euch allen!

23 Dez 2015

Vor einiger Zeit verschenkte ich ein paar Zöpfe an Freunde. Und die waren allesamt vollends begeistert. Sie meinten, ich könnte diese auch verkaufen. Da ich immer mehrer backe, dachte ich, ich könnte auch jemand anderem eine Freude damit machen und schaltete ein Inserat. Und es ging nicht sehr lange und ich hatte 12 Bestellungen. Damit hatte ich nicht gerechnet. So hatte ich heute statt einem Grafischen Atlier, ein Bäckerei Atelier. Die grosse Herausforderung: Genügend Zöpfe bis am Nachmittag bereit zu haben. Aber es hat alles geklappt. Jetzt hab ich den Dreh raus mit der Hefe (die muss eigens angerührt werden), dem Gasofen (ich kleistere ihn mit Alufolie aus, dann wirds auch oben braun) und den Zeiten (Geduld, Geduld). Es hat richtig Spass gemacht und die Freude in den Augen der Zopf-Käufer war wunderbar. Habe bereits ein Feedback, dass dies ein toller Start in die Weihnachtsferien sei.

23 Dez 2015

Mit einem Anti-Weihnachts-Mann im Haus, ist es ganz schön schwierig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Nach all den visuellen Eindrücken: Adventskalender, nahe zu ganzer Christbaum, Santa und  Christmas Train, liess ich heute noch meinen olfaktorischen und gustatorischen Sinn einstimmen. Ich backte original Grossmutter-Spitzbuben. Mit Weihnachtsmusik in voller Lautstärke (Michi war nicht zu Hause).
Nach dem ich mühevoll den Teig eine Stunde von Hand bearbeitet hatte, musste ich ein kleines Stück probieren. Eine schöne Überraschung war das. Ich hab wieder einmal nicht an das Salz in der Butter gedacht! Jetzt gab es eben gesalzene Spitzbuben. Schmeckt wie Shortbread. Und da ich weder Wallholz noch eine Flasche und auch keine Förmchen habe, sind sie dieses Jahre eben quadratisch.

22 Dez 2015

Beim letzten Einkauf stand da mitten im Gang ein Turm mit Swiss Fondue. Und wir konnten nicht widerstehen. Zum Znacht gabs dann das Schweizer Fondue. Vermutlich Gerber Fondue in einer kanadischen Verpackung. Ein Bild müsst ihr euch nun selber machen: Topf auf dem Gasherd, Michi mit dem Stuhl davor und ich auf der Abdeckung daneben. Geschmeckt hats. Gerber eben.

21 Dez 2015

Santa ist überall. Und heute auf der Skipiste. Dies liess ich mir nicht entgehen. Auf seinen Knien konnte ich zwar nicht sitzen, aber es liess sich auch gut neben ihm stehen. Und so ganz in grün bildete ich einen schönen Kontrast.
Mein Oncey, also der Overall, ist auf der Piste immer ein Gesprächsthema wert. Die Kanadier finden ihn super. Kanadier und Kanadierinnen sprechen mich darauf an, ob auf der Toilette oder am Skilift. Einer hat auch schon vom Sessel hinunter auf die Skipiste geschrauen: «Amazing Oncey!». Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich von irgendwoher einen applaudierendern Kommentar höre. Einer fragte mich mal, wie es denn ist, damit aufs Klo zu gehen. Wusste gar nicht, dass sich Männer auch solche Gedanken machen … Ich konnte ihn beruhigen. Als Kind trug ich immer Overalls. Also jahrzehntelange Übung.

20 Dez 2015

Das Kühlregal im Supermarkt ist unglaublich spannend und verlockend. Heute konnte ich nicht widerstehen. Der Schokokuchen mit dem tollen Weihnachtsbaum landete in meinem Einkaufskorb. Da wir am Abend besuch hatten, hatte ich einen Vorwand, endlich einen der Leckereien zu kosten und gleichzeitig war das Dessertproblem gelöst. Und der Kuchen hat so geschmeckt, wie ichs mir gedacht habe. In Amerika schmecken Schokokuchen genau so. In der Schweiz kommt wohl der Muffin vom Mc Café am nächsten an diesen Geschmack. Irgendwas zwischen Schokolade und artificial. Und Schokolade in grün schmeckt auch. Also ich fand den Abend sehr gelungen.

20 Dez 2015

Endlich warme Füsse! Über die kanadische Bauweise habe ich bereits berichtet, vielleicht auch etwas gelästert. Und dass ich ein verwöhntes Bodenheizungskind bin, verrat ich euch jetzt. Auf jedenfall hatten wir immer kalte Füsse. So haben wir uns gegenseitig ein Weihnachtsgeschenk gemacht: Super tolle ich-hab-für-immer-warme-Füsse-Finken. Das sind wie kleine Schlafsäcke für die Füsse. Ganz leicht und super klein zusammenfaltbar. Michis Grösse gabs leider nur noch in Schwarz. Und bei mir wunderts wohl niemanden.
Ich denke, so würde es sich anfühlen, wenn man auf Wolken gehen könnte …

19 Dez 2015

Die Kanadier haben doch einiges von den Schweizern. Sie haben auch ein Matterhorn! Auf unserer ersten Skitour war es am Horizont ersichtlich. Unglaublich. Aber auf dieser Tour war noch so einiges unglaublich. Es war so unglaublich kalt, dass ich auch meine Augen eingepackt hätte, wenn ich gekonnt hätte. Meine Haare waren am Skianzug festgefroren. Mir fehlen doch einige Eskimo-Gene. Unglaublich war aber auch die Landschaft. Und unglaublich war der Schnee. Flockigsten Tiefschnee. Michi schätzt ihn auf drei bis fünf Meter. Einfach unglaublich.

18 Dez 2015

Letzte Nacht war ein weiteres Weihnachtsspektakel. Der Weihnachtszug hielt in Golden und gab ein kleines Konzert. Obwohls der weihnachts-resistente Michi für unnötig hielt, begleitet er mich zu diesem Happening. Und fast ganz Golden versammelte sich auch auf dem Parkplatz. Der Weihnachtszug fährt jährlich durch halb Kanada und wünscht allen «Happy Holidays» (um alle Religionen einzuschliessen, wünschen die Kanadier einander föhliche Festtage). Alternierend fährt er jedes Jahr zu unterschiedlichen Zeiten ein. Dieses Jahr hielt er um 21.30 Uhr und die Lichter kamen so richtig zur Geltung. Ich kam kaum aus dem Staunen heraus. Es blinkte bunt den ganzen Zug entlang. Die einzelnen Sujets waren sogar animiert. Erinnerte mich sehr an den Coca Cola Lastwagen in der Werbung. Und als der Zug zum Stillstand kam, öffnete sich eine Waggon-Klappe vor der Goldener-Meute und die Band begann zu spielen. Die sind ziemlich Weihnachtsverrückt!

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17 Dez 2015

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Am 2. Dezember habe ich genau diese Sicht gepostet. Mit einem komplett zugefrorenen Fluss. Jetzt ist daraus eine Arktis-Landschaft entstanden. Die Temperaturen letzte Woche liessen die Eisschicht schmelzen. Die Goldener sorgten sich, dass sich ein grosser Eisblock unter der Brücke verkeilen könnte. Vor fünf Jahren führte dies zu einer Überflutung der kleinen Stadt. Glücklicherweise haben sich die Aufregungen gelegt.
Die Fluss-Landschaft ist jetzt bezaubernd schön. Und die Schichten im Eis zeigen sich von unterschiedlichen weiss-blau-grau-Tönen, unglaublich! Kaum zu beschreiben.

16 Dez 2015

Unsere Wohnung ist gross. Eigentlich zu gross. Aber wir geniessen den Raum. Im Winter wird die Gegend jedoch von Touristen überrollt und so haben wir uns entschieden, das ungenutzte Zimmer auf airbnb.ca auszuschreiben. Ein Gastgeber-Experiment für mich. Und vielleicht kann der eine oder andere Gast Michis Schularbeiten gegenlesen.
Das Inserat war keine 24 Stunden online, als wir bereits eine Anfrage erhalten haben. Airbnb ist eine tolle Sache. Bin gespannt auf die Gäste, die wir eventuell bald beherbergen werden.

15 Dez 2015

Es gab schon wieder einen unglaublichen Powdertag. Dieses Mal hat Michi mich gefilmt. Zum Zuschauen ist es vielleicht etwas langweilig, wer trotzdem will: Telemark-Film. Es war einfach nur genial!
Aber nicht nur der wahnsinnig flockige Schnee zaubert einem ein riesiges Lachen aufs Gesicht, auch die Mitarbeiter des Skigebietes. Bereits bei der Ticketkontrolle kommt ein persönlicher Gruss. Dann werden einem die Skis abgenommen und gefragt, wie die erste Runde war, bevor die Skis in die Gondel gesteckt werden. Oben werden sie einem wieder übergeben mit einem Gruss in den Tag. Zuvorkommend und hilfsbereit ist auch der Patrouilleur oder der Mann am Sessellift. Da die Sessel nicht auskoppeln, steht da einer, der den Sessel zurück hält. Diese Jungs haben zum Saison-Ende bestimmt einen toll Sixpack.
Aufjedenfall verlässt man den Berg immer mit einem Lächeln.

14 Dez 2015

Dies ist DAS kanadische Weihnachtsgetränk schlecht hin. Eggnog ist so etwas wie Eierlikör, einfach ohne Alkohol. Und die ganze Familie trinkt das zur Weihnachtszeit. Die Grossen trinken dies mit Rum, die kleinen pur. Und ich mit Amaretto. Cheers zum 3. Advent!

13 Dez 2015

Jetzt ist die Saison richtig im Gang. Die Lifte transportieren täglich Schneehungrige auf den Berg. Der erste Tag war gewaltig. Eine Woche lang hat es geschneit und da an einem Freitag alles geöffnet wurde, hatte es deutlich weniger Leute als am Eröffnungsweekend. Das war eine doppelte Belohnung für Michi, der in dieser Woche alle Semesterprüfungen hatte und seit Freitag auch den Schnee geniessen kann. Wir hatten einige richtig gute Tiefschnee-Abfahrten. Es war unglaublich. Einen Ausschnitt einer Abfahrt ist im Video festgehalten.
Aber da ausschliesslich der untere Teil präpariert wird, ist es nur genial, wenn es Neuschnee gegeben hat. Das freut meine Langlaufskis, die so eher zum Einsatz kommen.

12 Dez 2015

Hier kommt die Auflösung zu unserem Adventskalender: Langsam, aber stetig wächst unser Christbaum. Direkt vom Adventskalender kommt täglich ein Stück mehr Weihnachten an die Wand. Dieser Baum braucht nur ganz wenig «Baum». Und ist gar ein recycleder Baum.

11 Dez 2015

In Kanada ist es nicht üblich, einen Briefkasten zu haben. Ich habe keine Post erwartet, aber als die BC Hydro angerufen hat, dass sie uns den Strom abstellen, wenn wir unsere Rechnung nicht bezahlen, erinnerte mich daran, dass man doch einen Briefkasten braucht. Also haben wir ab sofort eine P.O. Box auf der Post. Sie sammeln unsere Briefe und ich hol sie gelegentlich ab – kurz bevor sie uns den Strom wieder abstellen wollen.
Annina Hahn, P.O. Box 2647, 10th Street South, Golden V0A 1H0

10 Dez 2015

Mein iPhone mochte die kanadische Kälte wohl nicht so sehr wie ich. Auf jedenfall ist es jetzt im Telefonhimmel. Wer mich erreichen möchte, kann dies gerne über Mail, Skype (annina_hahn) oder auf Facebook machen.
Ein neues Telefon kann ich hier nicht einfach kaufen, da kanadische Handys auf einen Anbieter laufen. Ich bin am organisieren. Bis dahin wird der Blog etwas textlastig werden …

09 Dez 2015

Es gibt zwei kanadische Lebensmittel, auf dessen Kalorien ich ohne Probleme verzichten kann: Erdnussbutter und Ahornsirup. Da Erdnussbutter jedoch in jede Küche gehört, steht auch bei uns ein Glas davon. Bei diesem Lebensmittel teilt Michi jedoch meinen Geschmack: Nicht unser favorisierte Brotaufstrich.
Dafür bin ich dem upcycling verfallen und habe nun eine neue Verwendung für die Erdnussbutter gefunden: Das Fett darin löst optimal Etiketten von Glasflaschen. Und das Auftragen macht auch noch Spass.
Ahornsirup haben wir glücklicherweise nie gekauft.

08 Dez 2015

Kleinanzeigen haben für mich eine neue Bedeutung erhalten. Die kurzen schwarz-weissen Dreizeiler in den Zeitungen erhalten kaum noch Aufmerksamkeit. Golden Classifieds (Wärtlich: Goldens Kleinanzeigen) ist alles andere als ein eintönige Zeitungsinserate. Es ist eine Facebook-Seite. Hier wird alles geposten was verkauft, gesucht oder verschenkt wird. Zwischendurch wird auch einfach etwas interessantes mitgeteilt, wie beispielsweise, dass der Zug genau auf dem Bahnübergang zum Skigebiet einen techinschen Defekt erlitt. 1.5 Stunden stauten sich die Fahrzeuge.
Diese Seite hält die Gemeinde zusammen und ist aller Munde. Vielleicht gerade weil der nächste H&M oder Ikea eben nicht um die Ecke ist. Und so wird alles was nicht mehr gebraucht wird, von jemand anderem sicher gesucht. Es lebe das re- und upcycling.

07 Dez 2015

Sobald das Tageslicht nicht mehr vollumfänglich vorhanden ist, schaltet sich gegenüber die Weihnachtsbeleuchtung ein. Wonderful!
Alles blink und schimmert in blau. Da es nur noch wenige Sonnenstunden gibt, blinkt es die meiste Zeit des Tages. Mit diesem Blick geh ich zu Bett und steh auch damit auf. Ich mags ja eher klassisch weiss. Aber das ist eben Geschmacksache. Amerikanisch angehaucht sind die Kanadier nicht nur in Sachen Weihnachts-Deko. Zur Zeit kann man auf Santa Claus‘ Knie sitzen und sich fotografieren lassen. Leider gelte ich nicht mehr als Kind.

06 Dez 2015

Kochen mit Gas ist toll. Aber backen ist eine Herausforderung. Wirklich.
Ich habs heute erneut gewagt. Die bunten Schüsseln schwirrten nur so durch die Küche. Entstanden ist ein Zopfteig. Und nach einem zweistündigen lauwarmem Plantschbad war es der Hefe dann auch genehm, aufzugehen. Kurzerhand gezöpfelt gings in den Ofen. Nach 30 Minuten waren die Zöpfe schon ziemlich dunkel, aber nur unten. Ich hab zu spät gegooglet. Nächstes Mal versuch ich einen der Internet-Tricks. Aber von oben sehen sie aber ganz gut aus. Und schmecken auch.

05 Dez 2015

Jetzt ist nicht nur der Blog online, sondern die ganze Seite. Ich freue mich auf neue Herausforderungen. anninahahn.ch

04 Dez 2015

The bad News is
Time flies.
The good News is
you’re the Pilot.

Michael Althsuler

04 Dez 2015

Eigentlich wollte ich über Zeit-statt-Zeug.de (Hat spannende Weihnachtsgeschenkideen) berichten. Auf irgendwelchen Internetwegen bin ich darauf gestossen … Gute Gedanken, schwarz auf weiss. Kurzfassung der Seite: Schenkt Zeit statt Zeug. Die Zeit rennt uns ohnehin davon und unser Konsum hat direkten Einfluss auf unsere Erde.
Und dennoch schenke ich fürs Leben gern auch einmal «Zeug». Es ist das Leuchten in den Augen des Beschenkten, und meine Vorfreude zur Überraschung … Aber kann diese Freude nicht auch anhand von Zeit entflammt werden?
Auf meine Reise über den Teich habe ich viele meiner Lieblingsstücke eingepackt. Die meisten davon waren Geschenke. Hätte ich sie mir selbst gekauft, würde der sentimentale Wert fehlen. Wenn ich sie jetzt anziehe oder benutze, denke ich besonders an die Person. So hab ich ein bisschen von meiner Familie und Freunden um mich.
Wie so oft ist es eine Gratwanderung. Sehe ich etwas und denke an eine bestimmte Person, werde ich es wohl auch in Zukunft kaum sein lassen können und werde das Zeug kaufen und verschenken. Oder jemand äussert einen Wunsch, den erfüll ich dann besonders gern. Aber ich werde versuchen, mich von unnötigen ich-sollte-noch-was-mitbringen-Geschenken zu distanzieren. Dann lad ich lieber auf ein Stück Kuchen ein.
Aus Distanzgründen lass ich dieses Jahr die Geschenke aus. Viele gute Ideen für unter den Christbaum wünsch ich euch.

03 Dez 2015

Nicht nur die Bären halten hier ihren Winterschlaf, auch das Wasser. Innerhalb von vier Tagen verwandelte sich der strömende Fluss in eine stille Eislandschaft. Erst waren es nur einzelne Eisschollen, die flussabwärts trieben. Und plötzlich war er ganz eingefroren. Jetzt ist die Flussoberfläche wie eine Landschaft für sich.
Ich habe nicht damit gerechnet, dass dies so schnell geht, daher hab ich leider keine Etappen-Bilder. Das Auftauen im Frühling werde ich dokumentarisch festhalten.

02 Dez 2015

Huup Huuup. So in etwa kündigt sich hier die Bahn an. Von weitem ist sie hörbar und soll die Bären von den Gleisen verjagen. Die lieben die Beeren, die entlang der Schienen wachsen. Hornen hör ich sie noch jetzt. Die Bären sind noch nicht alle im Winterschlaf, was der herumliegende Müll beweist, der beim Nachbarn im Garten lag. Seine Mülltonne ware gestern nicht ordentlich verschlossen …
Aber undendlich lang ist hier eine Zugkombination. Oft bis zu 4 Kilometer lang. Und dies ausschliesslich für Gütertransporte – sehr zu meinem Bedauern. Um diese Masse fortzubewegen, befinden sich am Anfang, am Ende und in der Mitte Lokomotiven. Vom Berg herab gsehen, sieht die Bahn aus wie eine lange Schlange, die sich durch die Ebene schlängelt. Mein Bild kann die Länge kaum festhalten, daher unterstützt mich Youtube, um euch einen gebührenden Eindruck zu gewähren. Achtung: Einschlaf-Gefahr.

01 Dez 2015

In der Freude über die kleinen Dinge im Leben, liegt der Schlüssel zur Zufriedenheit.

Annette Andersen

30 Nov 2015

Hier kommt der zweite Teil der Haus-Aufstockungs-Anleitung. Man nehme eine Lage Spanplatten, 10 Zentimeter Isolationsmaterial und wieder eine Schicht Spanplatten. Fertig ist der Keller. Je nach wunsch, können Fenster herausgeschnitten werden. Das ganze bei Schnee und eisigen Temperaturen. «So geht das!», wäre wohl Philip Maloneys Kommentar dazu.

30 Nov 2015

Auf dem Berg sind alle Powder-Hänge verspurt. Sie pisten hier nur die untere Hälfte des Bergs! So testete ich die Langlauf-Loipen. Ein Wald wurde mit unzählig vielen Spuren versehen. Auf der Karte betrachtet, sieht etwas aus wie ein Murmeltierbau.
Es war bitter kalt. Trotz drei Lagen mehr als auf der Heid. Nach einer halben Stunde spürte ich weder Hände noch Füsse und kehrte wieder um. Doch die Stimmung ist wunderschön. Und kaum Leute. Wird sicherlich wiederholt. Obwohl ich dafür auch Autofahren muss.

29 Nov 2015

Anstehen durfte man heute überall, ob für ein Ticket, einen Kaffee oder eine Gondel. Nur den Sessellift neben der Gondel ignorierten alle. Ausser wir. Wir standen 10 Minuten für die Gondel an, wobei wir uns ausrechneten, dass wir circa 90 Minuten anstehen müssten. Die Abstände zwischen den 8-er Gondeln sind reisig. Also lieber einwärmen auf dem nicht auskoppelarben Sessellift. Obwohl es eher ein Abkühlen war. Hier befreien sie die Sessellifte nicht von Schnee und Eis. Nach drei Runden Sessellift und 40 Minuten anstehen, hier wird jedes Ticket mit einem Handscanner eingelesen, sassen wir dann in einer Gondel. Jetzt wurde mir auch klar, wieso einige Klassenkameraden von Michi im Auto auf dem Parkplatz übernachtetet. Oder wieso sich die Lose für die erste Gondel so gut verkauften. Die Hänge waren alle bereits verfahren und es war gerade einmal 11 Uhr. So genossen wir noch einige Abfahrten mit Freunden von Michi. Bevors zum zweiten Spektakel ging.
Die Christmas Parade. Dekorierte Wagen zogen einmal quer durch Golden. Hauptsache es hupte und blinkte. Jeder Verein des Städtchens präsentierte sich und verteilte Zuckerstangen, die ich bis anhin nur aus dem Fernsehen kannte. Mein Favorit: Rudolf!

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28 Nov 2015

Beim letzten Einkauf hab ich mich mit allen Zutaten für einen Zopf eingedeckt. Voller Tatendrang stand ich am Morgen in der Küche und wollte alles zusammen mischen. Bis ich bemerkte, dass ich keine Schüssel habe, welche 1 Kilogramm Mehl fassen kann. Vorhaben kurzerhand abgebrochen. Nach meinem Englisch-Unterricht kaufte ich mir eine Schüssel und darin befanden sich fünf weitere, alle mit Deckel. Sehr patent. Die Zutaten hier sind kanadisch: Die Butter ist gesalzen und die Hefe gibts nur getrocknet in kleinen Schrottkugeln. Ohne Waage und Massbecher gabs nur Handgelenk mal Pi. Raus kam dabei ein Zopf, der kein Foto wert ist. Daher eines von den Schüsseln.

27 Nov 2015

Jetzt befinde ich mich gerade einen Monat auf kanadischem Boden.
Alles berichtenswerte hab ich hier geschrieben. Fazit: Powder-Schnee erlebt. Unzählige Porridges und Bagels genossen. Nette Leute getroffen. Tolle Biers gekostet. Mein erstes Halloween gefeiert. Super Wohnung bezogen. Inzwischen ziemlich eingerichtet.
Aber: Noch keinen Bären gesehen (und jetzt wird es wohl Frühling). Dafür White Tail Deers.
Und gegens Heimweh schau ich zwischen durch einen Tatort. Oder verfall meiner M&M’s Leidenschaft, die gibts hier im 1 Kilogramm Sack. Fatal.

26 Nov 2015

Jetzt wirds schon richtig früh dunkel. Ab 15.30 Uhr geht ohne Licht nicht mehr viel. Und morgens tap ich bis 8.30 Uhr noch im dunkeln. Das liegt jedoch nicht nur am Licht.
Auf der einenseite mag ich diese Jahreszeit sehr. Draussen Schnee, drinnen warm. Dennoch hab ich um 20.00 Uhr das Gefühl, es sei bereits Mitternacht. Und die Schweizer Zeit auf meinem Laptop verwirrt meine innere Uhr zusätzlich. Doch so kann ich ahnen, was ihr zu Hause gerade so anstellt.

25 Nov 2015

Die Teelichter hier in Kanada sind sehr klein. Also kurz. Oder nicht sehr hoch.
Ich musste schmunzeln, als ich sie sah. Die Kanadier mögen wohl keine ausgedehnten romantischen Stunden …

24 Nov 2015

Am Sonntag ist der erste Advent. Bereits! Bis heute Morgen war ich noch nicht darauf vorbereitet – und auch nicht in Stimmung. Aber der Advent ist meine Lieblingsjahreszeit.
Advent = Schneeknistern, Kerzenlicht, Teewärme, Adventslieder, Plätzchenduft, Adventstörchen. Und das ganze geniessen mit seinen Liebsten.
Also Schnee haben wir. Kerzen hab ich heute besorgt. Tee ist immer da. Adventslieder gibts dank Youtube. Plätzchenbacken kommt noch. Aber Adventstörchen basteln steigert die Adventsstimmung. Das geniessen mit dem Liebsten lassen wir ohnehin weg. Michi vertritt das Weihnachtsfreie-Lager.
Daher ist der Adventskalender wohl auch eher zu meiner Freude.
Mein ganzes Bastelmaterial befindet sich bei Mama – das hab ich bereits des Öfftern vermisst. Aber zum glück gibt es den Tru Hardware Store. Da gibts vom Wistling Kettle, über Stricksachen, hin zur Fischerausrüstung, über Auto- oder Klemptnerzubehör einfach alles.
Die November Deko musste das Feld räumen. Mit dem Soundtrack von  «3 Nüsse für Aschenbrödel» in allen erdenklichen Variationen auf Youtube im Hintergrund, machte ich mich ans Werk. Dank Mutter-Natur und dem Tru Store katapultierte ich mich heute ins Reich der Seeligen Bastler. Und verfiel komplett der Weihnachtsstimmung.

23 Nov 2015

Heute gabs einen Sonntagsbraten. Also für Michi und seinen Freund Jeff. Die beiden haben an einem Schulprojekt gearbeitet und ich hab Ody (von Odysseus) hinterm Ohr gekrault. Den ganzen Nachmittag – mit einem kleinen Spaziergangunterbruch. Und dann die Beilagen schnabuliert.
Um das gute Essen zu würdigen, öffneten wir eine Flasche Wein. Die hab ich ausgesucht, wegen der Etikette, natürlich. Das Weingut (und deren Website), Three Bear Ranche, ist toll. Diese Kanadier sind inspiriert von den Bacchanal Bears (wörtlich: Trinkgelage Bären), welche in diesem Tal die Beeren stibitzen.
Ach, und der Wein ist schmeckt auch.

Und das ist Ody:

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22 Nov 2015

Broccoli ist sehr gutmütig. Broccoli ist unser Auto. Nein, er ist kein Pickup, bei dem man alles drauf werfen kann. Dafür sind die zu kratzenden Scheiben auf einer angenehmen Höhe.
Broccoli und ich sind schon ziemlich gute Freunde, zumindest auf trockenen Strassen.
Aber jetzt ist der Schnee da. Die Kanadier mögen weisse Strassen. Geräumt wird hier nur das nötigste. Und gesalzen wird nicht. Aber immerhin gesplittet.
In diesen Momenten, wenn ich mit Broccoli über Schnee-Eis-Strassen fahre, wünsche ich mir ein paar Garagsiten-Tochter-Gene mehr. Vom ÖV kann ich hier nur träumen. Wenn ich Skifahren will, muss ich auch Autofahren. Ganz gegensätzlich zu meiner Familie, habe ich noch nie ein Auto besessen. Macht die Umstände nicht gerade besser. Die Fahrt auf den Berg bringt mich mehr zum Schwitzen und Fluchen, als der Aufstieg mit den Skis. Der Vorteil an der Weite von Kanada, die Strassen sind breit und meist leer. Ich bilde also kaum Stau.
Das Autofahren wird wohl nie meine Leidenschaft. Alles lenkt mich ab. Der zufrierende Fluss, die verschneiten Beeren oder das entgegenkommende Reh. Strassenverkehrsschilder hingegen übersehe ich meistens. So weiss ich bis jetzt noch nicht, wie schnell ich eigentlich fahren dürfte. Die erlaubte Geschwindigkeit werde ich auf Schnee kaum jemals erreichen. Zudem sind auf dem Tacho ganz viele Zahlen, das soll einer mal verstehen. Ich sag nur eines: Hoch lebe der ÖV.

21 Nov 2015

Obwohl die Skitour nichts spekakuläres war, wiederholten wir sie. Dieses Mal waren «wir» Michi und ich. Michis Saisonauftakt. Es war das selbe, einfach mit stahlbauem Himmel. Aber ohne iPhone, das wollte zu Hause bleiben. Also kein weiteres Winterpanorama-Foto dafür: Fish&Chips.
Im Pub zwei Blocks weiter ist Freitags nicht Fajitas Tag, sondern Fish&Chips. Super lecker!
Ein gelungener Start ins Wochenende, mit kleinem Gruss aus der ehemaligen Britishen Kolonie.

20 Nov 2015

Heute war es soweit! Die Wolken hielten uns nicht davon ab, die Ski-Saison zu eröffnen. Uns, das war heute Bonnie, Alicia (unsere Nachbarn) und ich. Zusammengequetscht fuhren wir in ihrem Pickup ins Skiresort. Bei diesem Gefährt wäre es einfacher aufzuzählen, was noch ganz ist. Aber die Frontscheibe muss erwähnt werden. In der Schweiz käme unsereins dafür wohl in den Knast. Steinschläge und Risse über die ganze Frontscheibe verteilt (die Mehrzahl bedeutet nicht zwei!). Erst dachte ich, es wäre Eis. Nur war dies mit der Zeit dann weg. Trotzallem sind wir gut auf dem Parkplatz vom Kicking Horse Resort angekommen.
Alles angeschnallt ging es los. Da die Tour als Saisonauftakt gilt, berichte ich nicht nur von der Frontscheibe. Aber die Tour war nichts spektakuläres. Deshalb ganz kurz: Hoch, unterhalb eines 2-er Sessellifts. Nach einer Stunde war Endstation, da momentan überall Sprengungen vorgenommen werden. In zwei Wochen wird eröffnet. Runter ging es durch den Wald. Versoffen in einem Meter feinstem Powder. Einfach gigangtisch!
Und jetzt zurück an der Wärm, kann ich es kaum erwarten, was der Winter an wirklich spektakulärem und berichtenswertem bereit hält …

19 Nov 2015

Überall Schnee! Ein Spaziergang entlang des Flusses hat mein Herz – und mein iPhone – mit wunderbaren Bilder gefüllt. Und da Bilder mehr als tausend Worte sagen …

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Vor dem ins Bettgehen.

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Gleich nach dem Aufstehen.

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Nach dem Frühstück …

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18 Nov 2015

Knirschen bei jedem Schritt, tickeln auf der Kappe: Schnee!
Es ist soweit, wir haben Winter!
Stille – der Schnee nimmt jedes Geräusch. Alle haben sich an die Wärme verkrochen oder tuckern nur langsam durch die Stadt. Erstaunlich, dass sogar hier die Autofahrer beim ersten Schnee das Gaspedal vergessen.
Ich kann mich kaum satt sehen an den vielen Schneeflocken. Und plötzlich springt da etwas durch den Park, berauscht von der selben Freude. Erinnert mich an Pitschna, unserer Hündin auf der Alp. Sie wäre jetzt auch nicht zu bändigen. Als das Etwas näher kommt, erkenn ich auch den Hund. Lustlos stapft sein Herrchen hinterher. Die Freude ist nicht bei allen gleichgross.

17 Nov 2015

Endlich hat es geklappt! Nach vier Besuchen im Visitor Center hängt mein Saison-Abo an der Wand. Passend dazu wurden am Morgen die ersten Schneeansammlungen gesprengt. Es hat in den letzten sieben Tagen 129 Centimeter Schnee gegeben.
Im Skigebiet Kicking Horse befinden sich 4 Lifte. Dazu ziemlich viele Abfahrten. Ich kann es kaum erwarten!
Beim Kauf war ich verpflichtet, zwei A4 Seiten mit rechtlichen Hinweisen zu lesen und zu unterzeichnen. Darin lehnen sie jegliche Haftung ab. Genannt wurden beispielsweise herunterfallende Aststücke, schlechtes Wetter oder plötzlicher Steinschlag. Eine zusätzliche Unfallversicherung wäre möglich. Sollte die Saison frühzeitig beendet sein, würden sie das Ticket rückerstatten. Ich hab sie nicht abgeschlossen, könnte ja ein schlechtes Omen sein.
(Zum Vergleich: Das Abo hat den selben Preis wie das selbe für Arosa Lenzerheide.)

16 Nov 2015

Ein interessantes Produkt ist mir heute aufgefallen. Natürlich war es das Design, das mich stoppen liess. Aber dann hab ich den Titel gesehn: «Made with Grass fed Milk» (Wörtlich: Gemacht mit Gras gefütterter Milch). Dass dieser Fakt kommuniziert werden muss, ist einfach nur schrecklich. Ich hoffe, die Kinder um den Frühstückstisch wissen, dass das Gras zuerst durch eine Kuh muss, bevor daraus Milch wird.
Während meiner Zeit auf der Alp hat mich ein Bauer vorgewarnt, dass er nie Milch in Amerika konsumieren würden. Irgendwie hat mich das Lable an diese Aussage erinnert.
Trotz allem, dieses Yoghurt schmeckt ziemlich gut.

15 Nov 2015

Die Nachrichten von Paris hab ich durch Freunde aus der Schweiz erfahren. In Kanada ist dies noch nicht wirklich angekommen. Es macht mich sprachlos …
Alles was ausserhalb Golden liegt, wirkt weit weg. Die Gemeinschaft hier ist stark und das soziale und kulturelle Leben wird gepflegt – so wirkt es zumindest nach drei Wochen. Ich frage mich, ob der Fernseher, das Internet und die Globalisierung wirklich ein Segen sind. Wenn jeder sein Gärtchen hegt und die Gemeinschaft pflegt, sind die Menschen dann nicht zufriedener? Scheuert nicht der Luxus, der bei anderen gesichtet wird, den Neid und Egoismus? Und führt nicht gerade der Neid zu dem, was jetzt auf der Welt geschieht? Das Internet eröffnet Menschen mit weniger Besitz, die Sicht auf den Luxus von anderen. Aber ist der Mensch nicht dann am glücklisten, wenn gerade mal seine Grundbedürfnisse gedeckt sind … ?

14 Nov 2015

Einkaufen in Kanada macht besonders Spass. Produktdesign hat hier einen anderen Stellenwert als bei uns. Einkaufen dauert eine kleine Ewigkeit bei mir, weil ich mich kaum sattsehen kann an den einzelnen Verpackungen. Es landet immer mal wieder was in meinem Einkaufskorb, das ich eigentlich nicht unebdingt brauch. Aber es sieht einfach toll aus, erst im Schrank, dann auf dem Tisch und am Schluss in meiner Sammlung. Ja, ich sammle die schönsten Verpackungen. Aber keine Sorge, ich werd sie in digitaler Form exportieren bzw. importieren.
Ganz extrem ist der Besuch im Drugstore, wo man Bier und Wein kriegt. Da komm ich kaum mehr raus. Hier ein Beispiel von einem Bier, das nicht nur gut aussieht, sondern auch noch toll schmeckt. Daher passend zum Weekend: Cheers!

 

13 Nov 2015

Meine grösste Eroberung in Kanada: The whistling Kettle. Täglich mehrfach im Einsatz versorgt er mich mit Tee. Dem gehorch ich sogar, denn sobald das Wasser kocht, pfeifft er mich zu sich.
Aber auf Gas zu kochen und backen ist nicht ganz einfach. Eine nette Herausfoderung. Der Vorteil daran, es dauert nicht mehr ganz so lang, wie auf der Alp, bis das Wasser kocht und pffffffft.

12 Nov 2015

Alles was irgendwie mit Geschichte verknüpft ist, wird hier zelebriert. So auch den Rememberence Day. Am 11.11. um 11 Uhr wird den Soldaten gedenke, welche im Krieg gefallen sind. Der ursprung dieses Feiertags kommt vom Ende des Ersten Weltkrieges.
Bereits während den Wochen davor verkaufen Veteranen rote Puppies. Puppies sind die Mohnblumen, welche am Grab in Flandern wachsen.
Heutzutage gedenken sie an diesem Tag an alle Kriegsopfer der vergangen Jahre. Ein Umzug mit Fahnen, Dudelsäcken, Veteranen, Schülern und Vereinen marschiert durch das Städtchen zu einem Denkmal. Hier werden Reden gehalten und die Highschool Band untermalt musikalisch die Feierlichkeit. Kanadische Kultur hautnah.

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11 Nov 2015

Zwischen Golden und Kicking Horse, dem Skigebiet, liegt der Cedar Lake. Erinnert mich sehr an den Heidsee, nur ist er komplett im Wald und weit und breit kein Haus oder eine Strasse sichtbar. Heute nicht einmal ein anderer Mensch. Ein wunderschöner Fleck.

10 Nov 2015

Viel Sonne hab ich noch nicht gesehen hier, und auch noch nicht gepostet. Der Beweis, dass Kanada doch auch die Sonne kennt, kommt hier. Direkt vor der Haustür aufgenommen.

09 Nov 2015

Die Kanadier bauen definitiv nicht für die Ewigkeit. Gut zu sehen ist das gerade beim Nachbarn. Ihm ist es wohl etwas zu eng geworden und hat beschlossen, sein Haus um ein Kellergeschoss zu erweitern. Sieht ziemlich einfach aus hier. Haus hochheben, balken drunter schieben und Loch buddeln. War spannend mitzuverfolgen. Inzwischen ist das Kellergeschoss mit Holz verschalt. Ich halt euch weiterhin auf dem Laufenden …

08 Nov 2015

Passend zum Ski Swap gabs heute den ersten Schnee. Naja, eigentlich ist er nicht erwähnenswert, da er am Abend bereits wieder weg war. Aber ich hab mich so gefreut! Ich kann es kaum abwarten, bis ich endlich meine neuen Skis ausprobieren kann.
Am Mittag hat sich die Sonne kurz gezeigt und wir haben die Zeit genutzt, um am einen Spaziergang am Fluss zu machen. Michi wollte fischen. Und ich hab die Natur genossen. Die Farben hier sind wunderschön!

07 Nov 2015

Ski Swap ist eine Art Flohmarkt. Heute war es soweit. Es hat sich angefühlt, als würde das ganze Städtchen sich in dieser Turnhalle einfinden. Tohuwabohu war vorprogrammiert. Zwischen Kind und Kegel stand dann dieses nigel nalge neue paar Ski. Und ich musste sie einfach haben. Darf ich präsentieren, meine neuen Telemarkskis!

06 Nov 2015

DAS nennen sie Käse. Und sind stolz darauf.
Das Aussehen könnt ihr selber definieren. Der Geschmack ist nicht beschreibenswert. Aber die Geschichte erwähnenswert.

05 Nov 2015

Das sind White Tail Deers. Sowas wie ein Reh bei uns. Mit Michi hab ich einen super Wildnissführer zur Hand. Ich konnte bis auf drei Meter zum Muttertier mit ihren zwei Kleinen hin. Weiter hab ichs nicht versucht, da ich sie nicht verjagen wollten. Speziell, wie stark sich das Wild hier bereits an die Menschen gewöhnt hat. Spannend für mich, zu beobachten.

03 Nov 2015

You better cut the pizza in four pieces because I’m not hungry enough to eat six.

Yogi Berra

02 Nov 2015

Alles war orange und schwarz. Ob Cupcake- oder Gartendekoration. Halloween kommt hier gleich nach Weihnachten – auf der Hitliste. Und da es mein erstes Halloween war, deckten wir uns mit einem Berg Süssigkeiten für die Kids ein. Mit einem Berg meine ich so 80 Mini-Snickers, Mini-Mars, Mini-M&M’s … Dann klopfte es an der Haustür (hier gibts keine Klingeln). «Trick or Treat!» nuschelten die Kinder, dahinter standen die Eltern. Mit grossen Augen starrten sie mich an. Dass ich ein Zombi war, hatte ich in diesem Moment völlig vergessen. Schüchtern steckten die Kleinen ewas Süsses in ihren Kopfkissenbezug. Die Eltern lachten und gratulierten mir zum Kostüm.
Später am Abend waren wir zur Halloween-Homeparty eingeladen. Den obligaten Pumpkin Pie (Kürbiskuchen, der nicht sonderlich schmeckt) und einige Bier später mischten wir uns unter die tobenden Masken im Städtchen. Unglaublich, die selbstgebastelten Kostüme!
Gekommen ist nur dieses eine Geschwisterpaar. Michi hats gefreut.

01 Nov 2015

Die Wohnung ist super! Zwar etwas gross, aber sehr gemütlich. Ein Foto von unserem Wohnzimmer mit meinem Büro als kleinen Einblick. Ausser einem Bett haben wir sonst keine weiteren Möbel. Das tolle am kanadischen Baustandard sind die eingebauten Schränke. Jedes Zimmer hat eine Nische. Genial! Aber das aller beste ist unser Sofa. Einen kuschligeren Platz gibt es kaum, sofern man alleine darauf liegt.

31 Okt 2015

Kanada hat Schnee. Und Bären!
Ich würde schrecklich gerne einen sehen. Nicht, dass ich ein Selfie mit ihm machen möchte, aber so die Bären-Dimensionen einmal zu beobachten, wäre schon spannend … Bis jetzt hab ich erst die Spuren von einem Bären angetroffen.
Wenn wir durch die Wälder streichen, rufen wir immer mal wieder dem Bären, dass wir mit ihm im Wald sind. Das soll der effektivste Schutz gegen Bären sein. Oft tragen Touristen ein Glöckchen im Hosensack, um auf sich aufmerksam zu machen. Kanadiere nennen diese Glöckchen liebevoll «Dinner-Bell».
Jetzt hoff ich einfach, dass sie noch nicht dem Winterschlaf verfallen sind.

30 Okt 2015

Jiiipiii! Ich bin zurück im Land von Porridge und Bagel. Mhhh!
Kulinarisch hab ich noch nicht wirklich was umwerfendes hier gekostet. Aber Porridge machen sie fast wie meine Hostmum in England und die Bagels, so fern man sie frisch erwischt, schmecken wie in New York.
Es lässt sich definitiv leben hier.

29 Okt 2015

Zuhause in Golden, British Columbia. Das Städtchen hat ca. 3700 Einwohner und liegt 800 Meter über Meer. Für mich das Wichtigste, es ist 12 Kilometer vom Skigebiet Kicking Horse entfernt – was in Kanada dein Nachbar ist. Calgary, die nächste richtig grosse Stadt mit einem Internationalen Flughafen, ist 280 Kilometer entfernt. Die Distanzen hier sind einfach etwas anderes. Ich gewöhn mich nur langsam daran.
Aber Golden ist schön. Es hat zwei sehr gemütliche Kaffees, zwei sowas wie Migros bzw. Coop, eine Bibliothek und ein Krankenhaus. Eine Hauptsstrasse führt durch den Ort an der mehrheitlich auch alle Restaurants und Shops liegen.
Die Schweizer sind schon lange in Golden. Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich hier Schweizer an und brachten den Tourismus. Und das Kehrtunnel. Als Bergführer zeigten sie den Kanadiern die Schönheit ihrer Landschaft und das darinliegende Potential. Ein Wandgemälde im Städtchen sowie die Swiss Chalets erinnern daran.

28 Okt 2015

In der Ortsbibliothek ist die Filmauswahl, sagen wir einmal, speziell. Bis jetzt hab ich noch nichts berichtenswertes gesehen.
Aber Air Canada hat ein interessantes On-Board-Entertainment-Programm, so unteranderem «Coco avant Chanel» mit Audrey Tautou oder «Sei mai statt Sulla luna? (Ever been on the moon?)». Dazu hat nur ein Ben&Jerry’s und Mama gefehlt.
Und damit meine Krimi-Ader nicht platz bis ich wieder in der Schweiz bin, gibts einen Online Tatort.

27 Okt 2015

Beginnen wir am Anfang.
Packen war noch nie meine Leidenschaft und war für mich das grösste Hindernis vom ganzen Abenteuer. Zum Leid meiner Familie lief dann auch alles auf die letzte Minute hinaus. Aber Dank einem tollen Snowboardbag (Danke Charly!) hab ich nun alles dabei, zumindest das für den Schnee.
Rotz und Wasser ist während eines Monats geflossen. Aber als ich im Flugzeug sass, war es wie Niemandsland. Ziemlich gefühllos. Bis mich ein schwarz Gentleman am Gate in Frankfurt  über meinen Aufenthalt ausfragte. Jetzt wandelte sich das ganze. Er kreiste meine 180 Tage in Kanada rot ein und liess mich dann doch durch.

Zum Glück ist schlafen meine Spezialität. Trotz Tieren im Bauch – definitiv keine Schmetterlinge – schlief ich hervorragend. Und so vergingen auch die 13h Flug. Meinem betagten Sitznachbarn aus Teheran, half ich beim Ausfüllen des Formulars mit den interessanten Fragen, ob wir Waffen oder Eier mitführen. Er besucht seine Tochter und hatte spezielle Nüsse im Gepäck. Dies beunruhigte ihn zunehmends. So waren diese Nüsse für den rest des Flugs unser Thema…

Die Immigration. Ich wählte eine Dame in ihrem besten Alter, ziemlich überschminkt mit türkis Lidschatten und toupiertem Haar. Nach meinem ersten «How are you?» (auf diese bereits jetzt unendlich viele gefolgt sind, aber immerhin etwas ehrlicher gemeint als in den USA) fiel ihr blick auf die rot umkreisten 180 Tage. Und sie schaute mich lange an. Was ich denn so lange mache? Mein Freund studiert hier. Und sie antwortete mit einem Lächeln. Dann fing sie an: Es ist Ihnen untersagt, jegliche Arbeit auszuüben, weder Servieren, noch Putzen – nicht einmal Babysitten. Haben Sie genügend finanzielle Mittel um dies zu überrbücken? Mein Ja unterbrach sie mit: Bleiben Sie einfach bei Ihrem Freund, dann brauchen Sie kein Geld. Mit diesem Satz stempelte Sie alles ab und ich war in Kanada.
Dachte ich. Bis ich mit meinem vollbepackten Trolly an einem Polizisten vorbei fuhr, der mich aufhielt und fragte, ob ihr hier Waffen drin hätte. Verdattert stand ich da. Dann lächelte er und wollte eigentlich nur den Zettel mit meinen rot umkreisten 180 Tagen. Und da ging die Tür auf und Michi stand da.

Jetzt war ich da. Im grossen Kanada…

26 Okt 2015